Als ich zufällig Hannes Kau traf

 

Also manchmal muss man ja nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. So auch letzte Woche Samstag, als ich für meinen kleinen Image-Film vom neuen Tivoli gerade meine Runden drehte und filmte. Die Familie war natürlich auch mit, und so begaben wir uns zur besten Mittagszeit in den Klömpchensklub um dort zu dinieren. Das kann man da übrigens, wer es bislang noch nicht wusste, sehr sehr gut. Freundliches Personal, ein freundlicher Chef, und die Auswahl der Menüs und Getränke sind wahrlich exzellent. Die Alemannia “Fan-Kneipe” ist endlich das was es früher nie gewesen ist. Wenn man schonmal da oben sitzt kann man auch einen Blick ins Stadioninnere werfen, dazu muss man nicht Raucher sein. Über die kleine Brücke am Ausgang/Eingang im Stadion ist man schon auf der Tribüne und kann ins weite Runde schauen.
 
Als ich aber gerade auf der Brücke stand und in den Stadionumlauf die Kamera hielt, sah ich das unten ein Kiosk offen war und einige Leute die sich rege unterhielten. Ein paar Leute klebten kleine und größere Ausdrucke vom alten und neuen Tivoli an der Wand. Komisch, was für Event mag das nur sein dort unten? die Frage konnte man mir nicht im Klömpschenklub beantworten, also ging ich da doch mal selbst hin. Und schon war ich mitten in ein Weihnachtstreffen der Stadt Aachen gelandet. Hier traf man sich zum Glühwein, später sollte es zum Klömpchensklub gehen zum gemeinsamen Essen, und eine Stadionführung im Tivoli und ein Gang zum ehemaligen Standort des alten Tivoli sollte den Nachmittag abrunden. Natürlich faszinierten mich die alten Bilder die dort aufgegangen waren und ich erfuhr das damals ein Kollege viele Luftaufnahmen für die Stadt und der Alemannia gemacht hat. Ich erhielt die Erlaubnis diese anzuschauen und auch zu fotografieren für meinen Blog hier, dabei wollte ich ja gar nicht die kleine Feier stören. Aber das war kein Problem für die Feierenden.
 
Viele schöne Fotos aus der Luft waren zu bestaunen, und natürlich auch schöne alten Aufnahmen vom alten Tivoli und sogar mit einigen Spielszenen. Die Bilder faszinierten natürlich auch andere die ebenfalls interessiert sich diese anschauten. Während ich die Bilder so anschaute fiel natürlich der Blick auf das Neubaugebiet, dort wo mal unser alter Tivoli stand. Da schaute dann neben mir auch jemand drauf, so das man ins Gespräch kam. “Ja, wenn man das Neubaugebiet heute sieht kann man sich nicht mehr vorstellen das dort mal der alte Tivoli stand”, entfuhr es mir ernüchternd. “Ich weiß noch sehr genau wo der Tivoli stand, denn da habe ich jahrelang drin gespielt”, sagte der Mann neben mir. Staunend sah ich ihn ganz genau an und – es war Johannes “Hannes” Kau. Da rechnet man ja mit allem, aber nicht das da unser ehemaliger Torwart neben mir stand. Und wie man sich vorstellen kann hatte Hannes Kau viel zu erzählen aus der guten alten Zeit, und natürlich auch das legendäre DFB-Pokalspiel gegen Werder Bremen, wo unser Keeper zum Helden mutierte im Elfmeterschießen. Nicht nur zwei Elfmeter gehalten, u.a. den letzten geschossenen von seinem Gegenüber Dieter Burdenski, nein er verwandelte auch selber einen. Da leuchtenden die Augen und am liebsten hätte ich noch stundenlang zugehört, aber ich wollte die Feier ja nicht länger als nötig stören. So erzählte er mir noch das er nach seiner Karriere noch die Trainerlaufbahn eingeschlagen hatte und auch bei Alemannia noch Torwarttrainer war. Das klang alles so gut das ich fragte ob wir nicht mal ein Interview machen könnten. Das lehnte er aber freundlich und bestimmt ab, sowas macht er nicht mehr. Ok, das muss man leider respektieren auch wenn es sehr bedauerlich ist.
 
Aber wie kommt es das er hier ist? Ja, nach seiner Karriere hatte er einen Job bei der Stadt Aachen angefangen und war nun fast solange dabei wie seine Karriere lang war. Projekte planen, Straßen planen, das war nun sein Metier. Zum Schluss sagte er noch das er später, wenn die Stadionführung und der Besuch des Neubaugebietes um den alten Tivoli vorüber ist, sich noch zum Clown machen müsste. Denn die Kollegen wollten das er sich nochmal ins Tor stellt und Elfmeter pariert. “Ich und im Tor mit meinen 63 Jahren, kannst du dir das vorstellen?” fragte er mich. Ja, irgendwie konnte ich mir das, und wenn es die Gelegenheit gegeben hätte, dann wäre dieses Ereignis noch im Bild festgehalten worden von mir. Aber es war Zeit den Rückzug anzutreten. Denn so schön die Unterhaltung mit Hannes Kau auch war, aber der Privatmensch Johannes Kau sollte nun auch was feiern, ohne Kamera und bohrende Fragen. Die halbe Stunde wird mir immer in Erinnerung bleiben.
 
 
 


 
 
 
 

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