Am Ende überwiegt der Stolz – trotz Finalniederlage

Bildquelle Alemannia Aachen

 

Alemannia Aachen – Viktoria Köln 0:2 n.V.

Am Ende unterlag die Alemannia nach einem Kampfspiel über 120 Minuten dem Favoriten aus Köln mit 0:2. Aus der Traum vom Gewinn des Bitburger Pokals und der DFB Pokal Teilnahme. Aus der Traum von einer Zusatzeinnahme von 115.000 Euro die der Verein hätte gut gebrauchen können. Der krönende Saisonabschluss im Bonner Sportpark blieb aus – aber nur in Form des Titels. 
 
Denn das was die Mannschaft über 120 Minuten im Bonner Sportpark zeigte war zwar kein fussballerischer Hochgenuss, aber die typische Alemannia Tugend die jeder einzelner Spieler in die Waagschale geworfen hat. Rein aus finanziellen Mitteln kann sich die Alemannia derzeit kaum mit Viktoria messen, spielerisch waren die Kölner ebenfalls eine Nummer größer als unsere Alemannia. Und wenn man sich die letzten Wochen in der Meisterschaft anschaute, insbesondere die katastrophale 0:4 Niederlage gegen jene Kölner Viktoria, zeigten heute alle Spieler das Gesicht was man bei der Alemannia sehen will. Kampf, Leidenschaft und Emotionen. Das war wieder die Alemannia so wie wir sie kennen. Kein Meter war zu weit, keine Grätsche umsonst, kein Gegenspieler konnte kampflos vorbeimarschieren.

 

Über 5.000 Zuschauer, davon mehr als 4.00 aus Aachen, machten den Bonner Sportpark zu einem Heimspiel. Ganze 108 Minuten hielt man die Viktoria in Schach mit Ihren “Superstars” Patzler, Wunderlich, Handle,  Kreyer und  Golley. Dafür hatte sich Fuat Kilic eine Taltische Meisterleistung ausgedacht. Waren die Kölner im Ballbesitz und in der nähe des Aachener Strafraums, empfing sie eine fünfer Abwehrkette. Wenn man selbst im Ballbesitz war, oder die Kölner in der eigenen Hälfte, dann wurde auf eine dreier Abwehrkette umgeschaltet. Vorne sollten es bei Kontern Mergim Fejzullahu und Junior Torunarigha richten. Nach 15 Minuten wäre die Taktik beinahe aufgegangen als Tobias Mohr der Kölner Abwehr enteilte und den Ball quer legte. Doch Fejzullahu´s Schuss aus 8 Meter konnte Viktoria Keeper Patzler parieren. Alemannia setzte mit dieser Spielweise immer kleine Nadelstiche so das sich die Kölner nie sicher konnten. Die Partie gestaltete sich in der ersten Hälfte offen, auch wenn die Viktoria gefühlte 70% Prozent Ballbesitz hatte. Bis auf wenigen Ausnahmen, die Aachen Keeper Mark Depta glänzend entschärfte, kamen die Kölner kaum durch den Abwehrriegel.

 

 

In der zweiten Halbzeit wich die Alemannia nicht ab von Ihrer Spielweise, und die Kölner drückten immer mehr in den Aachener Strafraum rein. Nach mehreren guten Chancen durch Wunderlich, Golley und Kreyer, wo sich unser Keeper Mark Depta exzellent auszeichnete, schien es so als würde die Viktoria einfallslos wirken. Man kam einfach nicht durch, und wenn wurde die Chance vertan. Mit der Einwechslung von Marcel Damaschek kam nochmal Schwung auf die linke Seite, denn die Alemannia konnte sich kurz vor dem regulären Ende befreien und eigene Chancen entwickeln. So scheiterte Fejzullahu und Torunarigha (der danach völlig entkräftet ausgewechselt wurde gegen Mickels) bei ihren Chancen. Fast hätte David Pütz den Kölnern den finalen K.O versetzt, als sein Kopfball knapp am linken Pfosten vorbeiging kurz vor dem Abpfiff.

 

Bildquelle ARD Livestream

 

Die Verlängerung gestaltete sich wie zuvor, die Viktoria wollte und kam nicht durch, Alemannia hielt die Sperrmauer zusammen und imitierte eigene Angriffe. So hatte urplötzlich Kapitän Nils Winter die Doppelchance zur Führung, als er freistehend zweimal an den Kölner Keeper scheiterte. Nur eine Minute später war der zuvor eingewechselte Kai Bösing am langen Pfosten frei und setzte den Ball aus einem Meter über das Tor. Jetzt war es nichts mehr für schwachen Nerven. Die zweite Hälfte der Verlängerung sollte dann die Entscheidung bringen, als in der 108 Minute ein langer Ball auf dem zweiten Aachener Pfosten kam und Sven Kreyer Volley den Ball ins Aachener Tor versenkte zum 0:1. Danach wurde es leider innerhalb und außerhalb des Feldes ruppig, als Tobias Lippold einen Kölner umsenste und es zur Rudelbildung kam. Das Schiedsrichter-Trio hatte alle Hände voll zu tun als im Tumult Joy-Slayd Mickels einen Kölner am Gesicht berührte der daraufhin zusammenbrach. Dumme Aktion von Joy-Slayd, und eine glänzende schauspielerische Einlage des Kölners. Dennoch gab es zurecht die rote Karte für Mickels da er eben das hätte nicht tun dürfen. Daraus ergab sich fast ein Platzsturm aus dem Aachener Block, der letztendlich aber verhindert werden konnte und die Emotionen runterkochten. Alemannia suchte ihr Heil nun in der offensive trotz Unterzahl, aber nun stellten die Kölner den Strafraum zu. Als die Nachspielzeit schon mehr als fünf Minuten lang war kam bei einem Standard auch Aachen Keeper Mark Depta mit nach vorne. Die Flanke in den Strafraum wurde abgewehrt und Mike Wunderlich hatte dann kaum Mühe den Ball ins leere Aachener Tor zum 0:2 einzuschieben, was faktisch den Endstand bedeutete.

 

Bildquelle Alemannia Aachen

 

Unter dem Strich hat die Alemannia dem Favoriten aus Köln gut Paroli geboten, die befürchtete Abschlachtung gab es nicht und auch nicht die Chancenlosigkeit. Am Ende war es leider so das sich die Qualität dann doch durchgesetzt hat. Die Spieler haben gezeigt was sie über die gesamte Saison 2017/2018 ausgezeichnet hat, und sie ein stückweit unberechenbarer machte. Nach packenden 120 Minuten Pokalfight konnte man dennoch Stolz auf die Leistung sein, und auch der Frieden mit den Fans wurde mit dem Abpfiff wiederhergestellt. Neben den bekannten Abgängen werden wohl nun auch Tobias Mohr, Nils Winter und Mein Kühnel die Koffer am Tivoli packen. Der finanzielle Spielraum wurde mit der Finalniederlage leider nicht vergrößert, so das man diese Spieler wahrscheinlich nicht halten kann. Dennoch haben Sie heute gezeigt wo ihr Herz hängt, wo immer es sie hinziehen mag – alles Gute. Vielleicht gibt es ja doch noch einen kleinen Funken der Hoffnung.
 
 
 
 

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