Sergio Pinto sagt ab – mit faden Beigeschmack

“Mich hätte die Aufgabe durchaus gereizt (Bild von Andre W.)”

 
Seit heute steht fest das Sergio Pinto kein neuer Sportdirektor am Aachener Tivoli wird. Als Kandidat mit den scheinbar besten Aussichten (neben Thomas Hengen und Markus Daun) sagte er nun vergrätzt dem Verein ab, und verlängert stattdessen seinen Vertrag bei der SpVgg Greuther Fürth. Was war passiert? Ein kurzer Rückblick.
 
Im Dezember 2019 gab es laut Sergio Pinto sehr gute Gespräche mit dem Aufsichtsratsmitglied Dr. Dirk Kall (den er noch aus gemeinsamen Düsseldorfer Zeiten kennt), Alemannia Präsident Dr. Martin Fröhlich und Alemannias sportlichen Berater Peter Hermann. Anfang Januar stellte er dann sein mündliches Konzept vor, ein paar Neuzugänge waren im Gespräch sowie ein neuer möglicher Logenmieter, der finanzielle Rahmen wurde abgesteckt. Alles schien gut, und es sollte auch für Sergio Pinto selbst eine Entscheidung bis zum 15. Januar 2020 fallen. Und am 15. Januar fiel keine Entscheidung, jedenfalls keine für Sergio positive. Denn niemand aus Aachen meldete sich, dafür aber sickerte durch wie despektierlich einige Aufsichtsratsmitglieder (namentlich tauchen hier Mike Schleiden und Thomas Gronen auf) hinter seinem Rücken diskutierten. “Sie haben immer wieder bei unterschiedlichen Gelegenheiten schlecht über mich geredet“, sagt ein enttäuschter Sergio Pinto. Dabei hätte er sich gerne Offenheit und Ehrlichkeit gewünscht im gemeinsamen Umgang. Bedenken oder gar Kritik hätte man persönlich besprechen können. Das erfolgte aber nicht. Zudem steht nun ein großer Vorwurf Richtung Mike Schleiden im Raum. “Er hat sich unglaublich respektlos nicht nur über mich, sondern auch über Peter Hermann geäußert“, so Pinto. Diesen Vorwurf kommentiert der betreffende Mike Schleiden wiederum so: “Der Eindruck von Sergio überrascht mich sehr. Es geht nicht um Sympatie, letztlich hat es für ihn aus inhaltlichen Gründen nicht gereicht“. Peter Hermann sagte zu den Vorwürfen nur kurz und knapp:” Mein Ansprechpartner ist Dirk Kall, und das funktioniert gut“.
 

Vielleicht hätte ich bei einer Abstimmung im Aufsichtsrat eine Mehrheit erhalten, aber das wäre keine Basis für eine vertrauensvolle Arbeit gewesen

 
Das es nicht gut funktioniert beweist wieder einmal das es diese Schlagzeile(n) nun gibt. Reagiert Sergio Pinto übertrieben, weil er sich bei der Wahl den anderen Kandidaten stellen musste und doch hinten dran lag? Immerhin entscheidet nicht nur einer sondern der gesamte Aufsichtrat. Haben auch die anderen Kandidaten vielleicht gute Gespräche gehabt und publizieren es (noch nicht) so offen? Oder gibt es bei der Alemannia wieder diese wiederkehrende persönlichen Eitelkeiten und Mauscheleien die man lange im Zaum halten konnte? Die Aachener Zeitung veröffentlichte gestern Abend zu Pintos Rückzieher einen Artikel dazu (https://www.aachener-zeitung.de/sport/fussball/alemannia-aachen/alemannia-aachen-sergio-pinto-wird-kein-sportdirektor-am-tivoli_aid-48665973), der nun 14 Stunden später nicht mehr aufrufbar ist bzw. im Netz zu finden ist. Hat man in dem Artikel vielleicht über das Ziel hinaus geschossen? Fühlte sich jemand auf dem Schlips getreten und forderte den Rückzug des Artikels? Alles wieder einmal sonderbar für Außenstehende, aber auch wenn man Online Artikel verschwinden lassen kann, Offline im Druck sind sie halt weiterhin da. Nun haben wir erstmal wieder ein nettes “Wintermärchen”, bis der neue Sportdirektor verkündet wird. Und das könnte ziemlich bald sein, wenn man dem Artikel der Aachener Zeitung glauben schenken darf. Dort heißt es das man in der Zwischenzeit einen Kandidaten gefunden hat von allgemeinen Wohlgefallen. Eine Einigung wird zeitnah angestrebt.
 
 
 
 

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