Anspruch und Wirklichkeit

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Nachdem hier ja lange nichts mehr geschrieben wurde wird es nun wieder Zeit. Was ist los mit unserer Alemannia? Vor ein paar Wochen hatte ich noch einen solchen Hals auf unseren Klömpschensklub, das ich hier und auf Facebook mir einen selbstverpassten Boykott auferlegt habe. Die Zeilen waren es einfach nicht mehr Wert etwas über den desolaten Zustand der Alemannia zu schreiben. Aber wie das ja immer so ist, nach einigen Tagen ist der Zorn verraucht und die Alemannia hat einen doch wieder infiziert.

 

Jetzt sind wieder einige Wochen ins Land gezogen mit weniger Auf und mehr Ab. Gebessert hat sich nicht viel, Alemannia bleibt so unberechenbar wie ein Stück Eiszapfen am Dach in der Sonne. Fällt er ab oder hängt er noch, und wenn wie lange? Mittlerweile gibt es über die Darbietungen auch keine Wut mehr. Das ist das schlimmste eigentlich! Es ist mir mittlerweile, auf gut deutsch gesagt, scheissegal. Natürlich hat der Sieg gegen RW Essen wieder den innersten Schweinehund geweckt, jetzt hat es die Mannschaft verstanden und jetzt zeigen wir mal der Liga wie es geht. Dazwischen gab es Erklärungen und zuletzt mahnende Worte aus dem Aufsichtrat. Kritik ist nicht erwünscht so der Tenor aus der Botschaft. Nun, das Wochenende hatte es dann wieder in sich. In Düsseldorf wurde wieder gekickt wie eine Thekenmannschaft (trifft es das?), am Ende fährt man mit null Punkten nach Hause. Bravo. Achja, der Fabian Graudenz hat noch mal getroffen. Wenigstens etwas positives. Das Auf und Ab der Alemannia, und von Viktor Maier im Sturm, geht weiter. Diesmal entlud sich der Frust am Zaun in Düsseldorf, wo der mitgereiste Anhang sich mal wieder im falschen Film wiederfand. Es sollen auch Worte unterhalb der Gürtellinie gefallen sein, aber “da muss man halt durch” sagt Timo Staffeldt.
 
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Man fragt sich woran es liegt das die Spieler in dieser Saison nichts auf die Kette bekommen. Hat man letzte Saison so über den Zenit gespielt? Haben in der Sommerpause die Herren Hackenberg, Ernst, Graudenz, Maier, Müller, Demai und die neuen Spieler vergessen wie es geht? Ist der Fussball auf einmal der Feind? Wohin ist die Passgenauigkeit verschwunden? War der Anspruch des Aufsichtrat auch nicht ein anderer wenn man mit einem hohen Zuschauerschnitt kalkuliert hat? Natürlich hat der Aufsichtrat recht wenn er sagt das nach zwei Jahren der Insolvenz es noch nicht rund laufen kann. Die Kritik warum man denn zwei Geschäftsführer braucht klingt logisch. Die neue Mannschaft braucht Zeit sich zu entwickeln unter dem neuen Coach Christian Benbennek. Mit viel Lobeshymnen nach Aachen gekommen steht er nun am Pranger. Zu recht? Nach dem besten Saisonstart seit 58 Jahren konnte man zufrieden sein. Es lief zwar spielerisch nicht ganz rund, aber man war effektiv. Was sollte die Liga staunen wenn wir auch noch gut spielen, so dachte ich damals über den Saisonstart.

 

Es folgten dann Niederlagen, mit teilweise schaurigem Spiel unserer schwarzgelben. Zwischendurch wurden einige Spieler mal kurz suspendiert, weil sie den Erfolg gefährdeten mit ihrer laschen Einstellung. Zuletzt traf es Bastian Müller der sogar in die zweite Mannschaft verbannt wurde. Auch Torwarttrainer Westig wurde kaltgestellt und ins Nachwuchsleistungzenter abgeschoben, angeblich hatte er ein zu gutes Verhältnis zu Teilen der Mannschaft. Ich war nicht dabei, und mag es auch nicht bewerten. Allerdings verstehe ich bis heute nicht das Alemannia sich durch die hiesigen lokalen Medien immer wieder vorführen lässt. Für viele ist der Hauptschuldige aber eher Geschäftsführer Sport Alexander Klitzpera. Als er kam, und das mag Zufall sein oder nicht, ging es mit der sportlichen Leistung abwärts. Ja, man behauptet sogar das er der Alemannia den Aufstieg gekostet hat. Dass das Trainergespann am Ende auch ausgewechselt wurde, hatte weniger mit persönlichen Eitelkeiten zu tun, hört man so sagen.

 

Auch hier kann man das schlecht beurteilen ob man nun den schwarzen Peter dem Alexander Klitzpera zuschieben kann. In Teilen sicherlich schon, er hat die Mannschaft samt Trainer zusammengestellt. Aber er hat auch Spieler gehalten von denen man dachte das sie schneller weg sind als wir gucken konnten. Und wenn man sich den Kader anschaut ist doch eigentlich genug Potenzial drin um mehr zu zeigen als das wie am Samstag! Passt der Trainer nicht zur Mannschaft? Versteht die Mannschaft den Trainer nicht? Versteht Alexander Klitzpera die Fans nicht? Verstehen die Fans nicht das große Ganze? Der Aufsichtrat hat dargelegt das man jetzt schon die Strukturen legt um später für die 3. Bundesliga gerüstet zu sein. Auch Trainer Benbennek bittet jetzt zum verschärften Training. Den ganzen Tag sollen die Spieler nun am Tivoli verbringen, damit man weiß worum es geht. Mir hat sich bisher eh nicht erschlossen warum die Mannschaft selbst bei desolater Spielweise und Niederlage noch einen Tag “frei” bekommt. Bei anderen Mannschaften gehen die Spieler vor dem Training und Spiel sogar noch einer geregelten Arbeit nach. Ebenfalls erschliesst sich mir nicht die Doppelsechs, denn hat sie Tore verhindert oder Tore eingeleitet? Es erschliesst sich mir auch nicht warum wir nicht vorne mit zwei richtigen Stürmern zu Werke gehen. Und warum bekommt unser Youngster Hasani nicht mal eine Chance? Ist er doch soviel schlechter als das was wir jede Woche unten auf dem Rasen bemitleiden? Dürfen wir darüber nicht auch mal meckern?
 
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Christian Benbennek, Alexander Klitzpera, oder Thomas Deutz aus dem Alemannia-Präsidium sind in den Augen vieler die Schuldigen an der schlechten Darbietung. Wenn man aus zehn Spielen ganze sieben Punkte holt dann kommt man schon in Erklärungsnot. Vor allem wenn man vorher davon spricht das man die gute zweite Halbzeit gegen RW Essen transportieren will nach Düsseldorf, und am Ende nicht mal die Hälfte dessen gezeigt hat an Leistung. Das sind markige Sprüche an denen man nun im negativen Lauf gemessen wird und jedes Wort auf die Goldwaage wandert. Der Bock wurde schon dreimal umgestossen und viermal wieder aufgerichtet. Die Spieler wirken ratlos, der Trainer teilweise auch beim betrachten der Spielweise in der Meisterschaft und beim Training, und der Fan ist einfach nur noch leid. Alle zwei Wochen klingen die “Ausreden” wie alter Wein in neuen Schläuchen.

 

Die Saison dürfte gelaufen sein, die Konkurrenz ist einfach konstant und gewinnt ihre Spiele. Man kann nur hoffen das zumindest zuhause noch der ein oder andere Gegner geschlagen wird. Auswärts glaube ich daran nicht mehr. Was schlimmer wiegt ist das die “normalen” Fans sich nun abwenden werden, sei es das weniger Auswärts gefahren wird oder sei es das die Heimspiele nicht mehr besucht werden. Kann man es denen verdenken? Wer fährt schon auswärts mit und investiert Zeit und Geld um am Ende gefrustet nach Hause zu fahren? Verlieren kann man immer – aber so wie unsere Alemannia? Weh wird es am heimischen Tivoli tun, der sinkende Zuschauerschnitt wird sich am Saisonende bemerkbar machen. Alemannia ist dabei das dicke Fauspfand zu verspielen bzw. zu verprellen. Seine Fans. Der Anspruch war groß am Saisonanfang, nun hat die harte Wirklichkeit uns lange eingeholt. Ob die Mannschaft noch eine Anwort darauf findet?

 

 

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