Nachbetrachtung: Tabellenführung verloren – Punkt gewonnen

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Alemannia hat schon schlechtere Auswärtsauftritte gehabt. Aber in dieser jungen Saison war es wirklich kein Sahnetag unserer schwarzgelben. Dabei standen die Vorzeichen eigentlich alle auf Sieg. “Heimspiel” im großen RheinEnergieStadion, da im Kölner Franz-Kremer Stadion der Rasen getauscht wurde, und somit der “kleine” FC im großen Stadion spielen musste. Mehr als 2.500 Öcher reisten über die A4 ins knapp 64km entfernten Köln. Da die “erste” Mannschaft des FC am selbigen in Stuttgart ihre Bundesliga Partie startete, fanden nur 300 Kölner Fans den Weg ins Stadion. Schade, die Partie hätte eigentlich mehr verdient gehabt. Als man von der Autobahn in die Aachener Straße einbog sah man keine Polizei. Nanu? Auch auf den ausgewiesenen Parkplätzen keine Polizei zu sehen. Aber doch wenigstens am Stadion? Nein auch nicht. Niemand da von der Staatsmacht. Ob das gut gehen würde? Spätestens im Stadion stellte sich die Frage garnicht mehr, alles blieb friedlich. So muss das sein! Und hat man sie vermisst? Nein. Gute Entscheidung unseres NRW Innenministers die Polizeipräsenz zurückzufahren. Allerdings was uns missfiel war die Schnarchigkeit an der Würstchenbude. Sind die da in Köln immer so lahm oder war das nur wegen uns? Und dann die Auswahl! War ja gefühlt noch weniger als bei den Rot Weißen in Essen. Und unverschämt teuer waren die Getränke auch noch! 3,90 Euro für 0,4? Hallo? Aber gut, das kennt man ja aus Köln. Damals, vor nicht allzu langer Zeit als wir an gleicher Stelle 1:0 gewannen (Tor durch Marius Ebbers) sagte man uns “Topzuschlag auf die Getränke”. Alles klar! Und das in einem WM Stadion.
Aber da frag ich mich, wie werden unsere Gästefans am Tivoli eigentlich verköstigt? Bekommen die da auch nur Standard Wurst mit Brot oder Brötchen? Oder kriegen die auch ne ordentliche Pommes? Macht man da überhaupt Unterschiede zwischen Heim- und Gästefans? Ich werde versuchen darüber etwas herauszufinden.

 

2.500 Alemannen sorgten für Heimspiel Atmosphäre.
2.500 Alemannen sorgten für Heimspiel Atmosphäre.

 

Coach Peter Schubert hatte vor dem Spiel gewarnt, das man den kleinen FC (drei Spiele unbesiegt) nicht unterschätzen dürfte. So begann auch die Mannschaft die eine Woche zuvor gegen die Zweitvertretung aus Düsseldorf mit einem 3:0 überzeugte. Schon nach vier Minuten hielt man den Atem an, als André Wallenborn aus kurzer Distanz an Alemannia Keeper Löhe scheiterte. Zuvor konnte man schön mitansehen wie Wallenborn und Profi Leihgabe Bard Finne mit einem Doppelpass unsere Abwehr düpierten. Auffällig war das Alemannia zwar etwas optisch überlegen erschien, die Kölner hingegen den besseren Ball spielten. Vor allem wenn es jeweils über die Außen ging hatten Dominik Ernst und Michael Lejan ihre Problemchen mit dem jeweiligen Gegenspieler. Ein Standard sollte dann für die Alemannia sorgen. Michael Lejan brachte den Ball von der linken Seite in den Strafraum, Tim Lünenbach touchierte den Ball leicht so das dieser unhaltbar nach 11 Minuten ins Tor segelte zum 0:1.

 

Tim Lünenbach köpfte das 0:1 (11.)
Tim Lünenbach köpfte das 0:1 (11.)

 

Das spielte schwarzgelb in die Hände denn nun drückten sie. Kurze Zeit später hatte Kevin Behrens das 0:2 auf dem Kopf, aber der Ball ging vorbei. Der FC profitierte hingegen fast von einem Eigentor, als Markus Hoffmann einen Ball druckvoll neben dem eigenen Pfosten setzte. Dann blieb es zwanzig Minuten “ruhig”, Alemannia hatte sich und das Spiel im Griff ohne aber ernsthaft gefährlich vor das Kölner Tor zu kommen. Die Kölner hatten auch nicht den richtigen Zug zum Tor so das es Höhepunktarm blieb. Nach rund einer halben Stunde änderte sich das, als Kevin Behrens wieder mit einem Kopfball zur Stelle war. Diesmal war Kölns Keeper Daniel Mesenhöler mit einem Reflex zur Stelle. Weitere Möglichkeiten vergab Kevin Behrens fahrlässig. Kurz vor der Halbzeit scheiterte wieder Timo Lünenbach am möglichen 0:2. Somit ging es knapp aber verdient in die Pause.

 

Bard Finne mit dem schnellen 1:1 (47.)
Bard Finne mit dem schnellen 1:1 (47.)

 

Für mich etwas unverständlich tauschte Coach Schubert in der Halbzeit, für Rafael Garcia kam Stürmer Domagoj Duspara und somit auch eine neue Taktik. So schlecht empfand ich Garcia gar nicht das man etwas ändern musste bei einer 0:1 Führung. Statt mit dieser Maßnahme aber den Gegner zu verunsichern spielte der FC auf einmal wie aufgedreht. Nach einem Einwurf waren die schwarzgelben nicht nah genug am Mann, zudem verließ Michael Lejan seine Außenposition und rückte in die Mitte nach – mit fatalen Folgen. Kölns Marius Laux spielte den Ball diagonal auf Bard Finne, der nun ohne Bewacher über rechts auf das Tor zustürmte. Seinen Schuss versuchte noch Peter Hackenberg zu entschärfen, aber abgefälscht landete er im Tor zum 1:1. Da guckten unsere Mannen etwas betröppelt. Die Stadionmusik war lauter als der “Kölsche” Anhang und ehe man sich wieder beruhigt hatte, wurde Kölns Vonjo Jesic perfekt in Szene gesetzt. Dieser war nun “durch” und hatte nur noch unseren Keeper Freddy Löhe vor sich. Unsere Nummer eins machte sich breit und wehrte den Schuss Klasse ab. Fast ein Doppelschlag der Kölner. Alemannia hingegen wirkte nun reichlich angeschlagen und taumelte. Es gelang fast nichts mehr, der gesuchte Faden verlor sich plötzlich ganz. Der FC spielte munter mit schnellen Angriffszügen, und teilweise waren die Ballführenden Spieler schneller unterwegs als unsere Mannen ohne Ball. Man rieb sich verwundert die Augen, was war denn im Pausentee drin gewesen? Nicht mehr wiederzuerkennen unsere Mannschaft. Kurze Zeit später war es soweit eine Flanke auf die rechte Außenbahn, und Daniel Engelke war völlig frei und ohne Gegenspieler. Seine Flanke am zweiten Pfosten bewertete die komplette schwarzgelbe Defensive falsch, so das Marius Laux den Ball zum 2:1 aus kurzer Distanz einnetzte (66.). Spiel gedreht. So hatte man sich das aber seitens Alemannia aber gar nicht vorgestellt. Es sollte doch ein gemütlicher Nachmittag werden, vor heimischer Kulisse, mit einem Tor im Rücken und die wiedergeholte Tabellenführung! So konnte man jedenfalls die Spielweise der Alemannia entnehmen, wenn man böse wäre, das man wohl dachte mit einer ruhigen Kugel in der zweiten Halbzeit verwaltet man das Spiel zu Ende.

 

Mit schnellen Spiel kam der FC zum 2:1 - Spiel gedreht
Mit schnellen Spiel kam der FC zum 2:1 – Spiel gedreht

 

Nun aber stand man mit nichts in der Hand da, es drohte die erste Niederlage. Das schwarzgelbe Trainerteam hatte nun auch genug gesehen, per Doppelwechsel kamen nun die Offensivkräfte Dennis Dowidat und Sahin Dagistan ins Spiel. Als hätte man einen Schalter umgelegt, auf einmal mobilisierte die Mannschaft wieder ihre Kräfte und Kämpfte nun gegen die Niederlage. Kevin Behrens gewann im Kölner Strafraum das Kopfballduell, der Ball fiel vor die Füße von TIm Jerat der sofort abzog. Aber wieder stand Kölns Keeper Daniel Mesenhöler im Weg der mit beiden Fäusten den Ball abwehrte. Alemannia machte nun richtig Druck und der FC konnte nur noch auf sein Konterspiel setzen. Ansonsten schwammen die “kleinen” Kölner im Strafraum hin und her. So dauerte es eine gefühlte Ewigkeit bis nach einer kurz ausgeführten Ecke, Michael Lejan passte in den Strafraum, Kevin Behrens aus dem Gewühl heraus den Ball ins Tor zum 2:2 beförderte (81.) Riesenjubel im Öcher Block, und Erleichterung. Nun wollte man mehr, das 2:3 war schließlich noch drin. Sahin Dagistan vergab kurze Zeit später eine gute Möglichkeit, auf der anderen Seite wurde Bard Finne im Konterlauf von Hackenberg und Löhe gemeinschaftlich ausgebremst. So blieb es am Ende beim 2:2, mit dem so recht keiner glücklich war aufgrund zwei völlig verschiedener Halbzeiten. Alemannia verlor zwar die Tabellenführung, aber bleibt auch im fünften Spiel ungeschlagen. So ging man dennoch nicht ganz enttäuscht aus dem Stadion.

 

 

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