Wisst ihr noch? Stadionneubau Tivoli – Noch 100 Tage


 
 
Rückblende 10 Jahre neuer Tivoli – Mai 2009
 
Genau 100 Tage vor der Fertigstellung des neuen Tivoli öffnete die Alemannia den Bauzaun für alle interessierten Fans und Sponsoren. Neben dem imposanten TIVOLI Namenszug an der Ostfassade, wurde der Countdownzähler enthüllt. Dieser zählt solange runter bis zum ersten Spieltag der neuen Saison.
 
Auf den frisch montierten Sitzschalen, die bereits auf der Osttribüne montiert wurden, konnte man erstmalig Probesitzen. Nicht nur der Generalunternehmer Walter Hellmich war zu Gast, auch die Profi-Mannschaft der Alemannia samt Trainerteam waren auf dem Gelände unterwegs und gaben fleißig Autogramme und ließen sich fotografieren. Damals gab es einen kleineren bittereren Beigeschmack, war doch der Zugang zur neuen Alemannia Fan Kneipe begrenzt auf reine VIP-Gäste. Eine Fankneipe die eigentlich für alle Alemannia Fans geöffnet sein sollte, zeigte schon am ersten Tag warum sie wenig später von den Fans nicht mehr angenommen wurde! Glücklicherweise ist sie heutzutage genau das was sie damals nie war – eine Fankneipe. Unter der Nord-Osttribüne wurde etwas später ein überdimensionale Alemannia Fan Wappen enthüllt. Vier Meter hoch, 3,20 Meter breit, 350 Kilogramm schwer und aus Vollplastik. Für 200 Euro konnte man sich seinerzeit seinen Namen verewigen lassen plus eine Pulle Sekt. Es bot Platz für ungefähr 1.120 Namen. Zuerst dachte man das ist ein Provisorium, das Original Fan Wappen wird künftig aus Stein sein und jahrelang sich neben dem neuen Stadion schmücken. Aber weit gefehlt. Das was man dort zu sehen bekam war bereits die ”Endfassung”. Heute steht diese “Endfassung” in einer nicht einsehbaren Ecke unterhalb der Freitreppe, aus Scham versteckt.
 

 
Auch an diesem Tag gab es Baustellenführungen, wenn auch nur im kleineren Rahmen für 5 Euro. Die VIP Gäste konnten eine Exklusiv Führung machen durch die Haupttribüne bzw. durch die Logen und Business Bereiche. Zumindest ein Raum wurde schon weitgehend so ausgestattet wie es bald sein wird. Das Ambiente stimmt. Den Rahmen dieser Veranstaltung rundeten die vier Amigos ab, die für den musikalischen Part standen. Das Team Tivoli war immer präsent und versorgten die Gäste mit Informationen.
 

 
Nach dem Countdown standen wieder Mitte Mai die eigenen Baustellenbesuche an. Die Gummistiefel waren mit im Gepäck, wurden aber nicht mehr benötigt. Da die Aussenbereiche des neuen Stadions weitgehend bereits gepflastert waren, das Stadiondach geschlossen und man in sensible Bereiche eh nicht rein kam, konnten die Gummistiefel im Auto bleiben. Von der Nordost-Tribüne hatte man einen herrlichen Blick zur Nordtribüne und die frisch montierten Sitzschalen strahlten einen entgegen. Pro Woche sollen 3.000 Sitzschalen montiert werden, eine Geduldsarbeit.
 

 
Schaute man zur Haupttribüne zog einen der Blick hoch oben über die Logen. Direkt unter dem Dach waren die beiden Kuben für die Polizei platziert, und sind mittlerweile halbwegs gut eingebettet ins Gesamtbild. In schwarz gehalten thronen sie nun über das Stadion unter dem Dach. Die Polizei wollte es damals so, wenn auch spät, damit man die Fans besser im Blick hat. Wahrscheinlich mit einer besseren Kommunikation wären die Kuben noch besser ins Stadion integriert worden, aber man hat das beste draus gemacht. Allerdings ist die Aussicht von hier oben aus wunderbar. Auf der Osttribüne waren, wie oben erwähnt, auch die ersten Sitzschalen montiert. In die freien Lücken konnte man schon erahnen was dort vorgesehen war. Über die gesamte Länge wurde später mit schwarzen Sitzschalen der Schriftzug TIVOLI eingefügt.
 
Im Innenbereich wagten wir uns damals auf der Haupttribüne in den Businessbereich vor. Dort sah es halbwegs nach kontrollierten Chaos aus. Die Heizungrohre erstrecken sich an den Wänden entlang, die einzelnen Separees waren installiert. Die Aufzüge an den beiden Mittelaufgängen waren fertiggestellt, hier wird bis heute der und die Business Mann/Frau elegant nach oben oder unten befördert. Ein Blick aus dem hinteren Teil des Stadions offenbart das neue Tivoli Parkhaus, das schon imposant wirkte. Auch die Freitreppe inklusive Verbindung vom Stadion zum Parkhaus sah nun gigantisch aus. Das Tivoli Parkhaus hatte zur damaligen Zeit noch knapp 40 Tage ehe es fertig sein muss. Und die Arbeiter gaben richtig Gas, denn das Parkhaus erstreckte sich auf zwei Ebenen hin fast bis zur Gesamtlänge. Die Schnelligkeit hatte aber später ihren Tribut gezollt, man erinnert sich an den ganzen Ärger von einer verweigerten Bauabnahme und Nachbesserungen in allen Bereichen ehe es für die Fahrzeuge endlich geöffnet werden konnte. Vor dem Tivoli Parkhaus an der Ecke Nordost war auch das Empfangsgebäude für die Gäste im Rohbau fertiggestellt. Von hier aus werden nun die Gästefans unterirdisch durch einen Tunnel ins Stadion geleitet. Auch hier gab es später noch Nacharbeiten im Tunnel, denn die Gäste wurden bei Regenwetter auch im Tunnel nass. An den “Schubladen” an der Außenfassade der Westtribüne wurde die Dämmung angebracht, genauso wie auf der gegenüberliegenden Seite der Osttribüne an der Alemannia Fan Kneipe und Alemannia Shop.
 
 
Hier noch einige Infos über die Sitze im Stadion.
 
Die Firma OWI vertrieb die Stadion- und Tribünenbestuhlung für die Firma Stechert. Das Unternehmen verbaute rund 20.000 Sitze des Models „Arena“ in den Farben Schwarz (RAL 9017, „Verkehrsschwarz“) und Gelb (RAL 1023, „Verkehrsgelb“) im Tivoli Stadion. Der größte Teil der Sitzgelegenheiten ist gelb, mit den schwarzen Sitzen wurde der Schriftzug „Tivoli“ umgesetzt. Es wurden zusätzlich noch weitere Modelle im Stadion montiert. Für die Behindertenbegleiter gibt es insgesamt 84 Klappsitze „Berlin“ sowie Sitzgelegenheiten für die Reporter und Kommentatoren. Insgesamt 100 Einheiten des Modells „Magdeburg“ wurden hier eingebaut, allerdings in einer gepolsterten Variante. Zu jedem dieser Sitze wurde auch auch ein Tischmodell „Reporter“ aufgestellt. Für die TV- und Radio-Kommentatoren wurden zudem zehn Sitze „Berlin“ in drehbarer Ausführung installiert. Bei den gelben Sitzschalen wurde uns damals signiert das die gelbe Sitzschalen eine Extra-UV Beschichtung erhielten damit diese nicht ausbleichen durch die Sonne. Es hat keine 10 Jahre gedauert um zu sehen das diese Aussage samt Qualität Bullshit war.
 
Für die VIP-Sitze zeichnete sich Unternehmen Camatic, ein australischer Hersteller von Stadionsitzen, aus. Das Sportunternehmen, das erstmals in Deutschland tätig war verbaute um die 1.722 Sitze für den VIP-Bereich. Das Modell Clarity, das für den VIP-Bereich im Stadien verbaut wurde, war ein extra entwickelter Sitz mit einer hohen Rückenlehne und variablem Achsmaß. Die Alemannia wählte seinerzeit die Version aus schwarzem Kunstleder.
 
 
 


 
 
 
Hier geht es zur elften Rückblende des Tivoli Stadionneubau – Alles im Plan:
 

Wisst ihr noch? Stadionneubau Tivoli – Alles im Plan


 
 
 
 

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