Da staunte man nicht schlecht als im Posteingang ein Konzept von einem zweiten Kandidaten Team im Posteingangskörbchen lag. Ein Team um Ralf Hochscherff wirft seinen Hut im Ring, wenn es bei der kommenden Alemannia Jahreshauptversammlung (vermutlich im Herbst 2021) zur Neuwahl des Präsidiums und des Aufsichtsrats der Alemannia kommt, und tritt damit gegen das Team Thomas Gronen an. Die Alemannia Mitglieder bekommen so zum ersten mal die Gelegenheit zwischen zwei Teams zu wählen wem sie ihre Stimme gibt bzw. wer das bessere Konzept für den TSV Alemannia Aachen e.V hat. Eine solche Konstellation gab es vor fast vier Jahre schon einmal, allerdings zog im Vorfeld das damalige Team 2, um das ehemalige Aufsichtsratsmitglied Horst Rambau, nach massiver Kritik wieder zurück. Dies dürfte diesmal anders sein.
 

Wir sind seit vielen Jahren Fans und Unterstützer des Clubs und treten mit einem eigenen Konzept an

 
Alemannia Präsidentschaftskandidat Ralf Hochscherff

 
Bevor man öffentlich machte das man als zweites Team antritt haben die Kandidaten zunächst eine Mitgliedschaft auf Lebenszeit abgeschlossen. Was bewegt die Kandidaten und vor allem Ralf Hochscherff als zweites Team anzutreten? Kernpunkte des eigenen Konzeptes sind u.a die nähe zu den Fans und den Abteilungen der Alemannia zu verbessern. Es soll wieder ein besserer Zusammenhalt erreicht werden. Das Vereinsleben soll wiederbelebt werden wo auch Fans sich engagieren und mithelfen können, das auch gewünscht sei. Im Blickpunkt ist vor allem der Jugendbereich der wieder stärker gefördert werden soll. Dazu soll auch das geschlossene Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) wieder eröffnet werden. Ein sehr ehrgeiziger Plan ist es das künftig Spieler aus der Euregio den Sprung in die erste Mannschaft schaffen, vorgesehen ist das pro Jahr 3-4 Jugendspieler in der ersten Mannschaft zu integrieren. Dazu muss aber zunächst die Infrastruktur um den Tivoli herum wieder geschaffen werden, und auch Kooperationen mit Vereinen aus der Umgebung stehen im Fokus. Auch wird über eine Wiedereinführung einer zweiten Mannschaft nachgedacht, die dann aber eher dem Breitensport statt dem Leistungssport unterliegt. Und zu guter letzt soll auch an den Eintrittspreisen geschraubt werden, und zwar zurück um den Zuschauerschwund entgegenzuwirken.
 

Wir wissen, dass es nach zwei Insolvenzen viele enttäuschte Sponsoren und Fans gibt.

 
Kandidat für den Alemannia Aufsichtsrat Marcel Moberz

 
Im Gegensatz zu Team Gronen wird hier erstmals ein Konzept der breiten Öffentlichkeit vorgestellt, das sicherlich hier und da das widerspiegelt was man sehr lange bei der Alemannia vermisst hat. Anderseits lässt das Konzept noch Spielraum nach oben, denn oberflächlich betrachtet klingt es nach einem guten Regionalliga Konzept mit Jugend forscht. Leider steht nirgendwo drin wie man gemeinsam die Regionalliga Richtung 3. Liga verlassen will. Das hätte ich mir persönlich noch gewünscht. Aber das Konzept muss ja nicht in Stein gemeißelt sein, und wer weiß was sich davon letztendlich überhaupt durchsetzen lässt. Auch fehlt bislang der Tiefgang in dem Konzept wie man das alles finanzieren will. Wenn man Sponsoren findet sollte das erste Ziel sein wie man schnellstens wieder in die 3. Liga kommt. Denn damit löst gleich mehrere Probleme gleichzeitig.
 
 
Zur Wahl zum Präsidium bewerben sich:

  •  Ralf Hochscherff – Geschäftsführer VISITATIS Gruppe (Präsident)
  •  Andreas Görtges – Chemieingenieur (Vizepräsident)
  •  Tobias Fischer – selbstständiger Steuerberater (Schatzmeister)
  •  Heiko Platz – selbstständiger Rechtsanwalt (Beisitzer)
  •  Malte Fleischhauer – Prokurist Tilke Ingenieur und Architekten (Beisitzer)

 
Zur Wahl für den Aufsichtsrat der GmbH stellen sich:

  • Marcel Moberz – Geschäftsführer Voss Bürotechnik GmbH
  • Osama Momen – selbständiger Rechtsanwalt

 
Das neue Bewerberteam stellt auch gleichzeitig im Vorfeld ihr Konzept der Öffentlichkeit vor,  mit dem sie sich bei den anstehenden Wahlen im Herbst bewerben. Und das sieht folgendermaßen aus:
 
 
Konzept zur Kandidatur des Präsdiums des TSV Alemannia Aachen e.V & des Aufsichtsrates der Alemannia Aachen GmbH
 
 
Kernziele für den Verein:

  • Vorbereitete Änderungen der Satzung – in Absprache mit der Satzungskommission – zeitnah umsetzen
  • Vernetzung und Zusammenarbeit der Abteilungen deutlich intensivieren, Ausbildung eines Vereinslebens
  • Teilnahme an Fußball-Turnieren in der EUREGIO deutlich intensivieren, wenn möglich eigene Turniere ausrichten
  • Aufbau einer zweiten Herrenmannschaft Fußball als Breitensport Team
  • Verbesserung der Infrastruktur hinsichtlich Trainingsstätten / Umkleiden / Cafeteria

 
 
Kernziele für die GmbH:

  • Langfristige Fokussierung für die erste Mannschaft auf Spieler vornehmlich aus der EUREGIO
  • Kooperation mit mehreren Vereinen aus der EUREGIO zur Etablierung klarer Partnerschaften mit Vorteilen für beide Seiten
  • Klares Bekenntnis zur Jugend mit sehr hoher Durchlässigkeit zur ersten Mannschaft. Ziel: jedes Jahr mind. 3-4 Jugendspieler in die erste Mannschaft zu integrieren
  • Gewinnung und Betreuung von Sponsoren und Geldgebern ist ein Kernpunkt für den Aufsichtsrat und wird gemeinsam mit Vorstand und Geschäftsführer koordiniert

 
 
Überarbeitung der Satzung:

  • Verankerung der 50 + 1 Regel in der Satzung unabhängig davon, ob diese deutschlandweit gekippt werden wird
  • Änderung der Satzung im Hinblick darauf, dass nur noch ein Mitglied des Vorstandes im Aufsichtsrat vertreten ist anstatt bisher 3 Mitgliedern
  • Weitere Änderungen aus der Satzungskommission
  • Priorisierung der o.g. Reform und umgehende Umsetzung im ersten Amtsjahr

 
 
Jugendfußball:

  • Fokussierung auf den Jugendbereich als Unterbau für die erste Mannschaft
  • Bereitstellung von Geldern für sämtliche Jugendmannschaften (Trainingsmittel, Bekleidung, Fahrten)
  • Fokussierung im Jugendbereich auf die U11 bis zur U19
  • Kooperation mit umliegenden Vereinen, Sichtungslehrgänge ab der U9
  • Spieler sollen gezielt aus dem Bereich der EUREGIO leistungsorientiert gefördert werden, „aussortierte“ Spieler von NLZ´s sollen die Ausnahme bleiben
  • Neben dem Mannschaftstraining gezieltes Individualtraining, um sämtliche Entwicklungspotentiale der Spieler auszuschöpfen
  • Durchgängige Entwicklung der mannschaftlichen Geschlossenheit von der U11 bis zur U19
  • Technische und taktische Ausbildung auf breiter Basis bis zur U16, danach Spezialisierung auf die vorgesehene Spielweise der 1. Mannschaft
  • Bildung von Patenschaften der Spieler der ersten Mannschaft mit den einzelnen Jugendmannschaften
  • Verzahnung zwischen U19 und erster Mannschaft über die Saisonvorbereitung hinaus
  • Schaffung von Weiterbildungsmöglichkeiten für die eigenen Trainer und die Trainer der Kooperationsvereine
  • Etablierung von Jugendturnieren in allen Jahrgängen (mit Kooperationsvereinen und überregional)
  • Schaffung einer geeigneten Infrastruktur im Jugendbereich (Trainingsplätze, Kabinen, Räumlichkeiten)

 
 
Breitensport:

  • Ausbau und Unterstützung des Breitensports
  • Mehr Öffentlichkeitsarbeit für die Breitensportarten
  • Förderung und Unterstützung eines Vereinslebens

 
 
Fans:

  • Zusammenarbeit mit den organisierten Fangruppen
  • Umgang und offener Austausch auch mit nicht organisierten Fans
  • Bestimmung eines Ansprechpartners aus dem Präsidium für die Mitglieder und Fans zur Schaffung klarer Strukturen und Fan-Nähe
  • Überarbeitung der Ticketpreise (Preisgestaltung von „Kinderkarten“ etc.)
  • Ausbau der Marke Alemannia Aachen
  • Gründung einer zweiten Mannschaft (Fußball)
  • Angebote der Unterstützung aus Fankreisen wo möglich aufnehmen und die Fans aktiv in den Verein integrieren

 
 
Bislang hat nur der aktuelle Vize-Präsident Thomas Gronen bekundet das er neuer Alemannia Präsident werden will und sich bei der Jahreshauptversammlung zur Wahl stellt. Sein Team stellte er im Forum Freundeskreis der Aachener Zeitung / Aachenener Nachrichten vor, dieses war aber nur für ein kleines Publikum und Abonnenten der Zeitung vorbehalten. Im Anschluss gab es einen Artikel in der Aachener Zeitung, wo die Ziele des Team angerissen wurden, u.a. Verbesserung der Infrastruktur, Weiterentwicklung des Vereins sowie das der Name Alemannia für solide Finanzen stehen soll. Weitere Einzelheiten oder gar ein Konzept für die breite Öffentlichkeit liegen leider noch nicht vor.
 
Das Team Gronen bewirbt sich mit den folgenden Kandidaten: 

  •  Thomas Gronen (Präsident)
  •  Mike Schleiden (Vizepräsident)
  •  Carsten Laschet
  •  Björn Jansen
  •  Tom Frings (Steuerberater)
  •  Johannes Wienands (Vorstandsvorsitzender Schumag AG)
  •  Alexander Hammer (Wirtschaftsanwalt)

 
 
 
 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

5 + zwölf =