Liebe Alemannia,
 
seit vielen Jahren begleite ich dich nun. Zuerst als normaler Fan, dann als Blogschreiber, als Wildknipser beim Tivoli Stadion Neubau, und bin irgendwie immer für dich da. Böse Zungen würden behaupten du kommst noch vor meiner Familie, weil ich so viel Zeit mit dir verbringe. Apropos Zeit, wo andere keine Zeit der Erwähnung für dich haben bin ich da und halte deine Fahne hoch. Wo andere Fußballfeste feiern, Pokale und Trophäen bejubeln und sich um die Autogramme der Stars reißen, weiß ich immer bei dir wo mein Platz ist. Wo andere dich beleidigen und Lächerlich machen halte ich 100% dagegen und erhebe meine Stimme für dich. Ja, als Fan macht man schon schwere Zeiten mit dir durch. Man erträgt einfach alles was an Skandalen, Niederlagen, und Missetaten so daher gekommen sind in all den Jahren, und das war nicht wenig. Man hat viele Trainer, Spieler, Funktionäre, Sportdirektoren, Geschäftsführer kommen und wieder gehen sehen, aber treue Fans wie ich sind immer für dich da und verlassen dich nicht. Warum? Weil du unsere Alemannia bist, unsere mitunter einzige Liebe. Auch wenn du zu selten deine schönen Seiten zeigen kannst, welch prachtvoller Traditionsverein du eigentlich bist. Aber auch mit nun stolzen 121 Jahren wirst du das Attribut “Klömpchensklub” nicht los. Da kannst du tun was du willst, es ist wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Du bist zwar mittlerweile aufgespalten in einer GmbH und einem e.V, aber trotzdem bist du für uns Fans immer nur der eine Klub. Unsere Alemannia.
 
Im Moment läuft wieder alles gegen dich, viele Baustellen gibt es zu bewerkstelligen. Du befindest dich wieder in einer der größten Krisen, die du in deinen 121 Jahren immer wieder erlebt hast. Du stehst aktuell auf einem Abstiegsplatz, du hast Spieler die den Adler zu tragen immer noch nicht verstanden haben, erlebst einen leeren neuen Tivoli durch Corona und sportlichen Misserfolg, musst immer wieder auf neue Leute vertrauen die dein Schicksal in die Hand nehmen und dich hoffentlich irgendwann wieder zur alter Stärke zurückführen. Ruhe ist für dich ein Fremdwort, ist ein Brand gelöscht lodert es woanders meist stärker wieder auf. Ein immerwährender Kreislauf in deinen 121 Jahren. Es ist manchmal einfach nur zum heulen wenn man deine Geschichte erzählt.
 
Man könnte sich einfach abwenden von dir, dich einfach hinter sich lassen und die Farben wechseln. Es gibt so viele Klubs die erfolgreich sind im Umland. Es wäre so einfach, so unkompliziert sich von dir zu trennen und einen Schlussstrich zu ziehen. Man hätte alle Argumente das zu tun auf seiner Seite und müsste nicht reuig zurückdenken. Ja, manche von uns haben das tatsächlich so gemacht. Sie können und konnten am Ende nicht mehr, waren entnervt, enttäuscht und verbittert von dir und deinen Leuten die dich geführt haben. Aber es gibt auch die anderen Fans, so wie mich, die diesen letzten Schritt nicht machen und niemals machen werden. Dein Trikot abstreifen und einfach ein anderes überziehen? Das wäre Verrat an den eigenen Gefühlen. Fan wird man nicht einfach so von einem Verein, man wird darin geboren. Nein, einmal Alemanne immer Alemanne. Man kämpft um dich und uns. Was haben wir nicht alles zusammen durchgemacht. Wir haben viele Aufstiege gefeiert, sind mit dir nach Berlin gefahren zur großen Pokalbühne, sind mit dir quer durch Europa gereist als Zweitligist und haben zusammen Geschichte geschrieben im UEFA Cup. Aber wir sind auch mit dir abgestiegen, viel zu viel und meist mit sehenden Auge ins Verderben gelaufen. Als man uns damals die große Fußballbühne bieten wollte waren wir für einen Moment unachtsam, vertrauten Leuten die es mehr mit sich selbst als mit der Alemannia gut meinten. Die bittere Quittung bekamen wir mit der Insolvenz und das verschwinden von der Fußballlandkarte in die Bedeutungslosigkeit, die sich nun Regionalliga nennt. Noch einen Steinwurf entfernt bangen wir um deine Existenz. Wie lange versuchst du schon dich freizustrampeln. Wie ein kleines Kind im Wasser beim Schwimmkurs, das die ersten Züge noch schafft aber dann untergeht und die helfende Hand sucht. Ich bin für sich da, immer um zu helfen. Auch wenn es schwer fällt wenn gerade ein zartes Pflänzchen der Hoffnung entsteht, und es dann kurze Zeit später rücksichtslos niedergetrampelt wird. Und trotzdem haben wir die Hoffnung das irgend jemand kommt der dich wieder zum Glanz alter Tage zurückbringt. Diese Hoffnung stirbt zuletzt. Ich bin mit dir verbunden auf ewig. Egal wie dein weiterer Weg auch sein wird und wohin er uns zusammen führen wird. Ich werde immer an deiner Seite stehen. Verlass dich drauf!
 
Du bist mein stolz und meine Liebe – nur der TSV. 🖤💛
Herzlichen Glückwunsch zum 121. Geburtstag Alemannia Aachen 🎂
 
 
 
 

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