Trotz Lockdown – Die Regionalliga West spielt weiter


 
 
Am letzten Wochenende ging der 12. Spieltag der Regionalliga West noch über die Bühne, dann erfolgte der Abpfiff bis – ja bis wann? Denn zuvor hatten Bund und die Länder beschlossen zur Eindämmung der stetig ansteigenden Coronafallzahlen einen neuen Lockdown auszurufen der das öffentliche Leben und Kontakte weiter einschränken würde. Der Inzidenz-Wert lag zuletzt bei über 18.000 bundesweit. Während die ersten drei Profiligen laut Beschluss weiter Spielen dürfen, allerdings ohne Zuschauer, war für den Amateursport klar das diese bis Ende November erst einmal pausieren müssten.
 
Am vergangenen Mittwoch gab die NRW-Landesregierung die neue NRW Coronoaschutz-Verordnung bekannt, dennoch blieben in Teilbereichen zunächst Fragen offen. Da wir uns hier auf einer Sport/Fußballseite befinden, schauen wir uns die neue Maßnahme genauer an. Im Wortlaut heißt diese wie folgt:
 

Der Amateursportbetrieb wird eingestellt, Vereine dürfen also nicht mehr trainieren. Individualsport, also etwa alleine oder zu zweit joggen gehen, ist weiter erlaubt. Profisport wie die Fußball-Bundesliga ist nur ohne Zuschauer zugelassen.  

 
Die entscheidende Frage war – zählt die Regionalliga West zum Amateursport und muss damit pausieren oder gehört sie doch eher aufgrund der Traditionsvereine mit bundesligatauglichen Stadien und Trainingszeiten zum Profisport? So argumentieren es bislang vergeblich die verschiedenen Landesfußballverbände aus der Regionalliga. Dabei ist die Regionalliga eigentlich, so erscheint es jedenfalls, weit weg vom Profisport. Weder vom finanziellen Aspekt her aus TV Geldern noch durch die regelmäßigen Coronatests bei den Spielern. All dies widerspricht erst einmal einer Einstufung als Profisportverein. Der für uns zuständige Westdeutsche Fußball Verband (WDFV) konnte zwei Tage lang der NRW Staatskanzlei keine Antwort dazu entlocken. Denn nur diese könnte Aufschluss darüber geben da sie in unserem Bundesland NRW zuständig ist die Beschlüsse der Länderchefs in eine neue Coronaschutz-Verordnung zu verpacken. Doch auch dort herrschte zwei Tage lang nur Achselzucken. Die Entscheidung darüber sollte am Montag fallen, ehe der WDFV mit den Vertretern der Regionalliga West Vereine um 14 Uhr virtuell konferieren würde.
 

 
Zuvor hatte bereits der Fußballverband Mittelrhein (FVM) die Unterbrechung der Ligen unterhalb der Regionalliga West angeordnet, da sie definitiv unter dem Amateursport fallen. Das betrifft nicht nur die Spiele der Meisterschaften sondern auch alle Freundschaftsspiele und Pokalspiele. Der aus unserer Sicht wichtige Bitburger Pokal wird somit ebenfalls verschoben. Ebenfalls stellten bereits die Regionalligen Nord und Nordost am Wochenende klar das sie die laufende Saison bis Ende November unterbrechen werden. Auch die Regionalliga Bayern und Südwest tendieren dazu hin, vorsorglich hat die Südwest Gruppe bereits den kommenden Spieltag abgesagt.
 

Grundlage der Bewertung ist, dass in der Regionalliga West Menschen beschäftigt sind, die ihren Lebensunterhalt überwiegend durch Fußball bestreiten

Manfred Schnieders, Vorsitzender des WDFV-Fußballausschusses

 
Heute Nachmittag um kurz nach 14 Uhr gab es dann die Entscheidung! Die Regionalliga West wird weiter wie geplant fortgeführt. Dies ergaben zahlreiche Gespräche zwischen dem Verband, der NRW-Staatskanzlei und den Vereinen in den letzten Tagen. Grund für die positive Entscheidung war das eine berufsmäßige Sportausübung gewährleistet ist, gemäß §9 Abs.3 der Corona-Schutzverordnung vom 30.10.2020 und demnach das der Faktor des überwiegenden Profifussballs erfüllt wird. Die Staatskanzlei des Landes NRW fällte die Entscheidung im Sinne der Fortführung in Verbindung mit dem Westdeutschen Fußballverband. Demnach wird nicht nur der Trainingsbetrieb, sondern auch der Spielbetrieb aufrecht erhalten. Im Gegensatz zu den ersten Profiligen werden die Regionalliga Mannschaften sich nicht regelmäßigen Covid19-Tests unterziehen müssen. Bis vorerst zum 30.11.2020 finden die Spiele und das Training der Alemannia unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Um die finanziellen Verluste der Vereine zu minimieren soll ein NRW-Hilfsfond in Höhe von 15 Mio Euro dienen.
 
Mit diesem Hilfsfonds soll verhindert werden das die Vereine durch die fehlenden Einnahmen aus Zuschauer und Sponsoring derart in Schieflache geraten dass das Insolvenzschwert über sie kreist. Die Referenzgröße für die Zuteilung des Hilfsfonds werden die  Zuschauereinnahmen aus dem letzten Jahr sein. Der jeweilige Zuschuss soll maximal 60 Prozent des Netto-Einnahmeausfalls betragen, gedeckelt bei 800.000 Euro. Dem entgegenwirken sollen auch die möglichen Regressforderungen, die auf Alemannia und den anderen Klubs zukommen könnte. Es wurden Dauerkarten und Sponsorenpakete verkauft, deren Leistung wahrscheinlich nicht 100% umsetzbar sein werden.
 
Die Regionalliga West ist bis jetzt die einzige Liga die unterhalb der drei Profiligen weiterspielen darf, die Entscheidungen der Regionalliga Südwest und Regionalliga Bayern werden ebenfalls zeitnah erwartet. Wer hätte das gedacht? Bereits am Mittwoch, 4. November 2020, geht es mit dem 13. Spieltag weiter. Dann spielt die Alemannia auf dem heimischen Tivoli gegen den VfB Homberg. Anpfiff ist um 19:30 Uhr.
 
Zum Schluss noch der Appell: 
Verzichtet so weit es euch möglich ist auf Regressforderungen gegenüber der Alemannia! Wir müssen weiterhin zusammenhalten und dafür sorgen das der Verein halbwegs unbeschadet durchkommt, denn niemand weiß aktuell wie es definitiv weiter gehen wird trotz des heutigen Beschlusses. Sicher ist, das Coronavirus wird unser aller Leben und Handeln weiter bestimmen, und das auch über 2021 hinaus. Deshalb achtet auf euch, haltet Abstand, zieht die Maske auf und achtet auf dem Hygieneschutz – mehr können wir nicht machen. Aber es ist ein kleiner Beitrag das es anderen und einem selbst nicht schlechter geht.
 
In diesem Sinne – nur der TSV!
 
 
 
Aktuelle NRW-Coronaschutzverordnung vom 2. November 2020
 
 
 
 

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