Der neue Gegner – Coronavirus


 
 

Der Coronavirus greift weiter um sich, besonders bei uns in NRW, und erreicht nun auch die großen Veranstaltungen. Gab es letzte Woche bereits die Debatte vor dem Spiel Borussia M´gladbach – Borussia Dortmund das Spiel abzusagen, das aber seitens der Borussia aus Mönchengladbach dennoch durchgeführt wurde, gibt es nun eine konkrete Empfehlung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Dieser hat heute empfohlen Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Zuschauer abzusagen. Zurzeit geschehe dies aus seiner Sicht immer noch zu zaghaft.
 

Nach zahlreichen Gesprächen mit Verantwortlichen ermuntere ich ausdrücklich, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern bis auf Weiteres abzusagen. Ich bin mir bewusst, welche Folgen das für Bürgerinnen und Bürger oder Veranstalter hat. Wir werden in den nächsten Tagen darüber sprechen, wie wir mit den wirtschaftlichen Folgen umgehen.

Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister

 

Mit mehr als 200 von insgesamt knapp 1.000 gemeldeten Coronafällen ist der Kreis Heinsberg besonders betroffen und liegt unweit unserer Region. Der Bundesgesundheitsmeister sagt weiter: “Wägen Sie ab, was Ihnen im eigenen Alltag so wichtig ist, dass Sie darauf in den nächsten zwei bis drei Monaten nicht verzichten wollen – sei es der Klubbesuch, die Geburtstagsfeier im familiären Kreis oder die Vereinssitzung“. Leichter gesagt als getan, Karneval ist gerade vorbei und die meisten gehen Arbeiten, zur Schule und Einkaufen (wenn die Hamsterer noch was da gelassen haben). Vor wenigen Tagen machte sich schon die Befürchtung breit das es ähnlich wie in Italien und Dänemark zu Geisterspielen kommen könnte. Die DFL (Deutsche Fussball Liga) wiegelte heute bereits erstmal ab durch DFL-Geschäftsführer Christian Seifert. Für die DFL steht außer Frage das die Saison zuende gespielt werden muss bis Mai 2020. “Nur so erhalten Clubs und DFL trotz schwieriger Umstände für die kommende Spielzeit Planungssicherheit” so der DFL Geschäftsführer. Am späten Abend sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann das man die Empfehlung des Bundesgesundheitsminister umgehend umsetzen würde und entsprechende Weisungen erteile. “Wenn wir jetzt ganz klar sagen, wir wollen in Nordrhein-Westfalen keine Veranstaltungen mehr (mit) über 1000 Menschen zulassen, dann ist das eine Empfehlung des Landesgesundheitsministers an die unteren Gesundheitsbehörden.” Diese müssten entscheiden. Er sei aber sicher, dass es nun eine einheitliche Umsetzung gebe. “In Wahrheit ist es wie eine Anordnung“. So wird wohl das Nachholspiel Borussia M´gladbach – 1. FC Köln am Mittwoch voraussichtlich vor leeren Rängen stattfinden oder gar abgesagt werden. Auch das Revierderby am Samstag zwischen Borussia Dortmund – FC Schalke 04 droht als Geisterspiel ausgetragen zu werden.
 

Ob sie ohne Publikum spielen oder ob sie gar nicht spielen, das muss schon der Verein entscheiden, nicht ich

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann

 
Aber was bedeutet das für die Regionalligen und speziell für Vereine die ein großes Zuschaueraufkommen haben von mehr als 1.000 Zuschauer? Wird es Alemannia auch treffen das Spiele abgesagt, verschoben oder gar ohne Zuschauer ausgetragen werden müssen? Bereits am Mittwoch um 19:30 Uhr hat unsere Alemannia ein Nachholspiel gegen die Reserve des 1. FC Köln, und es werden deutlich über 1.000 Zuschauer kommen. Was kann Alemannia präventiv tun um eine Austragung zu gewährleisten. Muss man als Fan das Risiko selbst abschätzen ob man nun hingeht oder besser zuhause bleibt? Und was wäre wenn? Geisterspiele auszutragen wäre für Alemannia kaum finanziell verkraftbar, ebenso wenn Spiele verschoben werden müssen auf unbestimmte Zeit. Wie sollte das auch funktionieren wenn die Saison auch in der Regionalliga im Mai zuende geht und es auch hier um Auf- und Abstiege geht. Der Wettbewerb würde durcheinander gewürfelt und wäre zudem ein finanzielles Risiko für die betroffen Vereine ohne Planungssicherheit. Und wie würden Vereine entschädigt werden, und wie hoch? Gerade Vereine in der Regionalliga und generell im Amateurbereich leben von Zuschauereinnahmen.
 
Viele ungeklärten Fragen die es gilt in den nächsten Tagen zu beantworten, vor allem wenn der Coronavirus weiterhin um sich greift und die infizierten Fälle weiter steigen. So weit ist es aktuell noch nicht, und bislang ist es auch nur eine Empfehlung. Aber aus der “Empfehlung” könnte sehr schnell ein Beschluss werden seitens der Landesregierung die dann auch auf Verbandsseite durchgesetzt werden würde. Keine Frage, die Gesundheit geht vor dem sportlichen Event und Aachen ist kein Hort des Coronavirus. In Abwägung der Gesamtsituation werden die Vereine in Zusammenarbeit mit den Behörden entscheiden ob Spiele ausgetragen werden und wie. Reicht es aus wenn die Geländer der Treppenaufgänge, wie in Gladbach, mehrmals gesäubert werden, überall verteilt im Stadion Hygienespender stehen zur mehrmaligen Benutzung? Generell soll seit längerem schon auf Händeschütteln vorläufig verzichtet werden. Was können Vereine noch tun um das Risiko zu minimieren? Der Sport hat nun einen neuen Gegner, den man nicht sieht, deren Taktik man nicht kennt und meist aus dem Hinterhalt zuschlägt.
 
 
 
 

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