Die unvermeidbare Niederlage?

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Darüber muss man mal sprechen dürfen.

Alles war so schön vorbereitet. Bester Saisonstart seit 1958, niederlagenlos in die Saison gestartet mit bislang eher mäßigen Spiel und nun Tabellenzweiter (wenn wir mal das Spiel in Oberhausen ausklammern) nach sechs Spieltagen. Im Nachholspiel gegen die kleinen Schalker konnte die Tabellenführung übernommen werden, und ein schönes „Punkte-Polster“ zur Konkurrenz aufgebaut werden. Es sprach nichts dagegen als am Dienstagabend die beiden Teams im Tivoli einliefen. Aber bereits nach 150 Sekunden ahnte man schon das würde kein leichter Abend werden.

 

Da erlaubten sich die Schalker, die zuvor noch ohne Sieg in der Liga waren, tatsächlich überfallartig unsere Mannschaft auszuspielen. Flanke – Kopfball – Tor. So einfach ging das. Warum? Schalkes Gasilin stand völlig frei zwischen unseren beiden Hünen Hackenberg und Löhden in der Innenverteidigung, und konnte kampflos per Kopf das Tor erzielen. Ok, da hat insgesamt natürlich die gesamte Mannschaft schön gepennt vom Anpfiff her weg – kann passieren und Zeit war wirklich lange genug.
 
Doch irgendwie lahmte das Spiel nach vorne. Was man schon in den letzten Spielen sehen konnte, zu viel Klein-Klein an der Außenlinie, zu unpräzise die Bälle nach vorne. Und wenn es doch klappte dann fand die Flanke in den gegnerischen Strafraum selten einen Alemannen. Ebenso waren die Schüsse eher der Marke Kullerbällchen. Da hätte sich Schalkes Torwart Wetklo, zu dem kommen wir später nochmal, auch ohne Handschuhe ins Tor stellen können. Denn das was er halten musste war eigentlich eine Beleidigung. Im ganzen Spiel waren drei Schüsse auf das Schalker Tor mit dem Prädikat „erstzunehmender Torschuss“ – zweimal Florian Rüter wobei einmal der Schalker Keeper hervorragend parierte, und Philipp Gödde mit seinem Anschlusstor in der Nachspielzeit. Zuwenig, gemessen an den Chancen die man sich erarbeite und dabei ziemlich viel Aufwand betrieb. Selbst die bislang stärkste “Waffe”, die Standards, blieben diesmal stumpf. Jannik Löhden hatte nur eine Möglichkeit bekommen nach einer Ecke, aber sein Kopfball ging knapp über das Tor.
 
Das was man bislang in den letzten Spielen sehen konnte bekam man auch heute präsentiert. Allerdings gab es diesmal einen motivierten Gegner der mit viel Laufbereitschaft und schnellen Kurzpassspiel die Abwehr der Alemannia vor enormen Problemen stellte. Teilweise konnten die Schalker durch den Aachener Strafraum spielen wie sie wollten. Trotzdem, trotz dass die Beine immer schwerer wurden, versuchte es Alemannia immer und immer wieder. Aber es dauerte meist zu lange bis der Abschluss gefunden wurde oder die Schalker einfach den Weg zustellten. Für eine Mannschaft die bislang noch ohne Sieg daher kam machte sie das richtig gut. Das zeigte sie auch beim 0:2. Nach einer Ecke für Aachen konterten sie blitzschnell die überraschten Alemannen aus und erzielten schon die Vorentscheidung. Das ging Blitzschnell, anders als wenn Alemannia einen Konter startete der meist schon an der Mittellinie beendet war weil man wieder das Tempo rausnahm.
 
Dass die kleinen Knappen mit Christian Wetklo einen sehr guten und erfahrenen Torhüter im Kasten stehen haben ist eigentlich auch nichts Neues. Seine Parade gegen Florian Rüter, als er das lange Bein ausfuhr und den Ball entschärfte, war nur ein Nachweis seines Tuns. Gegen den Schuss von Philipp Gödde in der Nachspielzeit war Wetklo allerdings chancenlos. Mehr musste er aber auch nicht tun an diesem Abend.
 
Mit seinen 35 Jahren und eine Erfahrung von 13 Jahren beim FC Mainz 05 gehört er zu der „abgewichsten Au Hur“ Generation. Unverständlich das sich Fans auf der Südtribüne provozieren lassen und Gegenstände auf das Feld warfen. Dass ein Christian Wetklo das ausnutzt um sich beim Schiedsrichter auszuweinen sollte einem da nicht verwundern. Es sollte aber ebenfalls keinen Verwundern wenn die Alemannia demnächst vor leeren Rängen spielt und weiterhin sanktioniert wird vom Verband. Schon unter Bewährung war in Dortmund, beim letzten Auswärtsspiel, das Verhalten von Teilen der Fans erneut auffällig geworden. Es ist gerade einmal zwei Jahre her das die Alemannia aus der Insolvenz heraus ist. Kann man es sich wirklich leisten jede Woche eine Geldstrafe zu empfangen und künftig weitaus höhere und drastischere Strafen?

 

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Eigentlich ist ja auch nicht viel passiert. Niederlagen gegen „kleine“ Mannschaften die im unteren Tabellenfeld zu finden sind ist für Alemannia nichts Neues. Diese Mannschaften liegen uns einfach nicht. Ebenso liegen uns Mannschaften nicht die aggressiv Verteidigen oder mit zwei Viererketten in der Abwehr agieren. Eigentlich liegen uns nur Mannschaften die rumstehen und uns machen lassen. Aber im Ernst!. Die Niederlage kommt vielleicht zum richtigen Zeitpunkt, um den Kopf wieder frei zu machen. Unser Coach Christian Benbennek kann zwar immer mahnend den Zeigefinger heben und darauf verweisen das man sich Woche für Woche den Lohn hart erarbeiten muss. Allerdings erreicht man manchmal nur schwer den Kopf der Spieler wenn diese sehen das es auch mit weniger Mühen geht um zum Erfolg zu kommen. Bis es dann nicht mehr in einem Erfolg mündet. Vielleicht hilft die offengelegte Wunde gegen Schalke sich wieder neu auszurichten auf die kommenden Aufgaben. Am Sonntag geht es nach Köln, zum kleinen FC. Auch diese werden im Rhein-Energie-Stadion alles dafür tun um uns zu schlagen. Ich hoffe diesmal sind wir besser gewappnet. Mund abputzen und weiter geht’s.

 
 
 
 
 
 

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