Öcher verzällchen: Der Vertrag mit dem Teufel – die Dombausage

SagenLegendenHeader
  
Das Jahr 2014 wird für die Stadt Aachen und alle Öcher ein besonderes Jahr werden. Denn am 28. Januar 814 starb Karl der Große in Aachen und wurde in seiner Pfalz, genauer in der Pfalzkapelle (dem heutigen Oktogon) begraben. Am 28. Januar 2014 jähr sich der Sterbetag zum 1.200.
 
Karl der Groβe wählte Aachen zu seiner Lieblingsstadt, die Pfalz des “Rom des Nordens”. Nachdem bei seiner Kaiserkrönung des Jahres 800 durch Papst Leo III. das weströmische Reich auf die Franken übertragen worden war, wurde Aachen nach Rom das politische, kulturelle und religiöse Herzstück Europas. Die “Kaiserstadt” Aachen will im “Karlsjahr” 2014 mit drei großen Ausstellungen auf der ehemaligen Pfalzanlage, an dem mittelalterlichen Herrscher erinnern. Dies sind das Rathaus, der einstigen Krönungshalle, im Freiplatz zwischen Dom und Rathaus (Katschhof) und die Domschatzkammer. Am 19. Juni 2014 wird Bundespräsident Joachim Gauck als Schirmherr die Ausstellungen eröffnen.

 

Aus diesem Anlass möchte ich dem einen oder anderen unsere Heimatstadt Aachen ein wenig näher bringen, denn es gibt in Aachen schöne Ecken von historischer Bedeutung. Auch hier kommt Karl der Große immer wieder mal mit ins Spiel. Man merkt es selbst, wenn man mit dem Besuch durch Aachen läuft und die historischen Brunnen, Gebäude, Denkmäler und Flächen erklären will. Da ist selbst bei unserer Generation der “Öcher” doch noch etwas Nachholbedarf. Wissen wir genau Bescheid woran wir tagtäglich vorbeilaufen? Es macht durchaus Sinn die “eigene Haustür” mal zu erkunden, wie schön nicht nur unsere Stadt ist sondern was sich in der Historie so getan hat. Man sollte die Orte einmal selbst aufsuchen und mit den eigenen Augen sehen, das tun wir eh viel zu wenig. Lasst euch also mitnehmen auf einer kleinen Reise durch Aachens Geschichte, die heute beginnt und in regelmäßigen Abständen fortgeführt wird.

 

Heute mit:
 
DSC_2257 2
 
Um das Jahr 796 entstand unter der Federführung von Karl des Großen der größte Bau seiner Epoche in Aachen. Beginnend mit dem Zentralbau, der Kern der Pfalzanlage, sollte so durch spätere Anbauten der Aachener Dom entstehen. Karl´s Hauptsitz in Aachen sollte die größte und schönste Kirche werden, die die Welt je gesehen hat. Nur die geschicktesten und besten Handwerker sollten Hand anlegen an dem Bau des “Aachener Münsters”.  Selbstverständlich sollten auch nur die besten Materialien zum Bau der Pfalz verwendet werden. Karl der Große überwachte seinen Bau selbst, und motivierte höchstpersönlich die Arbeiter zur Höchstleistung. Doch ehe die Hälfte seines “Münsters” fertiggestellt war, zog Karl der Große in den Krieg gegen die Sachsen. So legte er die Bauaufsicht in den Händen des Aachener Stadrates, mit der Maßgabe das bei seiner Rückkehr der Bau des Aachener Münsters vollendet ist.

 

Wie Kriege es nun mal an sich haben kosten sie viel Geld und viele Ressourcen. Das bekam auch der Stadtrat zu spüren als das Geld immer knapper wurde und die Vollendung des Baus in Gefahr geriet. Man brauchte Geld, und man brauchte es schnell. Denn ohne Geld zogen die Arbeiter und Handwerker wieder ab von Aachens größter Baustelle. So trafen sich zur später Stunde die Stadtväter und berieten was zu tun sei. Die Köpfe rauchten ohne das brauchbare Lösungen in Sicht waren. Laut der Überlieferung soll dort der Satz “dann müssen wir uns das Geld beim Teufel persönlich borgen” gefallen sein. Auf einer der nächsten Ratsitzungen, die Stadtväter überlegten immer noch wie man zu Geld kommen konnte, trat plötzlich ein Herr im feinen Anzug in der Mitte des Saales auf. Glanz und Gloria umgab ihn und so sprach er zugleich das er die Nöte und Sorgen der Stadtväter bestens kannte.
 
P1140445

 

DSC_6677Ich habe einen Ausweg für eure misslichen Lage“, sagte der Herr. So erzählte er vor den Stadtvätern das er über genug Geldmittel verfüge und dies den Aachenern geben möchte, und nur eine bestimmte Gegenleistung einforderte. Soviel Edelmut kam den Stadtvätern komisch vor, und so verflog schnell die Freude im Gesicht und ließ das blanke Entsetzen walten. Denn man sah nun mit wem man verhandelte, mit dem Teufel höchst persönlich. Denn unter dem kostbaren Mantel erspähten sie den Pferdefuß. Ein unweigerliches Zeichen mit wem man es zu tun hatte. Welche Gegenleistung sollte erbracht werden? Der Teufel wandte sich den Stadtvätern zu und sagte im ruhigen Ton: “Die erste Seele, die den fertigen Dom betritt soll mein eigen sein“. Die Stadtväter nahmen das Angebot zwar an, ganz geheuer war ihnen dabei aber nicht. Denn welche arme Seele sollte man dem Teufel am Ende überlassen? Der erste Mensch der den fertigen Dom betreten würde zur Weihe war entweder der Bischof von Aachen oder schlimmer, Papst Leo III.

 

DSC_2173
 
Die Monate vergingen und Dank des Teufelsgelds wurde das Aachener Münster, der Dom zu Aachen, pünktlich fertiggestellt ehe Karl der Große siegreich aus Sachsen zurückkehrte. Feierlich sollte die Weihe des neuen Aachener Münsters durch Papst Leo III im Jahre 805 (am Dreikönigstag) durchgeführt werden, doch es gab da noch eine Gegenleistung zu erbringen seitens der Stadtväter. Man überlegte hin und her, suchte nach Möglichkeiten die Gegenleistung außer Vollzug zu setzen. Doch der “Vertrag” mit dem Teufel war eindeutig. Bis ein listiger und weiser Mönch schließlich die goldene Idee hatte. Wo stand geschrieben das es eine menschliche Seele sein sollte? Sofort machte man sich auf die Suche, und konnte in den Aachener Wäldern einen Wolf einfangen. Dieser sollte durch das Portal in den Dom geschickt werden.

 

DSC_2166 (1)
 
Pünktlich zur Weihe trieb man den Wolf durch die offenen Bronzetüren am Portal in den Dom, wo bereits der Teufel begierig wartete. Als der Teufel einen Schatten sah stürzte er sich sofort auf ihn und entriss ihm die Seele. Als der Teufel bemerkte das es keine menschliche Seele war, zürnte er vor Wut. Laut stampfend verließ er den Dom und schlug die schweren Bronzetüren mit einem lauten Knall hinter sich zu, so das in einer Türe ein tiefer Riss entstand. Dabei quetschte sich der Teufel auch noch seinen Daumen ab der im Türknauf steckenblieb. Er verfluchte die Aachener und schwor bitterliche Rache für diesen Verrat.

 

DSC_2172
 
Noch heute kann man den zu Eisen gewordenen Daumen des Teufels erfühlen, wenn man vorsichtig seinen Finger in einem der beiden goldenen Löwenköpfe am Eingangsportal des Domes hineinsteckt. Der Legende nach soll jenem, dem es gelingt den Daumen ganz herauszuziehen, mit einem golden Kleid des Domkapitels belohnt werden. Bis heute blieb dieser Versuch allerdings erfolglos. Ebenso blieb auch der Riss in der Bronzetüre, der alle Aachener noch heute ermahnt das der Teufel den Verrat noch nicht vergessen hat. In der Eingangshalle des heutigen Doms stehen zwei Bronzefiguren. Links ein Pinienzapfen der die Seele des Wolfes symbolisiert, auf der rechten Seite  der Wolf mit einem Loch in der Brust (da wo der Teufel ihm die Seele herauszog).

 

PicMonkey Collage2
 
Soweit zur Sage des Dombaus. Parallel dazu hat Tom per Video die Öcher und Besucher selbst gefragt, was sie denn von der Dombausage Wissen. Herausgekommen ist ein schönes Video was einen perfekten Abschluss zu der heutigen Sage bildet. Und falls ihr unsere Stadt einmal besucht oder gerade zufällig an dem Portal vorbeikommt, dann versucht aus dem Türknauf den Daumen des Teufels herauszuziehen. Vielleicht gelingt es euch….:-)
 
An dieser Stelle mein Dank an Tom, für das zur Verfügung gestellte Videomaterial und die vielen Schreiberlinge zur Öcher Sage des Dombaus.

Schreibe einen Kommentar

16 + elf =