(Bitteres) Aus im Bitburger Pokalhalbfinale gegen Bonner SC

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Die Konstellation war äußerst günstig. Der Tabellenzweite der Regionalliga West, Alemannia Aachen, fährt zum Tabellenzweiten der Mittelrheinliga Bonner SC. Keine Frage wer hier das Favorit ist. Und dennoch, am Ende schied der “Favorit”, den es nur auf dem Papier gab, gegen einen stark kämpfenden Mittelrheinligisten verdient mit 2:1 aus. Hochmut kommt vor dem Fall, der Pokal hat seine eigenen Gesetze, und nur der Tüchtige wird den Lohn ernten. Ja, alle diese Floskeln verdienen mindestens 5 Euro im Phrasenschein. Während der Bonner SC sich nun berechtigte Hoffnungen machen kann nächstes Jahr im DFB Pokal zu spielen, ist der Traum bei unseren schwarzgelben geplatzt. Nach mehr als 20 Pflichtspielen verlor man zum äußerst ungünstigen Zeitpunkt ein wichtiges Halbfinale. Denn mit dieser Niederlage hat man mehr als eine Handvoll Geld in Bonn liegenlassen. Vorausgesetzt man hätte das Finale gewonnen, den letzten wichtigen Schritt, hätte man sich im lukrativen DFB Pokal auf gute Einnahmen und tolle Spiele freuen können. Das kann man sich nun vor dem heimischen Fernseher bei anderen angucken.

 

Der Zwist untereinander wurde ausgeräumt - Alexander Klitzpera und Peter Schubert
Der Zwist untereinander wurde ausgeräumt – Alexander Klitzpera und Peter Schubert

 

Was sind die Gründe? Wieso spielte die Mannschaft, wenn auch nicht in Bestbesetzung, einen blutarmen Fußball (vor allem in der zweiten Halbzeit)? Wo waren einige Spieler mit dem Kopf? Schon bei einem neuen Verein? Oder stehen mehrere Vertragsgespräche an? Ist der Druck zu groß auf einmal? Oder war es doch der Kleinkrieg zwischen Coach Peter Schubert und Sportdirektor Alexander Klitzpera der via öffentliche Presse ausgetragen wurde? Man wird es letztendlich nicht erfahren. Aber eines ist Gewiss. Egal welche der genannten Aussagen stimmen mag…es ist zu billig um als Ausrede herzuhalten. Selbst wenn die Bestbesetzung nicht antrat (Marcus Hoffmann hatte “private Gründe”, Peter Hackenberg und Dennis Dowidat verletzt), haben wir doch mehr als 11 Spieler im Kader. Und gerade die Spieler 12-19 sollten doch bis unter die Haarspitzen motiviert sein wenn sie ran müssen! Taten sie aber nicht, jedenfalls nicht die die im Kader standen und später auf dem grünen Rasen. Das Geplänkel zwischen Schubert und Klitzpera war rechtzeitig vor dem Spiel bereits am Donnerstag Abend ausgeräumt. Eine interne Aussprache erfolgte (wurde ja auch Zeit) und nun sind alle wieder auf das gleiche Gleis gesetzt.

 

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Waren es doch vielleicht die noch nicht abgeschlossenen Vertragsgespräche mit einigen Spielern? Waren diese bereits “im Kopf bei einem neuen Verein”? Wenn ja, spielt man dann nicht mehr 100% weil es eh keinen juckt wo der Verein am Ende landet? Für eine Vertragsverlängerung hat man sich mit diesem Spiel auch nicht beworben. Aber im Ernst, von einem Spiel hängt es sicherlich nicht ab. Das die Vertragsgespräche in den Köpfen rumgeistern wahrscheinlich schon eher. Der Körper will, kann aber nicht weil der Geist blockiert. Und dann hat der Körper auch keine Lust mehr. So einfach? Vielleicht war aber auch ganz pofan der Bonner SC der geilere Verein, der unbedingt in das Bitburger Pokalfinale einziehen wollte. Während unsere Alemannia eher auf das große Ziel 3. Bundesliga schielt. Ist es da zu vermessen das man vielleicht unbewusst andere Prioritäten setzte? Man sieht, man kann sich aus allem etwas zusammenstricken, in der Stunde der Niederlage traut man alles und jedem zu. Und das ist die große Gefahr für das große Ziel. Es stehen noch sieben Spiele in der Regionalliga West an, sieben Spiele um sich den Meistertitel zu sichern der zur Aufstiegsrunde der 3. Bundesliga berechtigt. Nur noch sieben mal den inneren Schweinehund überwinden, und am besten den ärgsten Konkurrenten aus Gladbach am 17. April vom Tivoli schiessen. Damit würde man einen großen Schritt machen.

 

Aufstieg

 

Misslingt aber dieser Schritt, wird alles in Frage gestellt werden. Am Ende steht man dann vor einem Scherbenhaufen. Dabei ist die Gelegenheit dieses Jahr aufzusteigen wahrscheinlich die allerbeste die man jemals wieder bekommen könnte. Vereine wie Viktoria Köln, Rot Weiß Essen und Sportfreunde Lotte hat man dieses Jahr abgebügelt, obwohl diese eine ordentliche Ecke mehr investiert haben als Alemannia. Ob und das im kommenden Jahr, mit anderer Mannschaft, nochmal gelingen würde? Alemannia und das Team haben bislang eine geile Saison hingelegt. Was hat sie uns verzückt mit Siegen, einer neuen Heimstärke und die Big Points gegen die Konkurrenz. Was war es für ein Gefühl gegen Rot Weiß Essen vor über 30.000 Zuschauer zu spielen? Alemannia hat nur zwei Jahre nach der schlimmsten Katastrophe wieder Menschen bewegt, und verlorenen gegangenes Vertrauen wieder zurückerobert. Ganz gelungen ist ihr das noch nicht, aber der Anfang wurde gemacht. Aber die Alemannia und das Team sind dabei innerhalb von zwei Wochen (heutige Niederlage im Pokal, am 17.04 das Gipfeltreffen mit Borussia M´gladbach II) alles zu verspielen. Und wie das immer so ist, das negative bleibt am längsten hängen. Da wird es niemanden mehr interessieren wie toll die Saison war. Dann steht unter dem Strich – man hat es verpatzt.

 

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Ich hoffe das die Mannschaft, das Trainerteam und der Sportdirektor sich dessen bewusst sind. Alemannia hat die größte Chance großes zu leisten. Und steht sich nun wieder möglicherweise selbst im Weg. Das darf nicht passieren. Jetzt müssen die Arschbacken zusammengekniffen werden und die letzten Spiele konzentriert angegangen werden. Um zu zeigen das man es will! Die Fans sind bereit dazu. Und wer von den Spielern bereits weiß das er kommende Saison nicht mehr hier sein wird soll seine Schuldigkeit mit dem Aufstieg besiegeln. Denn es wäre das was die Mannschaft bislang die ganze Saison gezeigt hat – Teamgeist und mannschaftliche Geschlossenheit. Auf gehts Alemannia!

 

 

 

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