Wisst ihr noch? Stadionneubau Tivoli – Eröffnung


 
 
Rückblende 10 Jahre neuer Tivoli – Juli/August 2009
 
Im letzten Rückblick zum neuen Tivoli sind die beiden letzten Monate Juli und August 2009 zusammengefasst. Die Vorbereitungen zum verlegen des neuen Tivoli Rasens waren im vollen Gange, es erfolgte der Einbau der Rasenheizung. Am 22. Juli 2009 sollte der neue Rasen ausgelegt werden, und am 25. Juli fertig sein. Auf der Bitburger Wall Tribüne (heutige Kaiserstädter Tribüne) erfolgte schon die Blocktrennungen. Anders als befürchtet waren diese dann doch nicht so hoch wie vorher befürchtet. Die Außenfassaden der Kioske wurden schwarz angestrichen. Das ergab einen schönen Kontrast in dem sonst dominierenden Gelb. Der hintere Bereich des Stadions wurde nun auch fast vollständig mit Steinplatten ausgelegt. Im Bau war zu diesem Zeitpunkt noch die Zufahrt zum neuen Parkhaus. Diese führt ja nun direkt am hinteren Teil des Stadions vorbei, ursprünglich war angedacht das diese einen Bogen zum ALRV Gelände macht, also so wie auch heute die Autos bei Spielen mit vielen Zuschauern der Verkehr über das Gelände abgeleitet wird.
 

 
Unter der Freitreppe betreten die Spieler abgeschirmt von der Öffentlichkeit die Mixedzone und die angehörigen Spielerkabinen. Insgesamt wurden vier Kabinen gebaut um auch bei Turnieren entsprechend den Gästen Umziehräumlichkeiten zu geben. Zum damaligen Zeitpunkt stand in der Alemannia Kabine ein erstes Umkleidefach samt Sitz. Auf diesen sitzen unsere Spieler noch heute. Ober auf der Sparkassen Tribüne wurden die Sitze installiert, im Mittelteil die Ledersitze der Business Klasse. Diese wurden damals extra in
Australien angefertigt, und wahrscheinlich für viel Geld. Die Qualität ist aber dann doch nicht so gut gewesen, denn vor gut einem Jahr erfuhren die Sitze eine Grundrenovierung da sie durchweg mit Rissen unansehnlich geworden waren und den Businesskunden nicht mehr zumuten konnte. Und über den Haupteingang zum Stadion thront die Meistertreppe. Diese wurde nicht allzu groß angelegt, da sie auch zu Anfangs gar nicht eingeplant war. Dies wurde erst im letzten Moment geplant weil irgendjemand damals dachte wo die Mannschaft denn die “Meisterschaft” und Aufstieg feiern sollte.
 
Am 09. August 2009, eine Woche vor dem ersten Spiel gegen den FC St. Pauli war man gespannt. Wie weit ist man bei der Alemannia schon? Wo sind noch die größten Baustellen? Das Stadion selbst ist bis auf kleinere Restarbeiten fertig. Der Rasen liegt, das Flutlicht funktioniert, die Videowände funktionieren, die Blocktrennungen waren fast alle montiert. Die Kioske unterhalb der Tribünen waren ebenfalls nahezu fertig. Rund um das Stadion war man noch bemüht die letzten Steine zu verlegen damit der Zeitplan eingehalten werden konnte. Ein Blick in den Alemannia Fan Shop zeigt das hier zumindest schon die ersten Möbel aufgestellt werden. Der Zugang zum Alemannia Restaurant “Klömpchensclub” blieb verwehrt. Die Alemannia lud seinerzeit zur Generalprobe rund 2.500 Dauerkartenbesitzer ein. Hier sollte erprobt werden ob das Stadion funktioniert. Und da gab es reichlich zu testen, das neuen Ticketsystem an den Eingängen, die Aufladestationen für das bargeldlose bezahlen an den Kiosken, das testen des Flutlichts – sprich – es soll die Gesamtlast des Stadions geprüft werden ob alles funktioniert für
das erste Heimspiel.
 

Das Fassungsvermögen des Stadions beläuft sich auf 32960 Zuschauer. Mit insgesamt 11.681 Stehplätzen weißt das Stadion einen sehr hohen Stehplatz-Anteil auf. Auf der Südtribüne befinden sich 10.584 ausgewiesene Stehplätze. 19.345 Sitzplätze, 1348 Business-Sitze, 28 Logen mit je zwölf Plätzen sowie 100 Behinderten-Plätze sowie 110 Presseplätze runden das Fassungsvermögen ab. Ergänzend werden zwei Eventlogen zur Verfügung gestellt, in der weitere 40 Gäste Platz finden. Das Allemannia-Stadion kann im Fall von einem Länderspiel oder einem internationalen Wettbewerb umgerüstet werden. Durch die Umrüstung der Steh- in Sitzplätze kann das Fassungsvermögen auf 27.250 Plätze ausgebaut werden.

 
Eines Abends, bekam ich einen Anruf von der Alemannia der mir glatt den Telefonhörer aus der Hand fallen ließ. Es hieß ich wäre der 32.900 Baustellen Tour Teilnehmer gewesen. Ja leck mich in deä Täesch! dachte ich damals. Aber ok, so oft wie ich da war (gefühlte
100 mal), kann das tatsächlich so gewesen sein 🙂
 

 
Also lud man mich ein um mir ein Alemannia Trikot mit entsprechenden Schriftzug zu überreichen. Da sagt man ja nicht Nein! Also, am nächsten Tag, pünktlich um 12 Uhr zum Tivoli.  Dort wurde mir dann das Trikot von Marie Finkeldey und Projektleiter Baustellenführungen Colin Kraft übergeben. Natürlich gab es dann auch das obligatorische Foto an dem auch unser damaliger “Geschäftsführer” teilnahm. In einem Gespräch erfuhr ich noch das eigentlich geplant war das die Trainerbänke in den Tribünen integriert werden sollten. Letztendlich scheiterte es an der Genehmigung des DFB. Diese wollten nicht das Trainer in der Tribüne sitzen, umringt von Zuschauern. Weil, sollte der Schiedsrichter den Trainer ermahnen, der Schiedsrichter durch die Zuschauer beeinflusst werden könnte. Das hätte man in England gesehen, wo die Trainer ja tatsächlich in dem Tribünenbereich sitzen. Deshalb verwarf Alemannia den Plan und die Trainerbänke kamen vor den Tribünen.
 
Die Eröffnung des Stadions wurde dann offiziell am 12.August 2009 gefeiert. Statt eines namhaften und vorher gemutmaßten internationalen Gegners gab es ein Freundschaftsspiel gegen den damaligen belgischen Zweitligisten Lierse SK. Am Ende drehte Alemannia ein 0:2, mit zwei Toren sorgte Szilárd Nemeth für ein leistungsgerechtes 2:2 zum Ein- und Endstand. Das erste Tor im neuen Stadion gelang dem gegnerischem Spieler Mohamed El-Gabas von Lierse SK. Der belgische Verein ging 2018 in die Insolvenz  und fusionierte sich als neuer Verein um und nennt sich nun Koninklijke Lyra-Lierse Berlaar. Das erste Punktspiel wurde dann am 17.August 2009 in der zweiten Liga vor 32.900 Zuschauern im ausverkauften Tivoli gegen den FC St.Pauli bestritten, das in einem Desaster endete. Mit einem 0:5 wurde es nicht nur ein bitterer Einstand für das neue Stadion, sondern auch die bis dahin höchste Heimniederlage der Vereinsgeschichte. Zudem stürzte ein St. Pauli vom Gästeblock in den Tunnel und zog sich schwere Verletzungen zu.
 

 
Zum Schluss: Nach knapp anderthalb Jahren und mehr als 8.500 Fotos wurde dieses Stück Baudokumentation abgeschlossen. Ich konnte nicht ahnen was daraus werden würde als ich damals zum ersten mal auf dem Areal stand, dort wo der neue Tivoli gebaut werden sollte. Eine Tennishalle, zwei Kleingärten, das Nachwuchsleistungszentrum mit der Münzenberg-Kampfbahn der Alemannia Amateure, standen noch unberührt in der Soers. Welch ein damaliges Highlight, als die ersten Bäume gefällt wurden. Spätestens dort war mir und mein damaliger Kompagnon Manni klar, das muss in Bildern festgehalten werden. Denn im Alemannia Forum war man gierig nach neuen Bildern vom Stadionneubau. So schlug ich mich manchmal bis spät Abends damit durch, um die Bilder auszuwählen, hochzuladen, die Texte zu formulieren, und nebenbei meinen damaligen Alemannia Blog auf aktuellen Stand zu halten. Das waren schon einige Stunden, die da drauf gingen. Die Gier nach immer neuen Bildern schien endlos, wenn sich irgendwas auf der Baustelle rührte. Manchmal täglich, später im zwei Wochen Rhythmus und oftmals ganz spontan wurde die Baustelle aufgesucht. Dabei musste man auch “inoffizielle Wege beschreiten, ehe es in reinen Alemannia Baustellen Touren mündete. So war ich gefühlte 100x vor Ort. Und wenn ich selbst nicht konnte, war Manni mit der Kamera unterwegs. Und wenn wir beide nicht konnten, gab es immer noch Blogleser, die mir ihre Fotos zur Verfügung stellten. So blieb die Zeitlinie der Bilder immer konstant hoch, bei der Alemannia dauerte das ja zur damaligen Zeit noch etwas. Für die einen “knipsten”wir zuwenig, für manch anderen zuviel. So musste man sich im Alemannia Forum manchmal sogar rechtfertigen, für etwas was in erster Linie aus reiner privaten Neugier entstand. Das brachte mir und Manni den Titel “Wildknipser” ein :-).
 
Mit dem heutigen Post endet die Rückschau zur Baudokumentation von unserem neuen Tivoli. Aus heutiger Sicht und dem Ganzen Wissen hätte man sicherlich hier und da und dort es anders gemacht. Aber die damaligen Verantwortlichen und auch wir Fans haben uns dafür so entschieden wie es heute ist. Mittlerweile ist der Tivoli nicht mehr in Alemannia Besitz, und für manch einen ist er immer noch nicht die Heimspielstätte mit dem Charme den der alte Tivoli einst versprüht hat. Es mag daran liegen das der Start des neuen Stadions als durchaus misslungen bezeichnet werden kann, und nach zwei Abstiegen und Regionalliga Flair wartet er nur darauf wieder bessere Zeiten sehen zu können. Denn was er leisten kann, wenn 32.900 Zuschauer Radau machen, haben wir ja in den DFB-Pokalspielen und beim Regionalliga Rekordspiel gegen Rot Weiss Essen gesehen. Der Tivoli ist bereit zu mehr. Nun muss es nur noch der Verein hinbekommen 🙂
 
Zum Abschluss gibt es nochmal einen ganzen Schwall an Bildern.
 
 
 


 
 
 
 

Wisst ihr noch? Stadionneubau Tivoli – Auf der Zielgeraden


 
 
 
 

Schreibe einen Kommentar

drei × 4 =