Wisst ihr noch? Stadionneubau Tivoli – Jetzt geht´s richtig los


 
 
Rückblende 10 Jahre neuer Tivoli – August 2008

 

Unmittelbar nach CHIO wurden auf der Baustelle die ersten Baukräne aufgesetzt. Ein untrügliches Zeichen das es nun richtig los gehen sollte. Die Alemannia Saisoneröffnung 2008/2009 neben dem alten Tivoli sollte auch mehrere Baustellenführungen beinhalten. So wurde der Nordseite des Sporkpark Soers ein weiterer Zaun errichtet, direkt hinter dem eigentlichen Baustellenzaun vor den Fundamenten. Stadion Projektleiter Stephan van der Kooi leitete die Baustellenführung und gab jede Menge Infos zum neuen Tivoli preis. Auf dem späteren Bereich an der Südost-Tribüne zeigte er schonmal wie die Dimension des neuen Stadion aussehen wird. So wird es künftig eine elektrische Eingangskontrolle geben sowie eine Fankarte mit der man Bargeldlos im Stadion bezahlen kann. Dort wo in der Mitte der Baustelle der große Kran steht wird genau an dieser Stelle der Spielertunnel enstehen. Die Trainerbänke werden links (Alemannia) und rechts (Gäste) angeordnet. Im hinteren Bereich des Krans werden die Alemannia Kabine entstehen.
 

 
Insgesamt wird es dann vier Kabinen geben um auch Turniere ausrichten zu können. Ferner gibt es eine Schiedsrichterkabine und eine Kabine für die Dopingkontrolle. Hinter der künftigen Westtribüne wird unterhalb ein Parkplatz Bereich entstehen wo die Busse der Mannschaften halten und die Spieler das Stadion betreten werden. So wird man vom Bus aus ebenerdig zu den Kabinen und ins Stadion gehen können. Dies wurde von Alemannia Seite aus extra so gewünscht. Anders als beispielsweise in Köln wird hinter der Bande direkt die ersten Sitzreihen entstehen, statt einem Freiraum von 1,80m zu lassen.
 

 
Nanu? Gab es Geistererscheinungen auf der Baustelle? Waren das die (bösen) Geister die jemand rief? Nein, es waren nur Bauleute im Schutzanzug. Im Zuge der letzten Abrissarbeiten der Kleingartenkolonie Groß-Tivoli, einige Bauten standen noch hinter der Tribüne des Reitstadions, entdeckte man das einige Gartenhäuser mit Asbestplatten verkleidet waren. Diese mussten nun entsprechend entfernt und speziell entsorgt werden. Schon damals wusste man um die gesundheitliche Gefährlichkeit des Asbests, dem entsprechend mussten sich die Bauarbeiter schützen. Also doch keiner Geister auf dem neuen Tivoli Gelände.
 

Uns entgeht nichts, da kann die Alemannia den Bauzaun so weit nach außen ziehen und verrücken wie sie will.

Die Wildknipser Dirk & Manni

 

Der Bereich wo das neue Parkhaus hin kam war nun auch planiert. Ein sicheres Zeichen das es dort auch bald losging. Ehe aber dort gearbeitet werden konnte musste vorher das Gebäude des Alemannia Nachwuchsleistungszentrum abgerissen werden, und die entsprechenden Einrichtungen in den neuen Containerhof umziehen. Somit fiel auch das letzte Gebäude aus der alten Tivoli Zeit dem Bagger zum Opfer, und mit ihm die Heimstätte der Alemannia Amateure. Als machte seinerzeit der Tivoli Neubau nicht schon genug Schlagzeilen, lieferte die Stadt Aachen nun auch eine Schlagzeile. Ein bedauerlicher Fehler der Aachener Stadtverwaltung machte den Vorplatz zum neuen Tivoli um eine schlappe Million Euro teurer. Die Vermutung lag nahe das man die Kosten der Städtebauförderung lange Zeit nicht mehr aktualisiert hatte und man so von einem Quadratmeterpreis von 125 Euro ausgegangen war. Nachdem man nun noch einmal detailliert nachgerechnet hatte kam man auf einem Quadratmeterpreis von 170 Euro. Da der neue Vorplatz zum Tivoli Stadion anderthalbmal so groß ist wie der Aachener Marktplatz schlug sich das nun in diesem siebenstelligen höheren Kostenbereich nieder. Der Tivoli Vorplatz sollte somit am Ende insgesamt 5,5 Millionen Euro kosten.
 
Mitte August stand ein wichtiger Tag für den Stadion Neubau des Tivoli an. Die Firma Rekers hatte die ersten Tribünenteile fertiggestellt und zur Begutachtung freigegeben. Sogleich machten sich Alemannia Stadionprojektleiter Stephan van der Kooi und Vertreter des Generalunternehmers Hellmich auf nach Spelle in der Nähe von Osnabrück. Dort nahm man vor Ort die Qualitätskontrolle ab. Damit konnten die weiteren Tribünenteile in Serienproduktion gehen und im Oktober 2008 angeliefert werden. Da die fertig gegossenen Tribünenteile per Schwerlasttransportes von Norddeutschland nach Aachen transferiert wurden sollte dies vorzugsweise Nachts geschehen. Knapp 14 Wochen sollte die Produktion dauern, am Ende wurde ca. 18.500 Tonnen Beton benötigt um den Stadionkörper des neuen Tivoli zusammenzusetzen. Das schwerste Tribünenteil, ein Zahnbalken, wog stolze 42 Tonnen und war 30 Meter lang.
 

 
Kurzer Rückblick ins Jahr 2007, als die Stadionpläne vorgestellt wurden. Im ursprünglichen Plan war die Ost-Tribüne noch ohne Fanshop und Fankneipe. Das war aber der Stadt Aachen, die den Tivoli als Eingangstor zur Stadt sah, dann doch zu nackt. Welch Bild würde sich ergeben wenn man von der Krefelder Straße aus auf einem nackten Stadionkörper mit Tribünen schaut? So änderte die Alemannia den Entwurf und favorisierte die Erweiterung der Fläche um mehr als 400 Quadratmeter, so dass die Außenseite des Stadions an der Krefelder Straße den Fanshop und die Fankneipe beherbergen würde. Über der breiten Glasfront sollte dann ein Schriftzug samt Wappen prangen.
 
Keine Planung ohne Hindernis. Es war eine schöne Idee zwischen der Alemannia und dem ortsansässigen Energieunternehmen STAWAG (Stadtwerke Aachen Aktiengesellschaft) gewesen, auf dem Stadiondach eine Photovoltaik-Anlage zu installieren. Das haben schließlich auch andere moderne Fußball Arenen und es ist zudem ökologisch sinnvoll die Energie per Sonne zu beziehen. Doch irgendwie schien es zwischen Alemannia und STAWAG ein Kommunikationsproblem gegeben zu haben. Der Plan war aufgrund der Statik so nicht mehr umsetzbar und hätte höhere Mehrkosten im siebenstelligen Bereich verursacht. Tagelang schob man sich gegenseitig den schwarzen Peter zu wer wen nun informiert hat und wer wen nicht. Am Ende entschied man sich für eine andere Lösung, die Photovoltaik Anlage wurde nun oben an der Südtribüne herum installiert und verrichtet bis heute klaglos ihren Dienst.
 

 
Auf dem Gelände gingen die Pfählungsarbeiten der Betonpfeiler dem Ende entgegen. Waren vorher bis zu zwei Maschinen im Einsatz erledigte nun nur noch eine Maschine die Arbeiten auf der Südseite. Rund 1.800 Betonpfähle wurden auf dem Areal verbaut. Im September sollte es dann mit den ersten Fertigbetonteilen losgehen, und man sah nun endlich was vom neuen Stadion.
 
 
 


 
 
 
Hier geht es zum vierten Rückblende des Tivoli Stadionneubau – erste Pfählarbeiten:
 

Wisst ihr noch? Stadionneubau Tivoli – erste Pfählungsarbeiten


 
 
 
 

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