Das letzte Stück alter Tivoli verschwindet – Abriss des Treppenaufganges zum Würselener Wall


 
 

Ein letztes Stück vom alten Tivoli, der Aufgang zum Würselener Wall zu den Blöcken N und M, ist nun bald auch Geschichte. Im Zuge des Neubaugebietes “Alter Tivoli” muss der alte Treppenaufgang hinter dem Wall nun ganz weichen, soll aber zumindest als kleines Stück an einem anderen Standort seine letzte Ruhestätte erleben. 

 
Was lange Jahre, nach dem Abriss des alten Tivoli, bereits feststand wurde nun heute bittere Realität. Der alte Aufgang zur alten Tivoli Kultstätte hinter dem ehemaligen Würselener Wall  wird nun abgerissen. Die Arbeiten haben diese Woche bereits begonnen. Somit wird an der alten Kultstätte, an der heute in dem Neubaugebiet “Alter Tivoli” nur noch der Wall und Straßennamen erinnern, auch der letzte Rest des alten Tivoli abgerissen. Auf dem ehemaligen Würselener Wall sollen zukünftig sogenannte Terrassenhäuser in und auf dem Wall gebaut werden. Die legendäre Stehtribüne wurde schon lange abgerissen, übrig blieben noch die darunterliegende alten Aufschüttungen, meist noch aus Kriegszeiten. Der Wall erinnert heute alles andere als an einem ehrfürchtigen Ort, denn mittlerweile ist er ganz zugewachsen. Hinter dem Wall harrte der alte Treppenaufgang noch jahrelang aus, da war 95% des alten Tivoli schon dem Erdboden gleichgemacht. Irgendwie hoffte man das dieses letzte Stück alter Tivoli Kultur doch noch überleben würde. Denn selbst wenn der Wall mit Wohnhäuser bestückt sein würde, wem könnte der alte Aufgang stören? Die jüngere Generation wird den alten ehrfürchtigen Tivoli nur noch von Bildern und alten Filmen her kennen, da wo einst ihre Väter und Großväter hinauf gingen wenn auf dem Tivoli die Post abging und legendäre Schlachten geschlagen wurden. Ich selbst ging diese Treppe zum ersten mal 1978 hinauf mit meinem Paps. 
 

Die Abrissarbeiten am alten Treppenaufgang zum Würselener Wall haben begonnen

 
Das Neubaugebiet alter Tivoli ist nahezu fertig bebaut, es fehlen noch die erwähnten Häuser die im Wall platziert werden sollen. Lange fand sich kein Käufer, und irgendwann entstand die charmante Idee diesen Aufgang einfach dort zu lassen. Die Politik war dem letztendlich nicht ganz abgeneigt, die neuen Anwohner nebenan auch nicht. Die Befürchtung das der Treppenaufgang Jugendliche anlocken würde, die dann rumsitzen würden bis tief in die Nacht sah man nicht so kritisch. Denn ohne Treppenaufgang würden die Jugendlichen eben auf dem Wall sitzen, und in Erinnerung an die alte Kultstätte schwelgen die nun nicht mehr sichtbar da ist. Es gründete sich 2017 eine Fan-Initiative “Kulturgut Tivoli erhalten”, bestehend aus der Karlsbande Ultras, die mächtig Werbung machten diesen Treppenaufgang zu erhalten. Mit verschiedenen Aktionen erreichte man schlussendlich das Teile des alten Treppenaufgangs fachmännisch ausgeschnitten und an einer anderen Stelle unweit des neuen Tivoli wiederaufgebaut werden. Geplant ist das aus den Stücken des Treppenaufgangs beider Seiten an eine Räumlichkeit angegliedert werden, die dann optisch das Bild des Treppenaufgangs in kleinerer Form wiedergeben sollen. Die Räumlichkeiten sollen dann wieder ein Anlaufpunkt für die Fans sein, wo Platz und Raum geboten wird über die Alemannia zu fachsimpeln oder einfach in Erinnerung des alten Tivoli zu schwelgen. Der Erhalt des Treppenaufganges an alter Stelle war zwar leider keine Option – dennoch sind wir froh das etwas zum Anfassen überleben wird. Auch für die jüngere Generation.
 
 
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 
 

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