Wisst ihr noch? Stadionneubau Tivoli – Baustellenführungen


 
 

Rückblende 10 Jahre neuer Tivoli – November 2008
 
Im November 2008 sah man nun die größte sichtbare Veränderung auf der Nordtribüne. Die halbe Tribüne war nun mit den Tribünenplatten ausgestattet. Hinter der Tribüne wurden die Aufgänge zu den einzelnen Blöcken fertiggestellt, ebenso der Aufgang an der Flanke von der Nord- Osttribüne. Nach den vielen “eigenen” Baustellentouren stand nun die erst offizielle Baustellenführung der Alemannia an. Diese wurden eingerichtet damit die Fans und Interessierte sich vor Ort ein Bild machen konnten. Am 8. November um 11 Uhr war es soweit. Zuerst musste man sich im Fanshop eine Eintrittskarte zur Tivoli Baustellentour holen ehe es zum Fanzelt ging (am heutigen Standort der Jugendcontainer) wo die Baustellenführung startete. Begrüsst wurden wir von Julian, einem der vielen Baustellenführer der uns auf unseren unzähligen Besuchen begleitete. Er studierte damals Bauingenieurwesen an der RWTH Aachen und erzählte ein bisschen über sich und was uns bei der Baustellenführung so erwartet. Zuerst musste man sich einen einen Bauhelm für 10 Euro Pfand ausleihen. Denn ohne Bauhelm durfte man die Baustelle nicht betreten.

 

 

Aus dem Baustellen-Tagebuch:
Zum Einstieg der jeweiligen Führung musste man sich das Kurzfilmchen, das man auch schon auf der Alemannia Stadion Seite hundert mal gesehen hatte, über sich ergehen lassen. Per Animation wurde gezeigt wie der neue Tivoli einmal aussehen würde, und das aus allen Perspektiven. Und während das Filmchen lief trat man schon nervös von einem Bein auf das andere, wann es denn endlich losging. Nach dem Film ging es dann aber los, vom Fanzelt direkt zum alten Tivoli – genauer gesagt auf dem Würselener Wall. Dort erzählte uns Julian, unser Baustellenführer, warum der alte Tivoli nicht mehr so zeitgemäß ist und man einen Neubau angestoßen hat. Weiter erzählte er uns was nach dem Abriss des alten Tivoli hier entstehen wird. Vorgesehen was das auf dem ehemaligen alten Tivoli Areal Bürogebäude und Wohnanlagen errichtet werden. Während der Blick rund durch den alten Tivoli schweifte konnte man hinter dem Würselener Wall bereits die Dimension des neuen Tivoli erblicken. Der neue Tivoli war nun wirklich nicht mehr zu übersehen.

 

 

Weiter ging es nun vom alten Tivoli Richtung Baustelle zum neuen Tivoli, und zwar über den Weg wo man früher zur alten Münzenberg Kampfbahn ging und das Nachwuchsleistungszentrum stand. Dort steht aber nun nur noch ein Containerkomplex als Ausweichquartier für die Alemannia Jugend. Auf der Baustelle angekommen ergab sich erstmal ein imposantes Bild. Wenn man schon zwei Tage nicht mehr da war hat sich in diesem kleinen Zeitraum doch wieder eine Menge getan. So erhebt sich die Westtribüne, die ja vor Ort gebaut wird, immer höher aus dem Boden. Nach dem betonieren der ersten Decke geht es weiter in die Höhe. Die ersten Tribünenaufleger sind fast alle unten angeordnet und die beiden Ecken werden nun sichtbar. Julian erzählte uns das im Innenbereich gleich vier große Kabinen gebaut werden, um zum Beispiel bei einem Turnier der Alemannia mehreren Mannschaften Platz zu bieten. Ansonsten wird eine Kabine zum Umkleiden benutzt und die andere wo sich die Spieler schon warm machen können. Dort wird es ausreichend Platz nach oben geben…Ballhochhalten wäre nur eine der vielen Möglichkeiten. Den Gästemannschaften sollte aber nur eine Umkleidekabine zur Verfügung stehen. Auf der Ecke der Süd-West Tribüne wird es die sogenannten ”Kann” Sitzpltze geben. Dies wäre gemacht worden für Besucher die sich auch mal setzten wollten wenn es mit den Stehen nicht mehr so klappt über die Spieldauer. Auch für internationale Spiele wäre der neue Tivoli gerüstet, er würde Sitzplätze für 27.500 Zuschauer bieten.

 

 

Die Nordtribüne ist fast bis auf der Nord-Ost Ecke mit den Tribünenplatten ausgelegt. So sieht man nun eine Welle die unten flacher beginnt und sich dann steiler hochzieht. Warum? Man wollte vermeiden das die Sitzplatzbesucher auf dem Hinterkopf ihres Vordermannes schauen, so die Begründung vom Baustellenführer Julian. Unten am Spielfeldrand steht als Abschluss eine imposante hohe Mauer. Schon gab es die ersten Nachfragen ob das wirklich so hoch sein soll. Das wurde seinerzeit auch im Alemannia Fan-Forum diskutiert als ein anderer Baustellen-Besucher davon berichtete. Die Befürchtungen wurden gedämpft, denn die Höhe vom ersten Sitzplatz bis zum stehenden Spieler auf dem Platz soll 1,80m betragen – quasi Kopfhöhe. Bis zum ersten Mundloch durften wir dann die Nordtribüne besteigen, aber nicht höher. Julian hatte bei einer der letzten Baustellenführungen einen “Anpfiff” vom Polier abgeholt als er mit seiner Gruppe bis fast ganz oben gegangen ist. Da die Tribünenplatten noch nicht richtig fest verankert sind im oberen Bereich, ist es zu gefährlich für einen Ausflug dorthin. So wanderten Manni und ich etwas auf der Tribüne entlang und schon gab es den nächsten “Anpfiff” für Julian. Der Ober-Sheriff, auch Baustellenleiter genannt, ermahnte Julian bei seiner Rückkehr das die Gruppe zusammenbleiben soll und nicht auf der Tribüne herumwandert wird. So ein Spielverderber! Auf die Frage nach dem Rasen, der zukünftig den neuen Tivoli zieren soll, hörte man erstaunliches. So erzählte Julian das man darüber nachdenkt den alten Rasen vom Tivoli, der ja in einem tadellosen Zustand ist, umzubetten ins neue Stadion! Wir wir ja Wissen wurde dann doch ein neuer Rasen im neuen Tivoli verlegt.
 

 
Auf der Osttribüne wuchsen die ersten Innenräume, und wie wir erfuhren sollten das alles Toiletten werden. Alemannia reagierte damit auf dem Wunsch vieler Fans das ausreichend Toiletten vorhanden sein sollten und nicht wie jetzt auf dem alten Tivoli. Meine Antwort damals war
 

“Wir haben also zukünftig das schönste, modernste und steilste Stadion und nebenbei sind wir das einzige Stadion das quasi jedem Fan seine eigene Toilette bietet”.

 
In der Mitte der Osttribüne war die Pfählmaschine bei ihrer Arbeit und wir kamen so nah wie nie zuvor an ihr heran. Wir beobachten unter heftigsten Erschütterungen wie ein großer Betonpfeiler in die Erde verschwand. Diese dienten später den Dachstützen, deren Stahlseile dort verankert würden. Weiter erklärte uns Julian das es einen komplett geschlossen Betonring rund um das Stadion gibt. Das musste man machen da das Gebiet rund um den Sportpark Soers ein Erdbebengebiet ist. Und falls es mal wackeln sollte wird der geschlossene Betonring die Schwingungen abdämpfen die dann auf das Stadion wirken würden. Hätte man das Stadion auf der anderen Seite der Krefelder Straße gebaut, also dort wo sich bspw. das Möbelhaus Porta befindet, wäre dies nicht erforderlich gewesen. Dann war aber wirklich Schluss mit der Baustellenführung und es ging zurück zum Fanzelt wo man den Baustellenhelm wieder abgeben konnte.

 


 
Am 13. November 2008 ließ die Alemannia die Katze aus dem Sack. Vier Top-Sponsoren werden ihr Geld auch im neuen Stadion stecken und hatten sich die Namensrechte der vier Tribünen gesichert. So wird die Haupttribüne (Westtribüne) den Namen “Sparkassen Tribüne” der Sparkasse Aachen zieren. Vom alten Tivoli zum neuen. Den Namen der Osttribüne hatte sich damals der Alemannias Hauptsponsor Aachener-Münchener gesichert. Die Bitburger Brauerei, erst seit einem halben Jahr Sponsor der Alemannia, hat sich den Namen Bitburger Fankurve gesichert, der zukünftigen Südtribüne. Zu guter letzt bekam die Nordtribüne den Namen Tabac Original Tribüne, vom Stolberger Unternehmen Murer & Wirtz.
Über die Laufzeit der Namensrechte an den Tribünen machte Alemannia Geschäftsführer Frithjof Kraemer keine Angaben. Es sind schon einige Jahre lautete die Antwort. Zufrieden kann man sein das gleich lokale Sponsoren den neuen Tivoli beherbergen werden und so den Namen des Stadions sichern. Vorerst zumindest. Wie viel Geld die vier Sponsoren gezahlt haben für den jeweiligen Namen blieb natürlich ein Geheimnis. Zusätzlich zu den Namensrechten werden auf den jeweiligen Tribünen auch die Namenszüge über den Mundlöchern zu sehen sein, ebenso auf den Tickets, den Preisschildern und auf den Wegeleitsystem. Beide Seiten sollen von dem Deal profitieren.
 

 
Mitte November war die Nordtribüne fast fertiggestellt. Die Tribünenplatten wurden alle verlegt, die Abschlusswände im oberen Bereich montiert. Der Übergang zur Osttribüne ist ebenfalls schon mit den Tribünenplatten ausgestattet. Auf der Rückseite der Osttribüne schreiten die Arbeiten schnell voran. Die Gebäudetrackte, die nun erstellt werden, erstrecken sich fast auf die komplette Länge. Auf der Tribüne selber sind auch die ersten Tribünenplatten verlegt worden. Im Südbereich wurden die ersten Tribünenaufleger gegossen so das es auch hier bald ans Werk geht mit dem Aufstellen der weiteren Tribünensäulen und Zahnbalken. Auf der Westtribüne sind im unteren Bereich auch die ersten Tribünenplatten verlegt worden. Dahinter erstreckt sich nun der Aufbau der ersten Etage auf der gesamten Länge der Tribüne. Die Mulden an den beiden Seiten sind vorbereitet um den Übergang zur Süd- und Nordtribüne zu vollenden. Im hinteren Bereich des Stadions sind die Fundamente des Parkhauses teils schon ausgegossen mit Beton. Die Gründungsarbeiten sind fast vollendet so dass das Parkhaus die nötige Stabilität erhält.

 

 
 

 

 
 
Hier geht es zur siebten Rückblende des Tivoli Stadionneubau – Aufstellen der Tribünenaufleger:
 

Wisst ihr noch? Stadionneubau Tivoli – Aufstellen der Tribünenaufleger


 
 
 
 

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