Alemannia vor dem Saisonstart


 
 
Am Freitag beginnt die Regionalliga Saison 2020/2021 mit der Begegnung des letztjährigen Regionalliga Meister SV Rödinghausen gegen den 3. Liga Absteiger Preußen Münster. Unsere Alemannia startet erst einen Tag später in die neue Saison und trifft auf die Reserve von Borussia Dortmund, einer der Mitfavoriten um den Aufstieg neben Rot-Weiss Essen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist noch unklar ob diese Begegnung vor 300 Zuschauern ausgetragen wird oder vor 0 Zuschauer stattfinden wird. Laut NRW-Coronaschutzverordnung wird es trotzdem so sein das Fußballspiele vor maximal 300 Zuschauern stattfinden dürfen, sofern ein Hygienekonzept vorliegt. Großveranstaltungen mit mehr als 300 Personen sind weiterhin nur in Abstimmung mit dem zuständigen Gesundheitsamt und der Landesregierung zulässig und bedürfen eines besonderen Hygiene- und Infektionsschutzkonzeptes. Dies dürfte aber für reine Fußballspiele nicht in Frage kommen, so wie bereits vor rund einer Woche zu hören war, als sich Bundeskanzlerin Angela Merkel per Video-Konferenz mit den Ministerpräsidenten der Länder über neue Maßnahmen und Anpassungen der geltenden Regeln verständigt hatte.
 
Was aber macht die Alemannia und was bedeutet es für uns Fans? Mittlerweile sind über 1.400 Dauerkarten verkauft, aber wenn nur 300 Fans dabei sein dürfen wird es schon schwer genau diese 300 auszuwählen. Wie will man da vor gehen? Nach denen die die teuerste Dauerkarte erworben haben? Oder nach denen die schon X-Jahren eine Dauerkarte haben? Oder die die Dauerkarten Besitzer und Alemannia Mitglied sind? Einfach Auslosen? Egal zu was man sich entscheiden würde, es wäre immer verkehrt – egal für wen. Unter dem Strich kommt nur Zank, Streit und Frustation auf. Also bliebe nur keine Zuschauer und das anbieten das eines Livestreams. Denn wie wir alle wissen, ohne Zuschauereinnahme bzw. ohne irgendeine Art von Einnahme wird die Alemannia das Ganze nicht lange durchhalten. Da muss man kein Prophet sein. Auch wenn wir – Stand jetzt – noch nichts offizielles gehört haben, können wir davon ausgehen das Alemannia einen, wie auch immer aussehenden, Livestream anbieten wird. Denn nicht nur Alemannia braucht Zuschauer, auch über die Hälfte der anderen Vereine sind auf Einnahmen angewiesen und werden Livestreams für ihre Fans anbieten. So hat dann auch der Westdeutsche Fußballverband (WDFV) den Vereinen freie Hand gelassen zur Selbstvermarktung, solange Zuschauer im Stadion ausgeschlossen bleiben.
 

 
In früheren Zeiten habe ich gerne zu diesem Zeitpunkt euch gefragt wer denn der Favorit der Regionalliga West ist und wo die Alemannia sich einsortieren wird. Nun, in Zeiten der Corona-Pandemie mit all ihren Auflagen und Maßnahmen hat sehr schnell gezeigt wie der aktuelle Status aussieht. Ein Blick auf dem Kader reicht aus um zu sehen das die Alemannia einer der großen Verlierer geworden ist. Statt den nächsten Schritt zu gehen mit neuem Trainer, Sportdirektor und höherem Budget, musste man nun den Etat senken und die Ansprüche wieder in die Schublade verschwinden lassen. Spieler die hätten kommen sollen konnten nun nicht verpflichtet werden. Der überwiegende Stammkader konnte zwar gehalten werden, aber Verpflichtungen von gestandenen Regionalliaspieler oder gar Unterschiedspieler aus der 3. Liga blieben und bleiben illusorisch.  Ganze 21 Spieler umfasst der neue Alemannia Kader, wobei schon jetzt mit Sebastian Schmitt und Leon Gaedicke zwei Langzeitverletzte sich darunter befinden. Fallen dann noch weitere Spieler aus, so wie beim letzten Testspiel gegen den FSV Mainz 05 II (1:0), befinden sich schnell nur noch 2 Auswechselspieler auf der Bank die mit U19 Spielern ausgefüllt werden müssen. Bei über 40 Spielen und den Landespokal Bitburger Pokal wird es nicht nur eine Mammutsaison werden sondern auch eine große Herausforderung für den Kader. Während der Top Favorit ganz klar Rot-Weiss Essen ist, neben Borussia Dortmund II, Fortuna Köln, Rot Weiß Oberhausen und 3. Liga Absteiger Preußen Münster, werden wir hier in Aachen nur auf kleiner Flamme kochen dürfen. Linderung hätte der Sieg im Bitburger Pokal bedeutet, aber diese nicht eingeplante Einnahme hat die Mannschaft dann gegen den 1. FC Düren liegen lassen. Ein DFB-Pokalspiel gegen den Triple Sieger FC Bayern München war dann scheinbar nicht motivierend genug um sich das letzte Bein auszureißen. Vielleicht eine gute Warnung im Nachhinein das man sich nun wenigstens 40 Spiele lang voll konzentrieren muss und das Kämpferherz auspacken muss. Anders wird es nicht gehen.
 
Wichtig wird sein das wir diese Saison in der Corona-Pandemie gemeinsam durchstehen, in der Hoffnung das die kommende Saison bessere Voraussetzungen für uns bereit hält. Ja, und auch an die Schwarzmaler sei der Appell gerichtet das man wahrscheinlich eher unten mitspielt, und man tatsächlich sogar absteigen könnte. Aber es ist auch nicht so als hätten wir eine Thekenmannschaft auf dem Platz, wobei man sich solche Auftritte wie gegen den 1. FC Düren im Bitburger Pokal Endspiel nicht noch einmal erlauben darf! Aber die Mannschaft ist nun gefordert, und damit jeder einzelner, das allerbeste zu geben für uns, sich selbst und für den Verein. Sicherlich werden wir die eine und andere knackige Niederlage erleben, aber dieses Selbstzerfleischen unter uns Fans sollte der Vergangenheit angehören. Es wird nur gemeinsam gehen, und vor allem dann genau wenn wir wieder den Spielen live im Stadion beiwohnen dürfen. Ziel muss es sein das wir die Punkte gegen die vermeidlichen “Kleinen” einfahren und den ein oder anderen Top Verein ärgern können. Wie gut oder wie schlecht wir tatsächlich sind kann man sicherlich als erstes Fazit am 10. Spieltag ausmachen. Dann wissen wir wo wir stehen und wie wir da stehen, denn die Tabelle lügt nicht. Auch wenn die Testspiele nicht unbedingt Mut machen bei dem ein und anderen, auch wenn wir vorne im Sturm noch ein oder zwei Spieler gebrauchen könnten. Vielleicht kommt da noch was, denn das Transferfenster ist ja lange genug geöffnet. Der Spielermarkt wird noch gut gefüllt sein, und vielleicht weiß jetzt zu diesem Zeitpunkt noch nicht Spieler X das er in vier Wochen unser Trikot tragen wird 😉
 

 
Aber zunächst sind wir gespannt auf Samstag, 14 Uhr wenn unsere Alemannia die “kleinen” Borussen empfängt. Eines ist aber sicher, die Corona-Pandemie ist weiterhin präsent und bestimmt das handeln. Die ersten beiden Spielabsagen ereilte schon Rot Weiß Oberhausen, die aufgrund eines Verdachtfalles ihr Spiel gegen Aufsteiger FC Wegberg-Beeck bereits abgesagt haben und auch das Spiel Sportfreunde Lotte gegen Bonner SC wurde abgesagt. Es wird nicht die letzte Partie gewesen sein in der laufenden Saison. Dennoch blicken wir nach optimistisch nach vorne – es geht endlich wieder los!
 
 
 
 

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