Mr. Alemannia – Werner Fuchs wird 70

Alemannia Trainer von 1984 – 1987 und von 1996 – heute

 
 

Er war keiner der vielen Trainer auf der Durchreise, sondern ein Glücksfall für Aachen. Der Verein verdankt ihm den Aufstieg, die Stadt verdankt ihm viel mehr. Er hat der Bevölkerung ein gutes Stück Lebensgefühl verschafft.
damaliger Oberbürgermeister der Stadt Aachen Dr. Jürgen Linden

 
 
#Unvergessen – feiert man heute den 70. Geburtstag von Mr. Alemannia Werner Fuchs. Und schon ist man Hin und Her gerissen angesichts des Wissens das Werner Fuchs viel zu früh aus dem Leben gerissen wurde. Am 11. Mai 1999, fünf Tage vor dem entscheidenden Aufstiegsspiel zur zweiten Bundesliga bei der Spielvereinigung Erkenschwick, wurde plötzlich alles anders. Werner Fuchs absolvierte mit seiner Mannschaft eine Laufeinheit im Paulinenwäldchen, und blieb auf einmal zurück. Während des Laufs brach er zusammen und erlag trotz sofortiger Hilfe einem Herzinfarkt. Ich erinnere mich noch genau als ich mit Arbeitskollegen im Auto saß und nach dem Mittag zur Firma fuhr. Man konnte nicht glauben was da soeben im Radio als “Breaking News” vermeldet wurde. Wie in Trance parkte man das Auto, ging in seinem Büro und recherchierte via Telefon und Handy ob das wirklich passiert ist. Es war nicht zu glauben.
 
Zur damaligen Zeit gab es weder Facebook noch Twitter wo sich solche Nachrichten blitzartig verteilten. Die Alemannia Geschäftsstelle wurde schnell zu einem Ort wo die Trauer gebündelt wurde. Viele Fans kamen bereits kurz nach der traurigen Nachricht mit Kerzen und Blumen, die am Eingang zur Geschäftsstelle niederlegt wurden. Neben dem schweigen und der Fassungslosigkeit immer die stumme Frage nach dem “Warum und Wieso”.
 
Wenn man die eilig einberufene Pressekonferenz der Alemannia verfolgte, sah man dort ein Alemannia Präsidium wie ein Häufchen Elend sitzen, um etwas zu erklären was man sich selbst nicht einmal erklären konnte. Neben den großen Schmerz der Trauer musste aber schon der Blick nach vorne gerichtet werden Richtung Erkenschwick. Sollte das Spiel überhaupt stattfinden, konnte es überhaupt stattfinden? Es war nun die Aufgabe von Co-Trainer André Winkhold die Mannschaft auf etwas vorzubereiten wo man sich überhaupt nicht drauf vorbereiten konnte. Dennoch war die Mannschaft sich einig – es wird gespielt. Für die Fans, für sich selbst, für den Aufstieg und für Werner! Denn er hätte es so gewollt das der entscheidende letzte Schritt Richtung Zweitliga-Aufstieg in Erkenschwick vollendet wurde.
 

Das große Werner Fuchs Transparent in der Gäste-Kurve

 
Wer diese Tage mit erlebt hat weiß wovon ich schreibe. Wie tausende Alemannen fünf Tage später Richtung Erkenschwick fuhren, ins Stadion gingen, schwiegen und sich hinter einem riesengroßen Werner Fuchs Transparent versammelten, der die Gäste-Kurve umspannte. Unvergessen die schweigenden Minuten nach dem Anpfiff, ehe es mit lautstarken Support für die Mannschaft weiterging. Unvergessen als Stefan “Lämmi” Lämmermann das 0:2 erzielte, auf die Gäste-Kurve zu lief und das riesengroße Werner Fuchs Transparent umarmte – Gänsehaut! Nach dem Schlusspfiff brachen dann alle Dämme, man lag sich mit fremden Leuten im Arm und feierte den wohl “beschissensten Aufstieg” (wie ihn ein trauernder Fan titulierte) den man jemals erleben musste. Die Spieler liefen mit “Danke Werner” T-Shirts rum, es flossen reichlich Tränen und manche Dämme brachen nun auf. Zurück in Aachen gab es den Marsch vom Hauptbahnhof zum Tivoli, vorneweg das Werner Fuchs Transparent. Am Tivoli wurde die Mannschaft dann nach ihrer Rückkehr empfangen und doch ein klein wenig gefeiert. Es wäre ganz im Sinne von Werner Fuchs gewesen, diesen Tag zu genießen und die Trauer für ein paar Stunden hinten an zu stellen.
 
Den Aufstieg hat Werner Fuchs nicht mehr auf der Trainerbank erlebt, dafür aber in tausenden Herzen wo er noch heute zuhause ist und unvergessen bleibt. Als Trainer, als Mensch, als Familienvater. Er ist und bleibt unser Trainer, und ewig mit Alemannia verbunden – Happy Birthday zum 70. Geburtstag Werner.
 
 
 
 

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