Die Alemannia setzte heute Geschäftsführer Martin Bader mit sofortiger Wirkung vor die Tür. Kam es überraschend? Nicht mehr wirklich. Was überrascht ist die offizielle Formulierung “aus wichtigem Grund”. Erklärt wird es mit der unterschiedlichen Auffassung der strategischen Ausrichtung des Vereins. Wobei der zur Zeit – gemäß Zustand und Tabellenplatz der Alemannia – auf die Mittelrheinliga ausgerichtet ist.
 
Was war man damals froh als am 01. März 2021 mit Martin Bader ein Profi für den sportlichen Bereich präsentiert wurde, der auch noch gleichzeitig den kaufmännischen Bereich übernahm. Der Herr über Zahlen mit einem dicken Notizbuch wo garantiert Spieler drin stehen die Alemannia zukünftig nach vorne bringen würden. Ok, schon bei seiner Vorstellung gab es die ersten Skeptiker die den Untergang bereits an der Personalie festmachten. Auf vielen Wegen gescheitert, das entsprechende Fanlager mit Warnungen Richtung Alemannia Anhang. Nunja. Mit der Verpflichtung von Patrick Helmes kam ebenfalls ein Profi als Trainer zum Tivoli, wenn auch noch recht unerfahren. Aber seine Art und Weise überzeugte, so das es was großes werden könnte mit Martin und Patrick. Der schwere Weg der Konsolidierung, nachdem man intern und in der Mannschaft alles auf links gedreht hatte, sollte nun der Start mit einer jungen hungrigen Mannschaft erfolgen. Was hat man uns nicht alles erzählt, und ja die Verpflichtungen von jungen Talenten und erfahrenen Spieler beeindruckten Anfangs. Ein guter Mix entstand mit dem man sicher in der Tabellenmitte landen würde.
 
Mit Ende der Hinrunde und einen direkten Abstiegsplatz wissen wir nun das dieser Weg krachend gescheitert ist. Statt auf zu neuen Ufern bangt der Verein nun um die nackte Existenz. Nachdem man uns lange mit der Geduld für die Mannschaft abgespeist hatte, machte der neue Alemannia Aufsichtsrat Nägel mit Köpfe. Zuerst wurde Patrick Helmes, trotz Widerspruch von Martin Bader, seiner Aufgaben entbunden. Schon da war klar das die Personalie Martin Bader nicht mehr lange am Tivoli sein würde, spätestens als mit Fuat Kilic ein neuer Trainer vom Aufsichtsrat präsentiert wurde. Zudem war sein Standing innerhalb der Fanlager auf nahezu null, denn er hatte schließlich den Kader mit zu Verantworten. Wobei man fairerweise sagen muss das sich niemand vorher vorstellen konnte das ausgerechnet die erfahrenen Profis im Kader sich so lange und konstant desolat präsentieren würden. Am Ende der Hinrunde ist klar, der Kader hat augenblicklich nicht die Qualität um die Regionalliga zu halten. Nun ist man bemüht neue Leute zum Tivoli zu bewegen. Mit Marcel Heller, Selim Gündüz und Torgul Erat sind schon drei Spieler in der Warteschleife am kreisen. Aber hier muss man sich Fragen ob uns die wirklich helfen können? Alle drei sind mehr oder minder seit über einem halben nicht mehr auf dem Rasen gewesen, heißt keinerlei Spiel- und Wettkampfpraxis. Also genau jene Spielertypen die wir vormals im Sommer geholt haben. Ich bin ehrlich, seit der miserablen Hinrunde bin ich zwar weiterhin optimistisch aber was die Spieler angeht eher vorsichtig. Da passen dann auch so Gerüchte wie Nils Winter und andere Rückkehrer nur schwer ins Bild.
 
Wie geht es weiter mit der Alemannia? Eine Frage die man gefühlt jedes Jahr am Tivoli gestellt bekommt. Nun müssen nicht nur neue Spieler her, die zusammen mit den anderen Spielern den Absturz des Vereins in die Mittelrheinliga verhindern müssen, sondern auch ein neuer kaufmännischer Geschäftsführer der die Finanzen nun ordnen muss. Ob wir uns wieder einen sportlichen Geschäftsführer leisten oder Fuat Kilic zusätzlich diese Aufgabe übernimmt wie seinerzeit am Tivoli? Man muss sich allerdings auch Fragen wie die zukünftige Kompetenzverteilung am Tivoli geregelt ist, denn das der Aufsichtsrat massiv in das operative Geschäft eingreift gefällt nicht jedem und ist zudem auf Dauer gefährlich. Natürlich, alle die es mit der Alemannia gut meinen und in Amt und Würden sind wollen nur das allerbeste für die Alemannia. Das steht außer Frage. Nur wie man das zusammen schafft muss sich jetzt beweisen. Nie war die Krise größer als jetzt, nie war der Verein so gefährdet in der Existenz. Man kann allen nur eine glückliche Hand wünschen das jetzt die richtigen Entscheidungen getroffen werden und die Alemannia am Ende der Saison in der Regionalliga West verbleibt. Bislang hat die Saison uns neben Corona viele Punkte, Vertrauen und Fans gekostet. Der Point of no Return ist noch entfernt, aber spätestens am 01.01.2022 muss es was handfestes am Tivoli geben das alle an einem Strang und in einer Richtung ziehen. Im Interesse aller und des Vereins, der morgen stolze 121 Jahre wird. Hoffentlich nicht der letzte Geburtstag eines Traditionsverein, der sich anmaßt seine eigene Beerdigung zu organisieren! Und hoffentlich kehrt einmal Ruhe ein, und das länger als 6 Monate. Das wäre ein persönlicher Weihnachtswunsch. In diesem Sinne, nur der TSV!
 
 
 
 

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