Coach Peter Schubert verläßt die Alemannia

Schubert-ATSV

 

Die Spatzen pfiffen es schon länger vom Tivoli Dach, nun beendete gestern Coach Peter Schubert alle Spekulationen und gab bekannt das sich die Wege am Saisonende trennen werden. Ein fast Unrühmliches Ende könnte man am Schluß meinen. Seit Wochen gab es Stillstand in der Vertragsfrage, angeblich lag ein neuer Vertrag vor, von dem andersherum behauptet wurde das es keinen gibt außer den einen Unannehmbaren. So verstrichen die Wochen, und spätestens nach dem gestrigen Schlusspfiff war klar dass das Kapitel Schubert/Alemannia zuende gehen würde. Die Alemannia Fans verpassten Peter Schubert aber wenigstens einen schönen Abschied, denn auch wenn es am Ende nicht zum großen Wurf gereicht hat war es eine Saison die man sich so nicht im entferntesten hätte Vorstellen können. Letzte Mission am letzten Spieltag, die Vize-Meisterschaft perfekt machen. Wer hätte das gedacht nach zwei Jahren aus der Insolvenz heraus?

 

Ich bin unheimlich stolz darauf als Trainer für diesen großartigen Verein gearbeitet zu haben!

 

Peter Schubert kam 2012 vom VfB Lübeck zum Tivoli und trainierte die Alemannia U23, Interimsweise auch die Profimannschaft nach dem Rücktritt von Ralf Aussem, bis 2013. Nachdem der Verein Alemannia Aachen in die Insolvenz ging übernahmen er und Reiner Plaßhenrich (als Co-Trainer) die sportliche Leitung der ersten Mannschaft. Ziel war es sich im ersten Jahr der Regionalliga West  zu konsoldieren und einen gesicherten Mittelfeldplatz zu erlangen. Der Start verlief schleppend, kurzweilig befand man sich sogar in der Abstiegszone ehe man in der Rückrunde ins gesicherte Mittelfeld einkehrte. Im zweiten Jahr war die Zielvorgabe ein oberer Tabellenplatz. Es sollte eine ruhige Saison werden ohne Abstiegssorgen und die Grundsteine gelegt werden für den angepeilten Aufstieg in die 3. Liga spätestens 2018. Mit einem Grundgerüst an Spielern wurden weitere Spieler geholt und schon die Vorbereitung ließ erahnen wie stark Alemannia war. So kam es dann auch das man lange Zeit um die Regionalliga West Meisterschaft mitspielte und erst am Schluss den Anschluß verlor. Dennoch war es eine Saison der Rekorde, 30.313 Fans gegen RW Essen, 22.800 gegen Borussia M´gladbach II, insgesamt über 180.000 Zuschauer besuchten die Heimspiele der Alemannia. Zudem blieb man über ein Jahr zuhause unbesiegt. Alemannia war wieder in aller Munde, und hätte es am Ende selbst in der Hand gehabt. Doch Niederlagen beim FC Kray, FC Schalke 04 II und der Heimniederlage gegen Viktoria Köln beendeten den Aufstiegstraum.

 

Würdige Verabschiedung am Zaun - Peter Schubert
Würdige Verabschiedung am Zaun – Peter Schubert

 

Warum man im Schlussspurt nicht mehr die Nervenstärke besaß hatte wohl vielfältige Gründe. Alles hat wohl letztendlich seinen Teil dazu beitragen das es am Ende nicht ganz zum großen Coup gereicht hat. Ob es nun die unkonkreten Vertragsgespräche mit den Spielern war, das öffentliche Scharmützel zwischen Sportdirektor Alexander Klitzpera und Peter Schubert via Aachener Zeitung, oder doch die fehlende Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor, das sich wie ein roter Faden durch die Saison zog. Für Peter Schubert war der neue Vertrag für die Regionalliga am Ende unannehmbar, für Sportdirektor Alexander Klitzpera das letzte Angebot zu den vorliegenden Konditionen. Nun wird sich Peter Schubert einer neuen Aufgabe widmen, wohin es ihn ziehen wird bleibt noch unbekannt. Seine Art des Coachings kam bei einigen nicht an, es wurde bemängelt das er zu spät oder garnicht auswechselte und taktisch sah man vieles anders. Jeder “Bundestrainer” auf der Tribüne wird seine Meinung dazu haben wie man es hätte besser machen können. Doch fakt ist das Peter Schubert es geschafft hat aus einer wild zusammengewürfelten Mannschaft eine Einheit zu formen die nach nur zwei Jahren es bis zur möglichen Vize-Meisterschaft gebracht hat. In der schwersten Stunde des Vereins hat er den Fans und den Verein wieder das zurückgegeben was in den letzten Jahren schmerzlich vermisst wurde. Erfolg!
 
Dafür ein Danke, Danke Hans-Peter Schubert!

 

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