Ich bin Alemannia – Julian Berges

Ich bin Alemannia – Julian Berges

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 Du Opa, ich bin jetzt Alemannia-Fan

 

 

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Wer bin ich – Darf ich mich kurz vorstellen?

1. Ich heiße?
Julian Berges, 18 Jahre alt, Schüler

2. Ich komme aus?
Recklinghausen

3. Ich bin Alemannia Fan seit?
2004

4. Ich bin regelmäßig auf dem Tivoli?
So oft wie möglich. 3-7-Mal die Saison

5. Auf dem neuen Tivoli findet ihr mich im Block?
Block S3

6. Im alten Tivoli war ich zuletzt im Block?
Keine Ahnung, leider zu lange her…

7. Alemannia bedeutet für mich?
Wochenende, pure Emotionen, Lebenseinstellung

8. Mein erstes Spiel der Alemannia?
2. Bundesliga, zwischen 2004 und 2006. Ich glaube gegen 1860 München auf dem alten Tivoli.

9. Mein schönstes Erlebnis mit der Alemannia?
An die alten Zeiten kann ich mich nicht so gut erinnern, daher mal etwas Neueres: Das DFB-Pokal-Spiel gegen Eintracht Frankfurt 4 Tage vor Weihnachten welches wir 6:4 n.E. gewannen. Dicht gefolgt vom 0:1-Sieg über Viktoria Köln vor ein paar Wochen.

10. Mein traurigstes Erlebnis mit der Alemannia?
Der Abstieg aus der 2. Bundesliga. Ich habe den ganzen Tag geheult.

11. Was ich von einem Alemannia Spieler erwarte?
Einsatz, Leidenschaft und Ehrlichkeit. Und wenn man sich dann noch nach dem Spiel unterhalten kann umso besser!

12. Wie muss ein Spieler sein wenn er zur Alemannia wechselt?
Er muss geil auf den Verein und die Fans sein.

13. Mein(e) Alemannia Idol(e) ist/sind?
Erik Meijer und Stephan Straub.

14. Tradition bedeutet für mich?
Fans die in jeder Lage bei der Mannschaft sind.

15. Ich bin in einem Fanklub? Wenn ja in welchen und wie lange?

16. Ich bin Alemannia Mitglied seit?
2010

17. Ich bin Mitglied der Fan IG seit?

18. Ich engagiere mich Ehrenamtlich bei der Alemannia?
So gut es geht.

19. Wie wird man mit dem Alemannia Virus infiziert?
Über meinen Opa.

20. Mein am weit entferntestes Auswärtsspiel war in?
Aachen, 150km weit weg :D

21. Der Tivoli ist..?
Das schönste Schmuckkästchen der Welt.

22. Was sage ich Leuten, die mich fragen, warum ich Alemannia Fan bin?
Weil ich Ahnung von Fußball hab.

23. Rituale vor Alemannia Spielen?
Mein einziges Ritual ist es kein Ritual zu haben. Irgendwie geht es mit Ritual immer schief. Wenn wir jedoch zur Halbzeit zurückliegen und ich das Spiel Zuhause verfolge dann ziehe ich mir mein Trikot an. Kein Witz: Wenn ich das gemacht habe haben wir immer gewonnen. Daher ist das einzige Ritual – wenn man es so nennen kann – vor der Halbzeit kein Trikot anzuziehen. Außer man ist im Stadion, da wäre das ein No-Go.

24. Auch außerhalb des Tivoli erkennt man mich als Alemannia Fan. Woran?
Retter-Button auf der Schultasche. “Pleite aber geil”!

25. Alemannia wird in spätestens xx Jahren wieder in der zweiten Liga sein:
In fünf Jahren. Ich habe größten Respekt vor der Relegation der Regionalliga, daher sind fünf Jahre sehr realistisch.

26. Hinderungsgründe die mich von einem Tivoli Besuch abhalten könnten?
Kein Auto da.

27. Ich bin als Alemannia Fan xx aufgestiegen, und xx abgestiegen:
Einmal aufgestiegen und dreimal abgestiegen.

28. Mein größter sportlicher Erfolg als Fan war?
Die Leistung im UEFA-Pokal.

29. Wenn ich einen Tag lang Alemannia Präsident oder Aufsichtsrat Chef wäre, würde ich…?
…das Zepter schnell wieder zurückgeben. Denn durch genau durch diese Frage stand F. Krämer plötzlich in Diensten der Alemannia.

 

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Eine Geschichte zum Thema “Ich bin Alemannia” zu finden war im ersten Moment schwer. Wirklich erinnern kann ich mich besonders an die ersten 3-4 der letzten 10 Jahre als Alemannia-Fan nicht. Die wichtigen, schönen, schlechten Momente bleiben natürlich im Kopf hängen, aber ein Spiel gegen den SC Verl gehört nun mal auch dazu. Und solche Erinnerungen fehlen mir an die Profifußballzeiten am Tivoli. Ich habe es auch nie ganz so einfach gehabt wie der typische Alemannia-Fan. Ich komme weder aus Aachen, noch ist meine ganze Familie abhängig von den schwarz-gelben Öchern. Nein, eigentlich sind es nur mein Opa und ich. Naja, meine Schwester inzwischen ebenfalls. Seit dem Testspiel gegen Bayer Leverkusen (bei der Saisoneröffnung) ist sie voll dabei – vielleicht liegt das aber auch nur an Marcus Hoffmann. Und obwohl ich 150 Kilometer entfernt im nördlichen Ruhrgebiet lebe ist doch jeder Spieltag im Stadion wie Weihnachten für mich. Die Heimspiele besonders, denn da komme ich eher selten hin. Aber bei den Auswärtsspielen dabei sein? Immer! So kommt es auch, dass das Ziel diese Saison kein Auswärtsspiel zu verpassen von Woche zu Woche realistischer wird! Und sollte es in einer möglichen Relegation ins tiefste Bayern gehen, laufe ich zur Not auch dahin um dieses Ziel zu erreichen.

 

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Aber um das geht es jetzt nicht. Die Frage die sich stellt ist viel eher: Wie wird man als kleiner Junge im Ruhrgebiet, umgeben von blau-weißen Schalkern, Bochumern, schwarz-gelben Dortmundern und rot-weißen RWE- und RWO-Anhängern, Alemannia-Fan?
Gute Frage. So ganz kann ich das auch nicht beantworten. Mein Opa jedoch hat da nicht wenig Anteil dran. Der entscheidende Moment ist eigentlich ziemlich einfach zu beschreiben: Ich unterhielt mich mit meinem Opa. Wir saßen zusammen bei ihm am Küchentisch in dem Haus welches unsere Familie bewohnt. Zu der Zeit war ich oft bei ihm. Obwohl er 2 Etagen unter uns wohnte war es trotzdem immer etwas besonders runterzugehen. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern worüber wir sprachen, aber am Ende hatte ich seine Alemannia-Tasse in der Hand. Und das war genau der Punkt ab dem ich Alemannia-Fan war. Ganz plötzlich. Wann genau das war weiß ich nicht mehr. Irgendwann zwischen dem WM-Finale 2002 und dem DFB-Pokal-Finale gegen Werder Bremen 2004. Wie ich jedoch in dem Moment auf die Erkenntnis reagierte, dass ich Alemannia-Fan war, weiß ich noch ganz genau. Ich guckte meinen Opa an und sagte: “Du Opa, ich bin jetzt Alemannia-Fan.

 

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Angesichts meiner Familienverhältnisse war die Entscheidung im Nachhinein nicht ganz so gut überlegt, mein Vater ist schließlich „Effzeh“-Fan. Eigentlich brachte der Satz nur Gutes mit sich: Ein paar Wochen später holte mich mein Opa zum Spiel ab und drückte mir einen schwarzen Stoff-Fetzen in die Hand. Ich konnte in dem Moment überhaupt nichts damit anfangen, weil ich selbst nur ab und zu mal Sportschau geguckt hatte und Fußball für mich damals auch eigentlich neu war. Dass ich schon 8 Jahre alt war zu diesem Zeitpunkt – vielleicht waren es auch 7 Jahre – ist mir inzwischen eher peinlich, denn Fußball muss man von Geburt bis Tod leben. Wie sich jedoch herausstellen sollte war der “Stoff-Fetzen” alles andere als ein Fetzen. Es war das schwarze Heimtrikot der Alemannia aus der Saison 2003/2004. Damit konnte ich dann etwas anfangen. Nur wer dieser Spieler war der da drauf stand… “Meijer“? Wer sollte das denn sein…? Ein eher holpriger Start also in mein Alemannia-Leben.
Dann kam das DFB Pokal-Endspiel gegen Werder Bremen. Ich erinnere mich nur noch an ein paar flüchtige Szenen von der Siegerehrung. Ich weiß nicht mal ob ich das Spiel überhaupt ganz gesehen hab. Für mich ist es jedoch das erste Spiel der Alemannia das ich gesehen habe, und das erste Datum das ich exakt bestimmen kann an dem ich mit der Alemannia in Berührung kam. Der 29.5.2004 ist also das offizielle Geburtsdatum meiner Beziehung zur Alemannia. Somit bin ich nun seit knapp 10½ Jahren Alemannia-Fan.

 
In all den Jahren haben sich etliche Eintrittskarten bei mir angesammelt. Dazu elf Trikots und zwei Schals. Natürlich sind die Trikots alle beflockt. Nunja, neun von elf zumindest. Kolev, Höger, Uludag, Schlaudraff , Gueye und wie sie alle hießen. Besonders stolz bin ich jedoch auf mein Meijer-Trikot. Das Auer-Trikot von 2009/2010 ist jedoch auch klasse. Nachdem ich mein Meijer-Trikot hatte entwickelte es sich zur Tradition, dass mein Opa mir zum Geburtstag ein Trikot schenkte. Wie die bunte Auswahl an Spielern zustande kam? Wir fuhren vor meinem Geburtstag immer zu mindestens einem Alemannia-Spiel – der Spieler von uns der da zuerst traf kam aufs Trikot. Und die bunte Mischung finde ich auch heute noch gut. Ich bereue weder die Wahl von Kolev noch Gueye. Nur dass Holtby auf keinem meiner Alemannia-Trikots steht,  werfe ich mir noch heute vor – so sehr dass ich mir letztes Jahr ein Holtby-Trikot aus Tottenham bestellt habe. Das lindert den Schmerz ein wenig. Bleibt eigentlich nur noch eine Frage zu beantworten: Wie setzt man sich in der Grundschule mit einem Verein durch den einige nicht mal kennen?

 

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Nun, da hat die Alemannia mal mitgedacht. Denn viel passender hätte die UEFA-Cup-Teilnahme nicht sein können. Ich hatte somit gute Argumente und konnte die anderen immerhin ein bisschen dumm aussehen lassen! Zwei Erinnerungen sind mir dabei besonders im Kopf hängen geblieben: Zunächst lief ich in der Grundschule ein paar Treppen hoch und erzählte stolz dass wir gegen Zenit St. Petersburg 2:2 gespielt hatten! Wer das ist? Keine Ahnung. Aber es ist in diesem UEFA-Cup gewesen sagte ich. Hinzu fügte ich noch das mein Opa mir gesagt hatte das der wichtig wäre und dass man den wohl auch Döner-Cup nennt. Ich weiß bis heute nicht warum man den UEFA-Cup auch Döner-Cup nannte. Inzwischen weiß ich jedoch dass der Döner gut schmeckt und das reicht mir.

 

Die zweite Erinnerung war dann nicht mehr ganz so fröhlich. Ich saß bei meiner Mutter im Auto und auf WDR2 erzählte man dass die Alemannia aus dem UEFA-Cup ausgeschieden sei. Ich wusste zwar immer noch nicht so ganz genau was das war, aber geweint habe ich trotzdem. An mehr kann ich mich nicht erinnern. Es gab in der Zeit mindestens 3 Spiele bei denen ich dabei war. In Bochum und (leider nur) 2-Mal am alten Tivoli. Dort schallte es beim zweiten Mal durchs Stadion “Wir steigen auf und ihr steigt ab, wir steigen auf, wir steigen auf, wir steigen auf und ihr steigt ab!“. Eindeutig 2005/06.
 
Die Bundesliga-Zeit und das richtig geile Pokal-Spiel gegen Bayern München sind dann das erste an das ich mich noch fast komplett erinnern kann. Aber dazu vielleicht ein andermal mehr…

 

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Vielen Dank Julian für deine schöne Geschichte :-)

 

 

Das war Julians Geschichte, wie er von dem Alemannia Virus infiziert wurde. Dabei bedarf es manchmal nur eine Tasse mit Alemannia Wappen drauf :-).
Wenn ihr jetzt auch Lust bekommen habt eure Geschichte zu erzählen, dann nur zu. Traut euch. Wie ihr seht, so schwer ist das doch nicht.
Weitere Informationen findet ihr unter “Wir sind Alemannia – Erzähl uns deine Geschichte”.

 

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Lese hier die vorherige Geschichte von “Ich bin Alemannia – Marius Olion

 

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