Holpriger Ligastart mit Euphoriebremse

 
 
Endlich war es wieder soweit, das erste Heimspiel stand auf dem Programm und das in unserem Wohnzimmer. Hier fühlen wir uns wohl. Als ich Richtung Stadion ging war es wieder, das gewisse Gefühl was einem einfach überkommt wenn man die Krefelder Straße überquert und das Stadion im Anlitz sieht. Die Erwartungen? Natürlich ein Heimsieg, was sonst! Ich hatte vorher ein 4:1 getippt, wer allerdings die Tore schießen sollte da war ich mir nicht sicher. Unser neuer Sturm muss ja erstmal richtig in Fahrt kommen. Ja, die Euphorie hat etwas gelitten nach der Niederlage letzte Woche in Wuppertal. Ein Auftakt nach Maß hatte man sich irgendwie anders vorgestellt. Dafür gab es viel Schelte – auch von mir in der ersten Erregung. Aber so ist das halt, man ist von Emotionen getrieben. Und gerade als Alemannia Fan mit der jahrelangen Talfahrt und Hoffnungslosigkeit hat dann doch schon einiges Durchgemacht. Da kommt so ein Euphoriepflänzchen gerade recht, aber wehe es wird darauf rumgetrampelt. Unser Coach Fuat Kilic hatte sich ja mal etwas weit aus dem Fenster gelegt, die Ansprüche wachsen mit der Mannschaft und den Neuzugängen. Und auch bei ihm scheinen die Nerven doch etwas angespannt zu sein, wie man in dem letzen Interview der AZ live präsentiert bekam. Es ist natürlich sein gutes Recht bestimmte Fans zu kritisieren, und ihnen 3 Gramm Gehirn zu unterstellen. Aber lieber Fuat, auch der 10 Euro Kunde hat das recht zu kritisieren, auch wenn er über die Stränge schlägt. Das ihm das nun in den Social Medien um die Ohren fliegt, hätte man sich schenken können. Da sollte auch ein Fuat Kilic gelassener reagieren. Würde er mal die Arie mitmachen die wir unter uns Fans teilweise gegenseitig beleidigend austauschen in den diversen Foren – da wäre was los. Übrigens hatte ich neben mir die ganze Zeit einen Bundestrainer, der dreimal Weltmeister, fünfmal Champions League und achtmal den UEFA Cup gewonnen hat. Da  kann der Fuat sich aber eine Scheibe von abschneiden :-D
 

 
Nun, zurück zum Spiel und Tivoli. Unten im Umlauf war es diesmal überraschend voll, das sah nach mehr als die später kolportierten 5.700 Zuschauer aus. Irgendwo ist es schade, mit einem guten Start in Wuppertal hätte man heute sicherlich noch 1.000 – 2.000 mehr zum Tivoli bewegt. Aber es kam ja auch “nur” die Zwote der Fortuna aus Düsseldorf. Die waren im Gegensatz zu uns letzte Woche mit einem Sieg in die Liga gestartet. Oben im S4-Block fühlte man sich direkt wieder heimisch. Aber was war mit der Soundanlage los? Irgendwie war die noch in der Sommerpause geblieben, denn von Robert Mooren verstand man kaum etwas. So ging das übrigens das gante Spiel. Auch mit dem Internetknoten schien etwas nicht in Ordnung zu sein, diverse Medienvertreter hatten Probleme zu tickern. Da steht wohl noch bis zum DFB-Pokalspiel gegen Bayer 04 Leverkusen noch einiges an Arbeit an – und nicht nur auf die Technik bezogen.
 

 
Mit Anpfiff war sie dann wieder da, die Tivoli-Stimmung und schon nach zwei Minuten hatte David Bors die Riesenchance zum 1:0, doch der Fortuna Keeper war Sieger im Duell geblieben. Warum man allerdings wieder so typisch defensiv ausgerichtet war, und das zuhause, wird mir wie zuvor ein ewiges Geheimnis bleiben. Warum nicht mal mit Gary Noel und David Bors? Oder mit Vincent Boesen? Aber ich hab halt keine Ahnung als Hobbytrainer :-) Optisch blieb die Alemannia überlegen, aber so nach 20 Minuten stieg irgendwie die Nervosität an und wurde durch Fehlpässe beim Spiel nach vorne untermauert. Die Düsseldorfer versuchten es mit Konterspiel, das aber zum Glück zu harmlos blieb. Einzelaktionen wie von David Bors, wo der Ball die Querlatte streichelte, blieben noch positiv in Erinnerung. Stipe Batarilo war unermüdlich Unterwegs, er attackierte schnell und versuchte durch seine Technik den Ball in die Schnittstellen zu bringen. Verwundert musste man aber zu dem Zeitpunkt feststellen das Robin Garnier auf einmal zentral spielte und Manuel Glowacz auf rechts außen?! Ich dachte ja die umgekehrte Variante wäre ein Schlüssel zum Erfolg. Und wer hat unserem Keeper Ricco Comer eigentlich verboten das Spiel schnell zu öffnen? Was oll das, das er den Ball gefühlt eine Minute festhält bis sich Fortuna wieder sortiert hat? Fragen über Fragen. Nunja, die Partie spielte sich zwischen den Strafräumen ab, die letzte gute Chance sollte ein Freistoss werden durch Manuel Glowacz. Der Schuss aus 18m war nicht schlecht, aber nicht gut genug um zur 1:0 Führung im Netz zu zappeln.
 
Die zweite Hälfte, und die Alemannia begann wieder wie die Feuerwehr. Nun war Vincent Boesen im Spiel, es sollte nun doch was offensiver werden. Das zahlte sich zwar noch nicht aus, aber nun war deutlich mehr Dampf im Kessel. Und auch die Stimmung ging im Pegel nun merklich höher, es wurden sich Chancen erarbeitet aber der Ball wollte noch nicht ins Tor. Da war sie wieder, die Geduld die man in Aachen nur schwer vermitteln kann. Und so dauerte es bis zur 70. Minute bis uns Alexander Heinze endlich endlich erlöste – das 1:0 fiel nach einer Ecke.

 
 

 
 
Die kleine Fortuna machte nun ihrerseits mehr Dampf und die nun gebotenen Räume zum Kontern nutzen unsere Jungs nicht aus. Gute Gelegenheiten blieben liegen, der Kopf spielte auch irgendwo nicht mehr so mit wie zuvor. Die Minuten verinnen, und dann kam sie doch noch die Chance für Fortuna. Ein Freistoß aus ca. 20m konnte zunächst geklärt werden, aber dann war im Aachener Defensivverbund irgendwie der Not-Aus gedrückt worden. Ein langer Ball der Düsseldorfer wurde in den Strafraum geschlagen, und direkt zwei Fortunen standen da sträflich frei rum. Einer behielt den Überblick und konnte aus ganz spitzen Winkel den Ball ins lange Eck befördern, wo der scheiss Innenpfosten den Ball auch noch über die Linie rollen ließ zum 1:1 kurz vor Schluss. Das war natürlich ein Nackenschlag und nicht nur die Spieler auf dem Platz sahen sich ungläubig an. Die letzten Angriffsbemühungen verpufften, und in der Nachspielzeit kassierte die Fortuna nach einem schweren Foul an Robin Garnier die rote Karte. Das war aber leider für den Spielausgang Sekunden später nicht mehr entscheidend. Mit dem Abpfiff, der kaum merklich unterging im weiten Rund des Tivoli, machte sich dann die Enttäuschung breit.

 

 

Ok, wir haben nach zwei Spieltagen einen Punkt. Das kann man als Erfolg werten, wenn man sich die letzte Saison anschaut zum selben Zeitpunkt, man kann aber auch einfach nüchtern feststellen das es einfach zu wenig ist. Die Konkurrenz, mit der man sich ja messen lassen will, ist bereits mit zwei Siegen vorne weg. Nun besagt das ganze sportlich erstmal nichts, es sind ja noch eine ganze Menge an Spieltagen zu absolvieren. Aber man bestätigt leider dennoch damit die landläufige Meinung das die Alemannia es einfach nicht drauf hat einen guten Start hinzulegen. Konnte man es letzte Saison noch mit den neu zusammengewürfelten Spielern begründen, sollte es diese Saison unser Faustpfand werden – die Eingespieltheit. Doch die war nur ganz kurz zu sehen, dafür Unstimmigkeiten in den Laufwegen und Pässen. Und warum spielt man nicht mal mit breiter Brust offensiv auf? Nun, die Fragen werden sicherlich auch intern diskutiert werden. Als großer Optimist könnte man aber auch sagen, das war heute Absicht. Denn der Scout aus Leverkusen, der sicherlich heute im Stadion war, wird nicht viel zu berichten haben. Im Sturm zu harmlos, bei Standards gibt es da den Heinze, und Batarilo und Garnier sind zwei flinke Leute. Abgehakt, das Pokalspiel in Aachen kann man locker angehen :-D Nun, am Ende des Tages ist man zwar wieder irgendwie enttäuscht, am Sonntag dürfen wir im Internet die Haus und Hof Zeitung von Rot Weiss Essen genießen, wie sie ihre rotweissen zu Legenden schreiben. Und die Häme von anderen gegnerischen Fans ist uns auch sicher, schließlich wollte man ja oben angreifen. Schlimmer werden aber die Diskussionen um Ricco Cymer (der meines Erachtens keine Schuld am Gegentor hatte) und Fuat Kilic (die drei Gramm Gehirn werden das alemannische Unwort 2019 werden) sein, die statt guter Ergebnisse nun wieder einige Tage Thema sein werden. Aber zum Glück ist bald Samstag, und dann ist der pickepacke volle Tivoli mit 31.500 Zuschauer ausverkauft. Und dann wollen wir doch mal sehen wie sich die Stars von Bayer 04 hier die Zähne ausbeißen. Es geht ja eh jeder jetzt von einem 0:7 aus. Ich wette das wir in die Verlängerung gehen :-)

 

Bis Samstach, wa? :-)
 
 
 
 

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