Stadtderby im Bitburger Pokal

 

Die erste Runde im FVM Bitburger Pokal hatte direkt ein Stadtderby parat. Als letzte Partie wurde aus der Lostrommel Titelverteidiger Alemannia Aachen, aus der Regionalliga West, gegen den Bezirksligisten DJK Rasensport Brand gezogen. Riesenjubel im Aachener Stadtteil Brand, und nicht unzufriedene Gesichter an der Krefelder Straße im Tivoli. Denn eine Weite reise würde es diesmal zumindest nicht geben. Als Titelverteidiger ist der Auftrag klar, der Pokal muss verteidigt werden um sich abermals für die erste Runde im DFB-Pokal zu qualifizieren. Das dieses Unternehmen gelingt ist durch überraschende Ergebnisse der anderen Erstrundenpartien enorm gestiegen. Der haushohe Favorit aus der 3. Liga Viktoria Köln scheiterte beim Mittelrheinligisten FC Hennef 05 mit 1:0. Und auch Fortuna Köln, immerhin letztjähriger Finalgegner der Alemannia, musste beim Mittelrheinligisten FC Pesch eine 2:0 Niederlage einstecken und verabschiedete sich ebenfalls aus dem Pokalwettbewerb. Zwischenzeitlich wurde die bereits die zweite Pokalrunde ausgelost, die am 23. November 2019 stattfinden wird. Dort trifft u.a der Sieger des Aachener Stadtderbys auf dem Regionalligisten SV Bergisch Gladbach 09.
 

Dieses Spiel wird keiner von uns jemals vergessen. Wir wollen diese einmalige Atmosphäre aufsaugen

Trainer Daniel Formberg (DJK Rasensport Brand)

 
Aber zurück zum Stadtderby bzw. zum größten Spiel in der Vereinsgeschichte von Raspo Brand. Für den Bitburger Pokal hatten sich der Bezirksligist zum ersten mal in ihrer 115-jährigen Geschichte qualifiziert. Durch den 2:0-Sieg im Bitburger Kreispokal gegen Mittelrheinligist SV Breing Ende September konnte Raspo Brand das Ticket für den FVM-Pokal lösen. Im anschließenden Finale gegen den Landesligisten SV Rott unterlag man jedoch deutlich mit 0:5, aber die Freude überwiegte trotzdem mit dem Einzug im Bitburger Pokal. Mit der Pokalauslosung war ganz Brand in kollektiven Jubel ausgebrochen.

 

 

Schnell war aber klar dass das Pokalspiel gegen Alemannia Aachen nicht auf dem heimischen Sportplatz Wolferskaul (KLINKENBERG & KLOUBERT ARENA) stattfinden konnte. Der Platz würde zwar annähend 3.000 Zuschauer fassen, aber die Auflagen, die so ein Spiel mitbringen, ließen es sicherheitsbedingt nicht zu. Und so spielt man nun im Tivoli und empfängt die Alemannia auswärts zu Hause bzw. die dort heimische Alemannia spielt ebenfalls auswärts zu Hause. Über 500 Brander Fans wurden mittels Shuttlebusse zum Tivoli befördert, der ausgewiesene Block W3 ausverkauft. Ein bisschen Statistik und wie krass die Unterschiede beider Aachener Mannschaften sind hat die Aachener Zeitung herausgearbeitet.

 

Wir müssen egal gegen welchen Gegner mit 100 % Ernsthaftigkeit und Leidenschaft an die Sache rangehen

Alemannia Trainer Fuat Kilic

 
Auch wenn die Alemannia nicht reisen muss, eine Umstellung für die Fans stellte das Spiel dennoch dar. Die Stehplatztribüne blieb geschlossen, es war ausschließlich die Hauptribüne (Westtribüne) geöffnet in den Blöcken W1, W2, B1 und B2. Wer aber mal in den Genuß kommen wollte exklusiv bei einem Spiel in einem Ledersessel auf der Hauptribüne sitzen zu wollen, konnte sich diesen Traum für 15 Euro erfüllen. Da konnte man nicht Nein sagen. Für die Mannschaft hingegen bedeutet es gegen den hoch motivierten Bezirksligisten aus Brand keinerlei Hoffnungen aufkeimen zu lassen das man nicht mit dem nötigen Ernst an die Sache herangeht. Hießen die Gegner unter der englischen Woche noch SC Verl, Borussia Dortmund II und Borussia M´gladbach II, gilt es jetzt diese Konzentration hoch zu halten. Für dieses Spiel kamen dann auch erst einmal vorzugsweise Spieler in die Startelf die bislang kaum Einsatzminuten zu verzeichnen hatten. So feierte im Tor Neuzugang André Krul sein Debüt, ebenso wie Neuzugang Jonathan Benteke der im Sturmzentrum sein erstes Spiel von Anfang an machte. Und der vor einigen Tagen suspendierte Manuel Glowacz bekam ebenfalls die Chance sich zu zeigen.

 

 

Aber nun zum Spiel. Der Gast aus dem Aachener Stadtteil Brand hatte vom Papier her keine Chance, aber er wollte sie nutzen. Es sollte solange wie möglich die “0” gehalten werden. Welche Chancen sollten man sich auch ausrechnen angesichts des krassen Unterschiedes beider Mannschaften. Hier der Freizeitverein der dreimal die Woche trainiert wenn die Spieler von der Arbeit kommen, dort die Alemannia im Vollprofitium wo man bis zu zweimal täglich trainiert. Aber auch Alemannia war gewarnt, denn ein Schicksal wie das gestrige Ausscheiden der Top-Favoriten aus Köln wollte man vermeiden und den Bezirksligisten keinesfalls unterschätzen Im Hinterkopf war da immer noch die Pokalschmach vor sechs Jahren mit dem Pokalaus in der ersten Runde beim damaligen Bezirksligisten FC Ende-Hahn (2:1). Dennoch bot Coach Fuat Kilic die zweite Garde auf, es sollten die Spieler mit den bislang wenigstens Einsatzzeiten ihre Chance bekommen.

 
DJK Rasensport Brand: Krupp – Vohl, Hesse, Pietsch, Obradovic, Mioska – Pomp, Wermeester, Bartels-Lenting – Staritz, Del. Arigbe
Trainer: Daniel Formberg
 
Alemannia Aachen: Krul – Özkan, Hackenberg, Salata, Baum – Pütz, Rakk – Glowacz, Arifi, Wallenborn – Benteke
Trainer: Fuat Kilic

 
 
Vor 2.600 Zuschauer begann der Gastgebende Verein Raspo Brand anders als gedacht ziemlich forsch gegen die Alemannia. Große Laufbereitschaft und frühes Stören auf dem ballführenden Spieler war angesagt. Und wenn die Alemannia im Ballbesitz war sollte die 5er Kette den Abwehrriegel bilden. Natürlich sah man schon in den ersten Minuten den Klassenunterschied in Sachen Robustheit, Schnelligkeit und Kurzpassspiel. Aber die Alemannia tat sich schwer und fand selten eine Lücke in die Spitze. Wenn sich die Gelegenheit ergab ging man allerdings schlampig damit um. Nach einer halben Stunde war es weiterhin Höhepunktarm und die Brander hatten das Ziel erreicht, die “0” stand weiterhin. So sehr es Alemannia probierte, die wenigen Chancen gingen daneben, wurden geblockt und dann wurde hintenrum gespielt. Bei einigen Brander sah man schon dass das intensive läuferische Spiel Spuren hinterließ. Alemannia hatte gefühlt 90% Ballbesitz, es ging zumeist in eine Richtung. So dauerte es tatsächlich bis zur 39. Minute ehe endlich das Tor fiel, und das mit Unterstützung von Raspo Brand. Eine Flanke von Manuel Glowacz wurde per Kopf zur Bogenlampe über den eigenen Torwart verlängert, am langen Pfosten setzte sich Patrick Salata durch und köpfte aus kurzer Distanz zum 0:1 ein. Nun war es doch passiert. Und Alemannia legte nach.

 

Eine Hereingabe von Glowacz köpfte ein Brander per Bogenlampe über den eigenen Torwart hinweg, Salata stand am langen Pfosten goldrichtig und drückte das Leder aus kurzer Distanz über die Linie – 0:1 (39.). Der Bann war gebrochen und nur drei Minuten später legte die Alemannia nach. Nach einer Ecke brachte André Wallendorn den Ball in sechzehner wo Alemannia Stürmer Jonathan Benteke sich um seinen Gegenspieler wickelte und den Ball wuchtig rechts unten ins Tor schoss – 0:2. So ging es auch in die Pause, wo die Spieler von Raspo Brand sich gegenseitig abklatschten. Bislang hatten sie das ganz gut gemacht gegen den Haushohen Favoriten. Alemannia hingegen war erleichtert das es doch noch zu zwei Toren in der ersten Halbzeit gereicht hat.
Nach dem Seitenwechsel ging es weiterhin nur in eine Richtung, auf das Brander Tor. Aber wie in der ersten Halbzeit waren die Aktionen nicht präzise genug, und so dauerte es bis 73. Minute als der zuvor eingewechselte Vincent Boesen eine Hereingabe direkt ins Tor versenke zum 0:3. Nun zollte der Gastgeber von Raspo Brand dem hohen Aufwand Tribut und die Beine wurden schwerer. Zehn Minuten später köpfte Jonathan Benteke nach einer Ecke zum 0:4 ein, den Schlusspunkt setzte wieder unser Neuzugang als er eine Hereingabe über die Linie drückte und zum 0:5 in der 85. Minute vollendete.

 

 

Alemannia zog unspektakulär in die zweite Runde des Bitburger Pokal ein und erwartet am 23. November 2019 Ligakonkurrent SV Bergisch Gladbach 09 am Tivoli. Mit Applaus wurde man dennoch vor eigenen Anhang verabschiedet, die Pflicht wurde trotz allem zur Genüge getan. Für Raspo Brand hingegen begann die Party und man feierte ausgiebig vor dem eigenen Anhang im W3 und W4. Das durfte man auch, denn man hatte sich hier bestens verkauft und wurde keineswegs abgeschossen. Und einmal vor so einer Kulisse spielen, in dem Stadion mit allem Schnick und Schnack, wird für alle Brander ein unvergessliches Erlebnis bleiben. Später ging es noch in der Vereinskneipe weiter, wenn schon denn schon.

 



 
Tore:
0:1 Salata (38.), 0:2 Benteke (42.), 0:3 Boesen (73.), 0:4 Benteke (83.), 0:5 Benteke (84.)
 

Eine 15 Minütigen Zusammenfassung könnt ihr hier im verlinkten YouTube Video sehen, wenn es euch gefällt lasst ein Like da :-)
 
 

 
 
 
 
Auslosung 2. Runde Bitburger Pokal:
Gespielt wird am 23. November 2019
 
SV Altenberg – FC Hennef 05
FC Union Schafhausen – FC Pesch
 
TuS Chlodwig Zülpich – BCV Glesch-Paffendorf
Blau Weiß Friesdorf – FC Wegberg-Beeck
 
SSV Merten – Viktoria Arnoldsweiler
Eintracht Hohekeppel – 1. FC Düren
 
Alemannia Aachen – SV Bergisch Gladbach 09
TSV Germania Windeck – SC Schlebusch
 
 
 
 

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