Saisonauftakt mit Niederlage


 
 
Beim ersten Heimspiel in der “Corona-Saison” war ich glücklicherweise einer der 300 Zuschauer die das Spiel gegen Borussia Dortmund II live im Stadion verfolgen durfte. Abends ganz spät, ich hatte schon die Hoffnung aufgegeben, kam der erlösende Anruf das ich mit dabei sein kann. Alle anderen konnten zumindest auf dem Alemannia-Livestream zurückgreifen, auch wenn das nur ein schwacher Trost gewesen ist, und so unsere schwarzgelben im ersten Spiel verfolgen. Insgesamt war die Zuschauerzahl an diesem Tag bei 4.800 (300 im Stadion und 4.500 im Livestream). Und was wir da sahen konnte sich durchaus sehen lassen. Aber dazu gleich mehr. 300 Zuschauer in einem 32.960 fassenden Tivoli Stadion sind ein Witz, aber in Coronazeiten leider bitterer ernst. Während in anderen Bundesländern von 700 – bis 4.500 Zuschauer ihre Spiele besuchen konnten, war es in Nordrhein Westfalen maximal auf 300 ausgelegt. Die Alemannia hat bereits ein bestehendes und abgesegnetes Hygienschutzkonzept das bis zu 6.000 Zuschauer zulassen würde – man ist also bereit für den Tag X wenn Herr Laschet und Co. grünes Licht geben und die Coronaschutzverordnung dieses erlaubt.
 

 

 
Die Anreise zum Tivoli erfolgte mit dem Auto, ganz Coronaschutzkonform aber bestimmt nicht Klimakonform. Aber das ist ein anderes Thema. Am Stadion angekommen musste man sein personalisiertes Ticket am Schalter unter Vorlage des Personalausweises abholen. Und schon ging es rein am Eingang Südost wo man wiederum das Ticket samt Personalausweis vorzeigen musste. Bevor man aber reinkam musste man die Mund-Nasen-Bedeckung anlegen, und zwar so lange wie man sich im Stadion aufhielt. Erst am personalisierten Sitzplatz angekommen durfte man ihn für die Dauer des Spiels wieder abnehmen. Nachdem der Eingang passiert war ging es rein Richtung den Aufgängen zu den Blöcken die geöffnet waren. Es war rund eine Stunde vor dem Anpfiff, und eigentlich trifft man hier unten im Stadionumlauf jede Menge Fans und hört sie auch im Stadion. Aber heute war es einfach nur ruhig, gespenstisch ruhig. Die Aufgänge zu den Blöcken waren gesperrt, einzig die die zu den 300 Sitzplätzen führten waren geöffnet. Hier gab es ein Einbahnstraßensystem, rauf ging man rechts und links wieder runter. So wurde eine gegeneinander gerichtete Begegnung verhindert. Viele Markierungen auf dem Boden wiesen die Laufwege aus, auch die zu den Toiletten. Um dorthin zu gelangen musste man einen schlangenförmigen Parcour absolvieren wie man ihn nur in Freizeitparks her kennt im Wartebereich. Auch der einzig geöffnete Kiosk unterhalb der Tribüne hatte solch ein System vorgegeben. Natürlich bin ich in alter Gewohnheit direkt an die Theke gelatscht statt den vorgeschriebenen Weg zu gehen! Ja, man muss sich dran gewöhnen und sich selbst disziplinieren. Zum Glück war ich alleine so das es nicht zu einer unkontrollierten Begegnung mit einem anderen Fan kam. Bis auf alkoholische Getränke und einem reduzierten Angebot an Speisen gab es zum Glück doch einiges zu erwerben für den Gaumen. Statt Bratwurst gab es eine Brühwurst in einem Pappkarton, bereits fertig verpackte Bretzel (das freute die Kinder) waren auch vorhanden. Statt Bier musste es dann diesmal eine Apfelschorle sein für mich. Und dann ging es rauf auf die Tribüne, die doch schon zahlreich besetzt war. Zwischen den zugewiesenen Sitzplätzen waren je drei Sitze Abstand, die Reihe davor und dahinter komplett gesperrt. Wo sonst schon Gesang und lautes Gemurmel zu hören war, weiterhin eine Stille die einem nicht gefallen kann.
 

 
Als die Mannschaft das Feld betrat brandete doch Applaus und ein kleiner Gesang auf – zu lange haben wir unsere Jungs nicht mehr gesehen! Bevor der Anpfiff ertönte hielt ein Fan noch lautstark hinter der Mund-Nasen-Bedeckung eine kleine Brandrede zum Thema “300 Zuschauer, Corona, Fußball und der Alemannia”. Mir kam es vor wie eine kleine Alemania Kaplan Ansprache, die irgendwie gut tat in dieser Situation. Und ja, auch 300 Fans konnten für Stimmung sorgen, wenn eben auch nur im kleinen Maße. War man noch vor zwei Wochen im Bitburger Pokalfinale bitter enttäuscht worden in Sachen Leistung und Einstellung, konnte man diesmal wirklich nicht meckern. Die Tivoli Kicker gingen aggressiv zu Werke, standen hoch und übten fleissig Pressing auf den Gegner aus. Das ging sogar so weit das bis zu drei Alemannen am Strafraum standen wenn der Torwart den Ball abspielen wollte – Klasse. Genau das was man sehen wollte und was auch vorher angekündigt war. So ging eine muntere erste Hälfte zu Ende wo der Favorit aus Dortmund, der schließlich ebenfalls hochgerüstet den Aufstieg anpeilt, eine ganz schwache Leistung darbot. Das die Alemannia mit dem kleinen Kader nicht 90 Minuten Volldampf gehen kann war nahe liegend. Und schon reichte wieder eine Unaufmerksamkeit aus das der Gast, der in der zweiten Halbzeit nun doch mehr tat, in Führung ging. Dennoch steckte die Alemannia nicht auf und versuchte weiterhin dem Spiel ihren Stempel aufzudrücken. Da gingen dann auch mal die Emotionen hoch, so als Kai Bösing ausgewechselt wurde. Wütend stampfte er vom Feld, schmiss den Trainingsanzug auf dem Platz und rammte sich den Sitz der Auswechselbank. Nur um ebenso schnell wieder aufzustehen und samit Trainingsjacke auf die Tribüne Platz zu nehmen und die Trainingsjacke nochmal auf dem Boden zu schlagen. Dann wuchtig in den Sitz gepresst und so bis zum Abpfiff verharrt. Hui, aber das zeigt das die Jungs dabei sind und vielleicht hier und da selbst nicht so ganz mit ihrer Leistung zufrieden waren. Auch der viel kritisierte Coach Stefan Vollmershausen, der im Pokalfinale noch total passiv an der Seitenlinie stand, tigerte diesmal in seiner Coachingzone umher mit lautstarken Anweisungen. Die beste Szene, und gleichzeitig die die hätte zum Ausgleich führen müssen, hatten dann Stipe Batarilo und Vincent Boesen für sich gepachtet. Nachdem Batarilo einem Dortmunder den Ball abluchste und auf Boesen in den Strafraum flankte, verhinderte nur eine sehr gute Parade des BVB-Keepers das 1:1. Und das wäre unter dem Strich auch absolut verdient gewesen. Aber es zählen halt nur die nackten Tore, und so blieb es beim 0:1 und einer Auftaktniederlage. Aber unsere Alemannia hatte sich besser verkauft als viele vorher gedacht und geunkt hatten. Wenn sie das 40 Spiele lang durchhält werden wir noch viel Spaß an unserer Alemannia haben, deren Ziel es sein muss irgendwie in dieser Saison durchzukommen. Und wenn erstmal wieder mehr als 300 Zuschauer zugelassen sind wird das auch gelingen. Da bin ich absolut sicher! Nach der Verabschiedung der Mannschaft mit Applaus musste die Mund-Nasen-Bedeckung wieder angezogen werden, und es ging im Einbahnweg hinaus aus dem Stadion. Meiner Meinung hat alles gut funktioniert, die anwesenden Fans waren diszipliniert und haben sich an den Vorgaben gehalten. Schön ist wenn dies auch bald für die anderen 5.700 Fans gelten kann. Hoffen wir das Landesregierung bald nachlegt und dies erlaubt.
In diesem Sinne – Nur der TSV ??
 

 
 
Hier die Höhepunkte des Spieles zusammengefasst:

Please accept YouTube cookies to play this video. By accepting you will be accessing content from YouTube, a service provided by an external third party.

YouTube privacy policy

If you accept this notice, your choice will be saved and the page will refresh.

 
 
 
 

Das könnte dich vielleicht auch interessieren:

Schreibe einen Kommentar

zwanzig − 4 =