Vorfreude auf den Klassiker – ATSV vs. RWE

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In etwas mehr als 15 Stunden ist es soweit. Die Regionalliga West startet aus der Winterpause zurück in die Rückrunde. Und direkt zum Auftakt treffen die beiden Traditionsvereine Alemannia Aachen und Rot Weiß Essen aufeinander. Der Tabellenerste trifft auf den Tabellenzweiten, oder war´s doch umgekehrt? Nach dem Dopingvorfall beim RWE Spieler Soukou zog der Verband den Rot Weißen einen Punkt ab. Damit lägen sie einen Punkt hinter der Alemannia. Oder doch nicht? Rechtskräftig ist das Urteil noch nicht. Und eigentlich ist es auch egal. Beide Teams stehen am 20. Spieltag punktgleich oben. Wer fragt da schon groß nach dem Tabellenplatz? Der Tivoli ist mit 30.313 Zuschauern restlos ausverkauft, aus Essen werden über 5.000 Fans erwartet. Aachen im Außnahmezustand, alle Maßnahmen ähneln den eines Bundesligaspiels. Der WDR überträgt das Spiel live ab 14 Uhr und in Farbe.

 

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Es ist wieder schick geworden sich als Alemannia Fan zu zeigen. Blickt man so im Freundes- und Bekanntenkreis sich um, oder auch auf der Arbeit, ist die Alemannia plötzlich wieder in aller Munde. Das Top-Spiel der Regionalliga West faziniert wieder die Fans, die zwischen dem Abstieg aus der zweiten Liga und der Alemannia Insolvenz verloren gegangen sind. Nun sind sie wieder da, und der Verein hätte bedeutend mehr als 30.313 Karten verkaufen können. Unschuldig ist der Konkurrent aus Essen daran nicht. Schon immer war das Traditionsduell ein Spiel für sich. Selbst in meiner Familie war das früher ein Sonntagnachmittags Highlight. Leider war ich damals zu klein um zu verstehen um was es ging. Der Vater und Schwager eingefleischte Alemannia Fans, der Opa und der Onkel eingefleischte RWE Fans. Wenn beide Vereine aufeinander trafen war es um den Sonntag schlecht bestellt in der Familie. Da wurde diskutiert und gestritten und der Familienfrieden stand auf wackeligen Füßen. Das ging soweit bis kurz vor dem Rauswurf des Onkels. Irgendwann beruhigten sich die Gemüter am Kaffeetisch, spätestens wenn im Rückspiel dann wieder “klar Schiff” gemacht werden sollte.

 

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Auch ein Alemannia Urgestein, Alemannia Keeper Helmut Schiffer, konnte von 1953 bis 1961 von Spiel zu Spiel erleben was es bedeutet wenn die beiden Traditionsmannschaften aufeinander trafen. Kampf, Leidenschaft und Herzblut. Knappe Spiele waren es meistens, und Randale gab es unter den Fans auch nicht. Helmut Schiffer erinnnert sich das man ihn nach dem Spiel vom Platz getragen hat – egal ob Freund oder Feind und selbst in Essen war dies der Fall. Heute müssen hingegen die Spieler einen gemeinsamen Appell an die Fans richten das man friedlich bleiben soll. Es betrifft eh auf beiden Seiten nur ein paar wenige die aber eine ganze Mehrheit in Verruf bringen können. Selbst im Internet erlebt man das, die verbale Lust den jeweiligen anderen zu provozieren. Aber auch hier gibt es wieder die normalen Fans die untereinander prima auskommen trotz der üblichen Frotzeleien. Dabei sind sich beide Vereine ähnlicher als man zugeben will. Tradition, Leidenschaft, eine große Fanschar, und ein Stadion das einem Hexenkessel gleicht. Beide Vereine hatten ihre Skandale und Skandälchen, beide Vereine gingen den bitteren Gang durch die Insolvenz. Während der RWE einige Jahre brauchte um sich wieder zu mausern ging das bei uns Alemannen dann doch etwas schneller. Wollte man diese Saison in der oberen Region ein bisschen mitspielen nach der “letztjährigen Schweinesaison” ist man nun zum “Mitfavoriten” aufgestiegen. RWE hingegen hat diese Saison das Ziel Aufstieg ausgegeben und seinen Kader entsprechend zusammengestellt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten scheint der Plan nun aufzugehen. Wenn da nicht die Alemannia wäre, und nebenbei auch noch ein bisschen die Gladbacher Fohlen und Kölner Viktoria.

 

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Das gute ist, egal wer morgen verlieren wird, der Aufstieg wird nicht entschieden. Zu verlieren gibt es nichts außer vielleicht die (Fan)Ehre. Man stelle sich vor das Spiel würde am letzen Spieltag stattfinden…nein das stelle ich mir lieber doch nicht vor. Die beste Heimmannschaft trifft auf das beste Auswärtsteam, die beste Abwehr auf den besten Sturm. Ein Fussball-Leckerbissen, wo manch der ein oder andere Profiverein aus der zweiten und ersten Liga neidisch nach Aachen blicken wird. Der Zuschauer Ligarekord von Konkurrent Rot Weiß Essen wurde gebrochen, und auch deutschlandweit wurde der Rekord in der Regionalliga eingestellt. Diesen hielt bis vor kurzem noch das Spiel aus dem Jahr 2012 von 1. FC Lok Leipzig gegen Redbull Leipzig in der Regionalliga Nordost, als 24.795 Zuschauer das damalige Stadtderby sahen. Alles schön, alles nett zu lesen. Aber je näher der Anpfiff rückt, desto uninteressanter werden die Rekorde und Statistiken. Es heißt für viele von uns früh aufstehen, dick einpacken in den Fanklamotten, Stimme ölen und dann ab Richtung Stadion. Dann geht es 90 Minuten zur Sache auf und neben dem Platz, alles wird reingepackt um drei Punkte zu holen. Die Spieler sind heiß wie Frittenfett, wir Fans wahrscheinlich noch ein Ticken mehr. Das große Aufgebot der Polizei will die Fans trennen auf dem Weg zum Stadion. Ob das gelingt? Mit dem ein oder anderen Essener würd ich schon ein Bierchen trinken. Aber vor dem Spiel….:-)

 

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Achja, die ganze Woche über hat der Lokalsender Antenne AC in seinem Programm die Alemannia als Schwerpunkt gehabt. Zu gewinnen gab es über die ganze Woche auch immer wieder was, angefangen von Alemannia Tassen mit Unterschrift von Co-Trainer Reiner Plaßhenrich über VIP Tickets auf der Haupttribüne bis ganz normale Tickets und wieder Tassen (diesmal von Co-Trainer Reiner Plaßhenrich und Dominik Ernst unterschrieben). Und ja, eine Tasse darf ich mein eigen nennen. Glück muss man haben! Nun fehlen nur noch drei Punkte am Samstag…es kribbelt!
 
Mein Tipp? Das könnte mir gefallen :-)
 
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