Wisst ihr noch? Stadionneubau Tivoli – Spatenstich

 
 

Im September 2007 wurde das Ausschreibungsverfahren abgeschlossen, bei dem der Verein den Fans, Vereinsmitgliedern und Bürgern der Stadt nach einer Vorauswahl drei Bieter-Entwürfe öffentlich zur Abstimmung vorschlug. Als Sieger des Verfahrens ging die Hellmich-Gruppe aus Dinslaken hervor, die bereits mehrere Fußballstadien gebaut hatte. Der klar favorisierte Entwurf stammt vom Architekten Stefan Nixdorf.

 

Vorbereitungen zum Stadioneubau im Monat Mai 2008

 
Nach dem Abriss der PTSV-Tennishalle wurde auf dem Areal des neuen Sportpark Soers Platz geschaffen. Die verbliebenen Kleingärtner vom Groß-Tivoli waren in den letzten Zügen mit dem Umzug zum neuen Standort Berensberg. Die Bagger waren schon fleißig dabei die Außenbereiche der Kleingartenanlage einzuebnen. Nach dem letzten Heimspiel der Alemannia Amateure gegen den VfB Homberg (5:1) am 10. Mai 2008 hatte nun auch das letzte Stündlein für die altehrwürdige Münzenberg-Kampfbahn geschlagen. Die ersten Teile vom Kunstrasen wurden eingerollt, den später der FC Walheim zur weiteren Verwendung erhalten sollte. Die Heimspielstätte der Alemannia-Reserve musste nun weichen im Zuge des Stadionneubau. An dieser Stelle wird in einem Jahr ein Parkhaus mit 1.200 Stellplätzen stehen. Das 13 Millionen Euro teure Parkhaus wird von der Alemannia-Stadion GmbH errichtet und von der Aachener Parkhaus AG (APAG) betrieben. Diese wiederum vermietet der Alemannia die Stellflächen für die Heimspiele. Die Einnahmen sollen von der Alemannia generiert werden, beispielsweise durch dem Verkauf der Stellplätze an finanzstarke Fans und als Paket an VIP Kunden oder Sponsoren. Die APAG erhält von der Stadt Aachen einen Kredit über die Gesamtsumme und eine Kaufoption deren Laufzeit noch nicht näher spezifiziert wurde. Als Bonbon obendrauf wird die APAG auch alle anderen öffentlichen Parkplätze rund um den neuen Sportpark Soers bewirtschaften.

 


 
Kurz vor dem Spatenstich wurde die erste Teilbaugenehmigung des Bebauungsplanes erteilt, so das man offiziell mit dem Bau des neuen Tivoli starten konnte. Der Planungsausschuss der Stadt Aachen beschloss in ihrer Sitzung das rund um das neue Stadion Baumgruppen, Rundtreppen zum Sitzen und hohe Leuchten mit dezenten Licht gebaut werden. Die Kosten würden sich hierfür auf rund 2,7 Millionen Euro belaufen. Ebenfalls wurde eine neue Brücke geplant die über die Krefelder Straße vom Finanzamt aus zum neuen Stadionvorplatz reichen wird. Favorisiert wurde eine geschwungene Schrägseilbrücke die in der Länge 100 Meter erreichen soll. Kostenpunkt: 750.000 Euro, aus denen später 2,8 Millionen Euro wurden.
 
Wenige Tage vor dem Spatenstich präsentierte die Alemannia auf einer neuen Stadion-Webseite vier Webcams die alle Seiten des neuen Sportpark Soers zeigten. Dort wo zukünftig die neue Heimspielstätte des Tivoli entsteht können nun die Arbeiten aus vier Perspektiven verfolgt werden. Webcam 1 stand auf der Ecke des Reitstadions Webcam 2 auf dem Finanzamt, Webcam 3 auf dem Dach von Porta und Webcam 4 auf dem Flutlichtmast des alten Tivoli im Block-K.
 
Neben den Webcams wurde ein neuer Stadionfilm vorgestellt der den fertigen Bau des Stadions zeigte. Mit dem Spatenstich sollte auch die neue Tivoli Fan-Anleihe vorgestellt werden mit denen die Fans in das neue Stadion investieren konnten. Die Stückelung der Fan-Anleihe war für 100 €, 200 € und 500 € zu erwerben und zeigte Fotos aus der 100-jährigen Vereinsgeschichte. Um den Fans diese Schmuckurkunde schmackhaft zu machen sollte das ganze jährlich mit 6 % verzinst werden. Die Laufzeit der Anleihe betrug fünf Jahre und drei Monate (16. Mai 2008 – 16. August 2013).

 


 
Am 17. Mai 2008 war es soweit, in unmittelbare Nähe zur Münzenberg-Kampfbahn wurde ein großes Zelt errichtet. Mit dem ersten Spatenstich zum neuen Tivoli sollte die Alemannia in eine neue Zukunft starten. Neben den vielen Fans waren auch Erik Meijer, Alexander Klitzpera, Reiner Plaßhenrich, Thorsten Stuckmann, Alexander Klitzpera, Jeromé Polenz, Daniel Brinkmann, Jupp Martinelli, Michel Pfeiffer, Jo Montanes, Ex-Präsident Wilfried Sawalies und Trainer Jürgen Seeberger vor Ort. Dr. Jürgen Linden , Oberbürgermeister der Stadt Aachen und Alemannia Aufsichtsratsvorsitzender, eröffnete den festlichen Rahmen mit einer Rede. Dabei wurde rückblickend begonnen vom Planen des neuen Stadions über die Finanzierung bis hin zum jetzigen Grundstück samt Grundstücktausch mit dem benachbarten ALRV Rennverein. Es war in seiner 20-jährigen Amtszeit das größte Projekt das die Stadt Aachen stemmen musste. Ebenso hob er hervor das es gewollte war das Alemannia und der Neubau des Stadion in der Stadt bleiben.

 

Der Spatenstich, den wir heute vollziehen, ist eine wichtige Grundlage für Alemannia Aachen in eine Zukunft zu gehen, die erfolgreich und vor allem wirtschaftlich verbessert ist. Unsere Absicht ist es, diese Alemannia, die uns eine Herzensangelegenheit ist, mit einem neuen Stadion wettbewerbsfähig zu machen, ihr eine Chance zu geben im bezahlten Fußball mitzuhalten.

Dr. Jürgen Linden , Oberbürgermeister der Stadt Aachen und Alemannia Aufsichtsratsvorsitzender

 

Alemannia Geschäftsführer Frithjof Kraemer sprach von einer neuen Zukunft und die Notwendigkeit eines neuen Tivoli. Auch das man manchmal etwas blauäugig an die Sache heran gegangen ist. Aber alle beteiligten Leute hätten an einem Strang gezogen um das Projekt am Start zu bringen. Generalunternehmer Walter Hellmich versprach ”ein tolles Stadion zu bauen”. Seit der Ausschreibung durch die Alemannia war man sehr bemüht gewesen den Auftrag zu erhalten. Und mit den Stadien in Schalke, Duisburg und St. Pauli habe man schließlich gezeigt das man es kann. Umso mehr freut ihn das er für einen weiteren Traditionsverein ein einmaliges Stadion bauen darf. Es wird in Deutschland einzigartig sein was die Enge, Steilheit der Tribünen und Nähe zum Spielfeldrand betrifft. Der Mythos Tivoli soll vom alten in das neue Stadion mit übertragen werden. Nach den ganzen Festreden wurde eine Überraschung enthüllt. Die Bitburger Brauerei, seit Jahren schon Partner des DFB, unterstützt für 5 Jahre die Alemannia und wird somit Premium-Sponsor.

 


 
Zum Abschluss ging es dann hinaus zu dem Ort wo der Spatenstich erfolgen sollte. Gemeinsam stachen Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden, Generalunternehmer Walter Hellmich und Alemannia Geschäftsführer Frithjof Kraemer in den Boden und starteten so symbolisch den Auftakt der Arbeiten in den kommenden Monaten. Alle Anwesenden waren sich einig das man nun mit dem neuem Stadion in eine Zukunft startet in der man wieder Wettbewerbsfähig wird und noch mehr Fans an die Alemannia binden kann. Am Ende der Spatenstich Zeremonie konnten wir damals im alten Tivoli sehen wie die ersten digitale Werbebanden aufgestellt wurden, die im Heimspiel gegen TuS Koblenz ihre Premiere feiern sollten. Wenn sich diese digitalen Werbebanden bewähren könnten sie Einzug ins neue Tivoli Stadion halten.
 

 
Bereits einen Tag später wurde das gesamte Areal eingezäunt. Ein herumlaufen war nun nicht mehr so einfach möglich. Die ersten Baustraßen wurden eingerichtet und der Schutt von der Tennishalle samt Boden entsorgt. Auf dem Gelände begannen nun die Gründungsarbeiten. Dazu musste im ersten Schritt  ein Gefälle von vier Metern ausgeglichen werden. Man erblickte nun auch die ersten Markierungsstangen die im Boden gesteckt wurden, und mit ein bisschen (oder viel) Phantasie konnte man die Dimension erahnen wo nun das neue Stadion und das neue Parkhaus angesiedelt sein werden. Die Münzenberg-Kampfbahn konnte man jetzt nur noch erahnen, der Kunstrasen war nun vollständig entfernt und eingerollt.
 
 
 


 
 
 
Hier geht es zum zweiten Eintrag des Tivoli Stadionneubau mit der Ertüchtigung des Geländes:
 

Wisst ihr noch? Stadionneubau Tivoli – Ertüchtigung 2


 
 
 
 

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