Fanbesuch aus Nottingham – Forest meets Alemannia

Tivoli
 
Abseits des Fußballs auf dem grünen Rasen und der leidigen jüngsten Vergangenheit, gibt es auch hin und wieder mal etwas Positives zu berichten. Oft genug muss die Alemannia, insbesondere ihre Leute im Hintergrund, Kritik einstecken. Ob berechtigt oder unberechtigt, wer vermag es als Außenstehender zu beurteilen? Aber da selten über positive Dinge berichtet wird, soll dieser kleiner Artikel stellvertretend dafür stehen das Alemannia auch mal nicht so ganz selbstverständliche Dinge macht.

 

Vorgeschichte
Alemannia Fan Klaus war letztes Jahr und 2011 in England einen alten Freund besuchen. Bryn, so heißt er, ist leidenschaftlicher Anhänger von Nottingham Forest (auch Reds genannt) und somit Fan von einem Verein der genau wie Alemannia eine bewegende Geschichte hinter sich hat mit allen Höhen und Tiefen. Wie das bei Freunden so geht, schickt der eine dem anderen immer wieder mal ein kleines Fan-Utensil zu. So hat der Alemannia Klaus neben seinem schwarzgelben Schal im Auto auch einen Schal von Nottingham Forest platziert. Und der “Reds” Fan Bryn läuft in Nottingham mit einem Alemannia Shirt rum. Fanfreundschaft im Kleinen über Grenzen hinweg.

 

Britische Stadien haben ihren ganz eigenen Charme
Britische Stadien haben ihren ganz eigenen Charme

 

Bei seinem Besuch 2011 hatte Bryn eine Überraschung für Klaus. Abseits des Ligabetriebs nahm er ihn mit zum Stadionbesuch ins “THE world famous City Ground”, das schönste und beste Stadion von England. Derzeit spielt die Mannschaft in der zweithöchsten englischen Spielklasse, der Football League Championship und trägt seit 1898 im 30.576 Zuschauer fassenden City Ground seine Heimspiele aus. Auf Grund der dortigen Sicherheitsbestimmungen durfte man in den Innenraum nur bis zur Rasenkante. Aber auch das reichte aus das einem das Fan-Herz aufgeht bei dem Anblick eines solchen Stadions.

 

EInmal den "heiligen" Rasen des "THE world famous City Ground" berühren
Einmal den “heiligen” Rasen der “Reds” berühren

 

Ob hier mal die Alemannia spielen wird? *Träum*
Ob hier mal die Alemannia spielen wird? *Träum*

 

Wenn man schonmal da ist...
Wenn man schonmal da ist…

 

Zwei Jahre später entführte ihn Bryn wieder ins Stadion der Reds. An den Sicherheitsbestimmungen hat sich nichts geändert, und da sieht man erst einmal wie gut wir es noch in Deutschland haben. Während wir hier noch Stehplatztribünen haben sind diese in England bereits Vergangenheit, selbst das aufstehen oder rumhüpfen auf dem Sitzplatzbereich ist dort nicht gern gesehen. Und das im “Mutterland” des Fußballs.

 

Halt an der Brian Clough Statue - Vergleichbar in Aachen mit der Werner Fuchs Statue.
Zwischenstopp an der “Brian Clough” Statue – Vergleichbar in Aachen mit der Werner Fuchs Statue.

 

Wäre die Fussball WM 2018 nach England vergeben worden, Nottingham Forrest hätte ein neues Stadion gebaut
Wäre die Fussball WM 2018 nach England vergeben worden, Nottingham Forest hätte ein neues Stadion gebaut

 

So wird man es nun "nur" umbauen
Jetzt plant man das Stadion “nur” noch umzubauen

 

Anlässlich einer Familienfeier kam Bryn mitsamt Familie Klaus besuchen. Was lag da näher als Bryn einmal den Tivoli zu zeigen? Der hat zwar noch nicht eine so große Geschichte wie die Heimspielstätte von den “Reds”, aber zumindest sieht er imposant aus ;-) Gesagt getan musste also eine Möglichkeit gefunden werden wie man an Tag X im Tivoli reinkommt. Der Besuch war während der Sommerpause, so das ein Spielbesuch der Alemannia entfiel. Nach der Insolvenz der Alemannia im letzten Jahr, und dem ganzen Theater Drumherum war es ohnehin nicht leicht mit so einer “Kleinigkeit” vorstellig zu werden. Klaus probierte es auf Rat eines Arbeitskollegen über die Alemannia Fan IG, und wurde prompt bei Lutz van Hasselt (dem Alemannia Archivar) fündig. Ein kurzer Anruf und die Antwort war “Ja klar, kein Problem”.
 

Ein Hauch von International - wenn auch nur ein Fan aus England
Ein Hauch von International – wenn auch nur ein Fan aus England

 

Am 01. August war es soweit, und Klaus brachte die gesamten Familien mit zum Tivoli, denn man wollte ja nach dem Besuch weiter zum Aachener Dom. Der ist ja kulturell auch wichtig dass er gezeigt wird. Der Treffpunkt im Alemannia Fanshop begann mit dem alten Tivoli, der als Stadionmodell noch im Museums Eck steht. Lutz van Hasselt hatte einleitende Worte gefunden und im feinsten Englisch lauschte der Besuch aus Nottingham seinen Worten. Denn so ein Stadion wie der alte Tivoli, das gefiel dem britischen Besuch. Das nun die gesamte Familie im Schlepptau genommen wurde stellte sich als problemlos heraus. Denn nun ging es rein zum neuen Tivoli.
 

Der alte Tivoli - zumindest als Modell noch greifbar
Der alte Tivoli – zumindest als Modell noch greifbar

 

Noch auf dem Ausgang des Fanshops stehend machte die folgende Frage von Alemannia Archivar Lutz van Hasselt stutzig. “Sollen wir oben rum oder unten?”, fragte er in ein überraschendes schauenden Gesichtes von Klaus. Der war etwas perplex weil “natürlich unten rum”, denn man wollte ja zur Trainerbank. Was hatte der Lutz nur vor? Also ging der Tross langsam nach unten auf den engen Stufen und erreichte die Rasenkante. Da schaute sich Bryn beeindruckt um von dem Einrangstadion. In so einem Kasten spielt also ein Viertligist. Gut, die Hintergründe waren ihm schon klar, soweit Klaus ihm das erzählt hatte. Beeindruckend fand der “Reds” Fan die Südtribüne mit ihren Stehplätzen. Ja, sowas kennen die Briten leider nicht mehr in ihren Stadien.

 

Bryn (im Vordergrund) war vom Tivoli beeindruckt - Und von der Südtribüne
Bryn (im Vordergrund) war vom Tivoli beeindruckt – Und von der Südtribüne

 

Ehe es aber weiter Richtung Trainerbänke vor der Hauptribüne ging, bekamen alle Gäste noch eine Warnung ausgesprochen. Der Rasen war “heilig”, da geht man nicht drauf. Unter vielen Erklärungen zur Geschichte des Tivolis erreichte man die Trainerbank. Natürlich sollte hier das Familien Foto entstehen, und die kurze Frage nach dem “dürfen wir kurz Platz nehmen?” wurde stumm nickend bejaht. Damit auch alle auf dem Foto drauf waren ließ es sich Lutz nicht nehmen das “historische” Foto zu schießen.

 

Ein Foto für´s Album
Ein Foto für´s Album

 

Nach einer Weile meinte Lutz “am besten fahren wir jetzt mit dem Aufzug nach oben”. Alemannia Klaus schaute entzückt, denn eigentlich hatte er seinem Freund Bryn schon mehr gezeigt als geplant gewesen war. Oder besser, was man als machbar erachtet hatte vorher. Die englischen Gäste schauten weiter staunend durch das weite Rund und ließen sich einfach mitnehmen. Denn nun ging es rein in den Spielertunnel, hindurch bis zur Mixed-Zone. Da wurde nicht nur dem Alemannia Fan warm ums Herz, auch Bryn zeigte sich beeindruckt als “Reds” hier mal einen Blick reinwerfen zu dürfen.

 

Da kommt nicht jeder Fan hin - im Spielertunnel der Alemannia
Da kommt nicht jeder Fan hin – im Spielertunnel der Alemannia

 

Wie es der Zufall wollte kamen auch einige Alemannia Spieler vorbei, die im Stadion trainieren wollten. Wie man unsere Profis ja kennt waren sie freundlich zum kleinen Besuchertrupp. So drehte als erstes Dennis Dowidat einsam seine Runden um den Platz. In der Mixed-Zone waren sich die Kinder sicher dass es sich hier wohl um die zweite Mannschaft handeln musste. Ein scharfer Blick von Lutz ließ ohne große Worte ergründen das es sich hier doch um die erste Mannschaft handelte.

 

"No more question" - Bryn aus Nottingham (rechts)
“No more questions” – Bryn aus Nottingham (rechts)

 

Der nächste Stopp war dann im Alemannia Presseraum. Der ist auch immer einen Blick wert, und so nahmen Bryn (Stilecht im Alemannia Shirt) und Klaus mit seinem Sohn auf dem Podium Platz. Auch hier durften die obligatorischen Fotos nicht fehlen. So bekamen alle einen kleinen Eindruck von einer Pressekonferenz. Nachdem man dieses Gefühl verinnerlicht hatte ging es weiter, ganz nach oben unter das Dach des Tivoli. Die Medientribüne war somit die nächste Anlaufstelle.

 

Unter dem Tivoli Dach ist die Aussicht am besten.
Unter dem Tivoli Dach ist die Aussicht am besten.

 

Auch hier erklärte Lutz van Hasselt ausgiebig zum Tivoli Bau, und die britischen Gäste hörten aufmerksam zu. Von ganz oben ging es hinüber Richtung Südtribüne, und von dort aus wieder hunderte Stufen nach unten in dem “normalen” Fan-Bereich. An den zahlreichen Graffitis hinter der Südtribüne vorbei ging es wieder Richtung Alemannia Fan-Shop. Lutz verabschiedete nach rund einer Stunde von seinen “Gästen” die mehr als glücklich waren eine außerordentliche Stadionführung genossen zu haben. Bevor man den Fan-Shop aber verließ wurde noch ordentlich zugeschlagen, denn Bryn wollte ein paar Fanartikel dann doch mitnehmen.

 

Forest meets Alemannia - Zwei Freunde mit zwei Herzen in der Brust (Klaus und Bryn)
Forrest meets Alemannia – Zwei Freunde mit zwei Herzen in der Brust (Klaus und Bryn)

 

Noch in der Stadt schwärmte man später von der Tivoli Stadionführung und die freundliche Betreuung durch Lutz. Auch Bryn ließ es sich nehmen nochmal ein herzliches “Danke Danke” zu sagen. Zum allergrößten Glück fehlt eigentlich nur noch ein Spiel zwischen Alemannia und Nottingham Forest. Sowas soll unmöglich sein?
Bryn ließ es sich nicht nehmen um sich persönlich bei Lutz zu bedanken und stellvertretend bei der Alemannia. Eine Forest Kaffeetasse ziert nun den Tisch von Lutz. :-)
 
Alemannia kann auch anders, das sollte mit diesem Artikel einmal erwähnt werden. :-)

 

 

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