Hallejulja – die Stimme vom Tivoli wird heute 75 Jahre alt. Robert Moonen ist nicht nur vom Alter her der älteste Stadionsprecher, sondern er ist auch am längsten am Mikrofon. Dieses Jahr werden es stolze 48 Jahre sein (manche wie Arndt Zeigler sprechen von 50 Jahre), wo Robert Moonen als Stadionsprecher von Alemannia Aachen fungiert. Bei Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs gab es sogar eine Hommage an unserem Stadionsprecher. Viele von uns kennen gar keinen anderen Stadionsprecher, nur die noch älteren Fans und Altvorderen haben seinen Vorgänger Jö Schäfer noch erlebt und kennengelernt. Half Robert noch Ende der 1970 Jahre hier und da mal aus übernahm er ein Jahr später komplett die Rolle des Stadionsprechers, der seitdem das Mikrofon nicht mehr aus der Hand gab. Er ist wohl nicht nur der dienstälteste Stadionsprecher sondern auch noch der aktivste seiner Zunft die noch mit dem Mikrofon am Spielfeldrand stehen.
 

Ich mache das, solange sie mich mögen

 
Der in Aachen geborene “Öcher Jong” hat in seiner Zeit bei der Alemannia viel erlebt. Neben zahlreiche Auf- und Abstiege, das DFB-Pokalfinale 2004 in Berlin, die UEFA-Cup Spiele in Köln 2005 hat Robert Moonen viel erlebt rund um die Alemannia. Selbst nach dem Umzug ins neue Stadion, wo ja eine neue Ära der Alemannia eingeläutet werden sollte, zog er neben vielen Derivaten mit um. So ist er rückblickend eine Art Beständigkeit, die der Alemannia nach zwei Insolvenzen und sportlichen Niedergang bis runter ins Mittelmaß der Regionalliga gut zu Gesicht steht. Angenehm ist auch seine sachliche Art und Fairness gegenüber den Gastvereinen und deren Fans. Während die Kollegen seiner Zunft gerne den Entertainer an der Seitenlinie mimen, besticht er durch Sachlichkeit. Das wird an ihm geschätzt und machte ihn auch über Alemannia hinaus bekannt, auch wenn es hier und da Stimmen bei den Fans gibt die meinen das seine Art doch zu bieder ist. Zudem ist wohl kaum einer so gut mit Spielern, Trainern und Funktionären vernetzt wie er.
 

Das war für mich eine große Ehre. Da überlegte ich keine Sekunde, um zuzusagen

 
Robert Moonen wurde am 27. Januar 1946 in Aachen geboren und ist und bleibt ein Alemannia-Urgestein. Nach seiner Ausbildung als Verwaltungsamtsinspektor im Krankenkassenbereich folgte eine erste Beschäftigung bei einer privaten Krankenkasse, gefolgt von einer Anstellung in der IT-Branche. Mit der Geschäftsführung der Gala-Gastronomie inklusive Klub Zero im Casino erlangte Robert Moonen einen großen Bekanntheitsgrad. Ende 1972 wurde er gefragt ob er nicht mal hin und wieder Alemannias Stadionsprecher Jo Schäfer vertreten könnte. Ohne zweimal zu überlegen sagte er sofort zu. Wenige Monate später erkrankte Jo Schäfer schwer, so das er 1973 ehrenamtlich die Funktion des Stadionsprechers bei Alemannia Aachen komplett alleine übernahm, in einer Zeit als junge Spieler wie Jo Montanes und Nobby Lenzen am alten Tivoli ihre Runden drehten. Hoch oben unter dem Dach der Haupttribüne saß er dann in einer geschlossenen Kabine und musste oftmals Improvisieren wenn die Technik versagte.
 

Die Sprecherkabine im alten Tivoli

 
Neben seiner großen Liebe der Alemannia entwickelte er auch eine Liebe zur Mode. So wechselte er 1987 das Metier und eröffnete eine Boutique in der Peterstraße, dort wo heute das Hotel Mercure sich erweitert hat. Nachdem es dort zu klein wurde wechselte er nach 14 Jahren die Straßenseite und präsentierte seine Mode in größeren Räumen. Der Alemannia blieb er weiterhin als Stadionsprecher treu, sein Geschäft war dadurch auch immer eine Anlaufstelle für Alemannia Fans oder für die Leute die einfach nur ein Schwätzchen halten wollten. Der Mullefluppet-Preisträger des Jahres 2005 war mit seiner Frau fast 30 Jahre lang in der Modebranche tätig ehe er die Tür am 30. September 2016 für immer zu machte. Was blieb war weiterhin die Rolle des Stadionsprechers im Tivoli die 2014 um die Verantwortung im Alemannia Verwaltungsrat erweitert wurde. Statt einer geschlossenen Kabine wie im alten Tivoli ist Robert Moonen nun im neuen Tivoli so nah dran wie nie am Geschehen. Ob Anweisungen der Offiziellen, der Trainer, der Schiedsrichter oder das Geschehen auf den Rängen, Robert Moonen kann nun sofort reagieren und agieren in seiner unnachahmlichen Art der Stadiondurchsagen.
 
Wie lange er das noch machen will? “Solange sie mich mögen, am liebsten bis die Alemannia wieder in der zweiten Liga ist“, lautet seine Antwort. Heute aber feiert Robert Moonen erstmal seinen 75. Geburtstag, und darf sicher sein das die Gratulanten schlange stehen werden. Auch wir reihen uns hinten ein und Gratulieren ganz herzlich zum Geburtstag und wünschen weiterhin viel Gesundheit, weiter jede menge Energie und eine weitere Portion Leidensfähigkeit mit unserer Alemannia :-).
 
Häs jeburtstach au Hur Robert – alles Liebe 🙂
 
 
 
 

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