Coronavirus und die Folgen für die Regionalliga


 
 

Gestern Nachmittag hatte Nordrhein-Westfalen (NRW) Ministerpräsident Armin Laschet und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann über die aktuelle Lage im Bundesland informiert. Dort wurde auch ein Erlass des Gesundheitsministeriums an die örtlichen Behörden vorgestellt der ab sofort den Umgang mit Veranstaltungen regelt. Ab sofort können die örtlichen Behörden (Gesundheitsamt) Veranstaltungen mit mehr als 1.000 zu erwartenden Besucherinnen und Besuchern grundsätzlich absagen. Alternativ können sie bei sportlichen Großveranstaltungen eine Durchführung ohne Zuschauerbeteiligung prüfen.
 

Unser Ziel muss sein, die Ausbreitung des Corona-Virus so weit wie möglich zu verlangsamen, um krankheitsanfällige Menschen zu schützen. Die Virologinnen und Virologen, mit denen ich gesprochen habe, empfehlen, dass wir große Menschenansammlungen, wo es geht, vermeiden sollte

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann

 
Basierend darauf wurden sodann die ersten Begegnungen von Borussia M´gladbach – 1. FC Köln und das Ruhrderby Borussia Dortmund – FC Schalke 04 als reine Geisterspiele deklariert. Nach und nach erfolgten dann dann die weiteren Partien die als Geisterspiele ausgetragen werden. Der 26. Spieltag der Fußball Bundesliga wird somit wahrscheinlich ein reines Geisterspiel werden. Betroffen sind hier von auch die Zweitligisten, wo ebenfalls schon eine Vielzahl von Spielpaarungen als reine Geisterspiele durchgeführt werden.
 
Da der Erlass des NRW Gesundheitsministerium zeitlich unbegrenzt ist, und andere Bundesländer ähnlich verfahren, besteht die Möglichkeit das die restlichen Saisonspiele der 1. und 2. Bundesliga ohne Fans zu Ende gebracht werden. Anders verhält es sich noch in der 3. Liga und in den Regionalligen plus allen unterklassigen Ligen die mehr als 1.000 Zuschauer haben werden. Für die Regionalliga West wurde gestern die Nachholpartie Alemannia – 1. FC Köln bereits abgesagt. Der Westdeutschen Fußballverband (WDFV) informierte die Vereine dass generelle Spielabsagen in Verbindung mit der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus derzeit nicht vorgesehen sind. Jeder Verein ist im Vorfeld eines Heimspiels verpflichtet, mit seinem örtlich zuständigen Gesundheitsamt in Kontakt treten und mit diesem abklären, ob das jeweilige Spiel ausgetragen werden kann. Die Verfügung des Gesundheitsamtes ist entsprechend zu befolgen, mögliche Auflagen sind vom Verein zu beachten. Erlaubt das Gesundheitsamt die Austragung eines Spiels nicht, wird das Spiel abgesetzt.
 


 
Es ist damit zu rechnen das künftige Partien in der Regionalliga West wo über 1.000 Zuschauer erwartet werden, wie z.B. Vereine wie Rot Weiss Essen, Alemannia Aachen, Wuppertaler SV, Rot Weiß Oberhausen und Fortuna Köln, abgesagt werden. Manche Vereine wie Fortuna Köln zeigen sich schon kreativ und wollen für ihr kommendes Heimspiel gegen Borussia M´gladbach II maximal 1.000 Zuschauer zulassen. “Für uns als Fortuna Köln bedeutet der Erlass des Landes NRW, dass das Spiel gegen die U 23 von Borussia Mönchengladbach stattfindet. Es besteht keine erhöhte Gefährdung, wodurch aktuell eine Spielabsage ausgeschlossen werden kann. Wir haben die Voraussetzungen geschaffen, dass maximal 1000 Personen dem Spiel beiwohnen”, erläutert Benjamin Bruns, Geschäftsführer der Fortuna. So hat die Fortuna inzwischen den Vorverkauf eingestellt, die Tageskassen werden nicht geöffnet. Dauerkarten und bereits erworbene Tageskarten sollen ihre Gültigkeit behalten. Vereine wie der Tabellenzweite SC Verl könnten je nach dem ihre Partien austragen vor Publikum wenn nicht mehr als 1.000 Zuschauer erwartet werden. Im Schnitt liegen sie gerade knapp über die 1.000er Marke. Aber auch hier solidarisiert man sich mit der Liga und will lieber Absagen statt spielen, weil der Wettbewerb dann so nicht mehr gegeben ist. Auch die TuS Haltern, die ihre Sicherheitsspiele in Wattenscheid austrägt, könnten Spielabsagen drohen. Dagegen würden Partien der anderen Regionalligisten die weniger als 1.000 Zuschauer im Schnitt haben stattfinden. Anders machen es die U-Mannschaften der Profivereine. Fortuna Düsseldorf II,  die am Wochenende im kleinen Derby den 1. FC Köln II erwarten, werden das Spiel ohne Zuschauer austragen obwohl von einer Kulisse von mehr als 1.000 Zuschauern ausgegangen wurde.
 
Das ist für Vereine wie Rot Weiss Essen, Alemannia Aachen, Wuppertaler SV und Rot Weiß Oberhausen keine Option da dies nicht finanziell zu verkraften wäre. Zuschauerkrösus Rot Weiss Essen rechnete bereits vor das die finanziellen Verluste kaum zu stemmen seien. Auch Alemannia Geschäftsführer Martin vom Hofe erläuterte das man im Schnitt 40.000 – 50.000 Euro bei einem Heimspiel umsetzt durch Zuschauer- und Catering/Merchandising Einnahmen. “Darauf sind wir angewiesen“, so der Alemannia Geschäftsführer. Fraglich bleibt wie lange Spiele verlegt werden können ehe die Tabelle vollends schief steht und die Nachholpartien der einzelnen Vereine im 2-3 Tage Rhythmus stattfinden müssen. Weiter mag man aber noch nicht schauen. Der Worst-Case könnte am Ende auch sein, ähnlich wie im Eishockey oder in Italiens Serie A, das die Saison beendet wird mit aktuellen Stand. Wie das aussehen könnte mag man sich jetzt noch nicht zusammenreimen, aber je nach Verlauf der Coronainfektion ist das kein unrealistisches Szenario. Man erinnert sich als vor Wochen “Experten” gesagt haben wie unwahrscheinlich es ist dass das Coronavirus aus China bis nach Europa kommt.
 
Am kommenden Wochenende hat die Alemannia zumindest Glück das sie kein Spiel absolviert, aber schon am nächsten Wochenende steht die Reise zum SV Lippstadt an. Auch dort werden über 1.000 Zuschauer erwartet, und dann wiederum steht das nächste Heimspiel gegen den Bonner SC an. Es wird uns also nicht nur einige Tage sondern wahrscheinlich noch einige Wochen beschäftigen, je nach Lage und Ausmaß der Coronainfektion. Für die Vereine und uns Fans sicherlich keine schöne Situation – aber Gesundheit geht vor der schönsten Nebensache der Welt. Denn wie sowas aussehen könnte, sehen wir aktuell in Italien. Es bleibt nur die Hoffnung das es tatsächlich nur eine Maßnahme von zwei oder drei Wochen sein wird. Als weitere Vorsichtsmaßnahmen gehen einige Klubs soweit das es kein öffentliches Training mehr gibt, keine Interviews und keine Selfies mit Fans. Händeschütteln ist per se schon “verboten”. Der Kontakt wird und bleibt vorerst eingeschränkt.
 
Auf Twitter habe ich einen kleinen Liveticker geschaltet wo die wichtigsten Infos kurz und knapp gepostet werden zum Status der Alemannia und der Regionalliga West. Wer mag kann mir da gerne Folgen -> DieKaeferLive
 
 
 
 

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