Eine Bauruine verschwindet

Bauruine der Alemannia Geschäftsstellengebäude / Nachwuchsleistungszentrum

 
 
Sucht man nach den sichtbaren Folgen des Untergangs der Alemannia, im Südgelände des Sportpark Areals wird man noch fündig. Dort steht sie noch, die Bauruine die einst ein imposantes Gebäude werden sollte mit der Beherbergung der Alemannia Geschäftsstelle, des Alemannia Nachwuchsleistungszentrum und die Räumlichkeiten für die damaligen Alemannia Volleyballerinnen Ladys in Black. Nachdem die Bauruine jahrelang einfach rumstand und vor sich hingammelte, kamen letzte Woche die Bagger an mit dem Auftrag die vergammelte Ruine endlich abzureißen.
 

 
Rückblick. Mit Fertigstellung des neuen Tivoli im Jahre 2009 sollte neben dem Parkhaus auch gleichzeitig im Südgelände des Sportpark Soers ein neues Gebäude entstehen, das primär die neue Alemannia Geschäftsstelle werden sollte. Dazu wurde seitens der Stadt das Areal per Erbpacht an den Meistbietenden veräußerst, das dann letztlich das Generalunternehmen Hellmich wurde. Vorgesehen war das das Gebäude von einem Investor erstellt wird und die Alemannia dieses später von der Hellmich-Gruppe anmietet. Ebenfalls war im Südgelände vorgesehen das dort ein Multifunktionsgebäude entsteht mit Hotel, Reha, Physiotherapie und Dienstleistungsgebäuden. Die Arbeiten begannen wie geplant bis die ganze Geschichte rund um die Alemannia und Hellmich-Gruppe dubios wurde, und kaum ein Außenstehender mehr den richtigen Durchblick besaß. Mit Fertigstellung des neuen Tivoli durch den Generalunternehmer Hellmich wurden Baumängel offenkundig (u.a. extreme Schimmelbildungen in den Kabinen und Räumlichkeiten der Westtribüne), so das die Alemannia sich veranlasst sah Geld in einem niedrigen sechsstelligen Bereich einzubehalten. Zudem gab es auch zwischen Handwerkern und der Hellmich-Gruppe einige Streitfälle wegen offener Posten. Daraufhin stoppte Hellmich den Weiterbau am Südgelände. Das ganze zog sich dann monatelang hin, bis schließlich die Hellmich-Gruppe die Kräne und Bagger von der Baustelle entfernte, als sichtbares Zeichen das hier erstmal nichts weiter passiert.
 

 
Während die Alemannia auf die Beseitigung der Baumängel im Stadion weiterhin pochte, klagte die Hellmich Gruppe über ungeklärte Grundstücksfragen im Südgelände. Da wurde die Frage laut warum überhaupt mit dem Bau angefangen wurde – und diese Frage blieb zumindest für Außenstehende Personen bis heute ungeklärt. Alemannia versprach das es bald weiter gehen würde, aber auf der Baustelle blieb es weiter ruhig. Mitte 2011 wurde dann überlegt ob die Alemannia nicht selbst als Bauherr auftreten könnte um das Gebäude mit Hilde von Sponsoren fertigzustellen. Auch das blieb nur ein frommer Wunsch an Ermangelung juristischer und finanzieller Aussicht. Durch die Umorganisation im Stadion benötigte man auf einmal nicht mehr das Gebäude, die Alemannia Geschäftsstelle zog ins Stadion, das Nachwuchsleistungszentrum fand dort ebenfalls Platz so das nur noch Umkleidekabinen benötigt wurden. Diese sollte später in Form eines Klubhauses mit eingeplant werden (entstanden ist der heutige Containerkomplex neben dem Trainingsplatz Sevilla).
 

 
Mit dem Exodus der Alemannia Ende 2012, einhergehend mit der Insolvenz, war dann alles Makulatur. Die Alemannia Ladys in Black trennten sich von der Alemannia, in der Regionalliga wurde ein Gebäudekomplex dieser Größe nicht mehr gebraucht und hätte schon aus finanziellen Gründen gar nicht gemietet werden können. Im Jahr 2013 kam Bewegung auf dem Südgelände, wo direkt hinter der Südtribüne des neuen Tivoli die Energiehandelsgesellschaft Trianel ihr neues Gebäude errichten ließ, unweit der weiterhin sichtbaren Bauruine. Es sollten weitere Jahre vergehen bis im im Juni 2019 die Mitteilung der Stadt Aachen erfolgte das es einen Kaufinteressenten für das Areal im Süden des Sportpark Soers gibt. Ein IT-Unternehmen kaufte das 5000 Quadratmeter große Gelände und wird dort ein modernes Gebäude mit Alu-Glas-Fassade bauen. Bedingung – die verottete Ruine samt Bodenplatte muss vom Käufer abgerissen werden, und im Frühjahr 2020 damit begonnen werden. Und so rollten vergangene Woche die Bagger an und rissen die ersten Teilruinen bereits ein. Damit endet eine Geschichte rund um den neuen Tivoli mit immer noch offenen Fragen was sich damals genau abgespielt hat zwischen den Beteiligten Personen. So wie ganze Aufarbeitung des Alemannia Absturzes wird nun auch über die Bauruine der Mantel des Schweigens gelegt, an Aufklärung bestand anscheinend nie wirkliches Interesse. Letztendlich sind alle froh ist das der Schandfleck endlich verschwindet. Das letzte Kapitel aus der damaligen Alemannia Zeit ist damit abgeschlossen.
 
 

 

 

 

 
 
 
 

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