Alemannia verliert zwei Punkte und die Nerven

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Am Ende saß man ratlos auf der Tribüne und ärgerte sich, genauso wie die Spieler auf dem grünen Rasen die dort lagen mit den Händen im Gesicht. Bis zur 86. Minute waren alle Ampeln auf Sieg gestellt, doch dann passte man in der Abwehr nicht auf und Mario Rodriguez schoss den – unter´m Strich – verdienten Ausgleich. Unrühmliches Ende dann noch für das Geburtstagskind Dominik Ernst (wurde 25 Jahre alt), der in der Nachspielzeit die rote Karte erhielt wegen Meckerei. 13.000 Zuschauer am Tivoli waren dennoch hinterher zufrieden, denn das was die Benbennek-Elf zeitweise in der zweiten Halbzeit gezeigt hat sah mehr als gut aus. Allerdings bleibt das alte Problem auch das aktuelle – die Chancenverwertung bleibt mangelhaft.

 

Zum ersten mal (!) reiste ich mit dem Bus zum Tivoli an. Bis zur Krefelderstraße an dem Autobahnzubringer lief es auch gut. Dann kam der übliche Stau und man brauchte gute 15 Minuten bis zur Endstation am Tivoli. Gefühlt waren das aber 30 Minuten, wo es im Schneckentempo vorwärts ging ohne Klimaanlage und geschlossenen Fenster. Bei dem proppevollen Bus nahm die Luftzirkulation rapide ab und die tropische Feuchtigkeit stieg soweit an die Fenster voll beschlugen. Das war für mich der blanke Horror…pitschnass stieg man dann am Tivoli aus und war froh endlich wieder Luft zu bekommen. Das heute viel los sein würde war ja seit Tagen bekannt. Am Eingang Süd-Ost war bereits eine Schlange an Menschenmassen, da wollten wir lieber unser Glück beim Süd-West Eingang versuchen. Doch kaum drei Meter in die Richtung gelaufen hieß es schon – Tor zu unten! Das konnte doch nicht Alemannia´s Ernst sein das man nur ein Eingang aufmacht!! So standen wir nochmal zwanzig Minuten in der Schlange die dann doch irgendwie sich durch den einzigen Durchgang reinschlängelte. Später erfuhr man das von den 120 Ordnern nur ca. 70 da waren, der Rest war…wo auch immer…nicht erschienen.

 

Massenandrang am Eingang Nord-Ost
Massenandrang am Eingang Süd-Ost

 

Innendrin wurde erstmal das Tivoli Echo gekauft für einen Euro. Es sollte viel dicker sein, besserer Druck, und auch mehr Informationen enthalten. Irgendwie hab ich zwei Sachen davon nicht auf Anhieb gefunden. Dennoch, dass das kostenlose Tivoli Echo nun wieder ein 1 Euro kostet finde ich gut. Für manche ist es ja der Weltuntergang schlechthin! Bevor es in dem Block ging musste ja auch was schnabbuliert werden, die neue Wurst vom “Wurstteufel” sollte ja einer der besten Würste sein. Ok, im Preis ist sie das anscheinend schon, denn nun kostet Currywurst mit Pommes satte 5,80 Euro! Dafür das die Mengen anscheinend unterschiedlich sind, manche bekommen eine volle Schale, manche eine halbleere, ist das nicht so optimal. Ebenso wie die Wurstzerkleinerer Machiene, deren Schneidemesser wohl noch stumpf sind. Dann kann man besser die Wurst am Stück lassen beim Curry ;-)

 

Vorbereitung auf das Spiel - Currywurst, Pommes, Cola und Stadionheft
Vorbereitung auf das Spiel – Currywurst, Pommes, Cola und Stadionheft

 

Ein Blick auf die Uhr zeigte das es kurz vor 14 Uhr war, die Musik trällerte im Stadionumlauf runter und die Fans gaben schon ihr gesangliches Bestes. Also flugs hoch in den Block um dann zu erfahren das der Anpfiff 15 Minuten später beginnt. Na toll!. Gut, das auf der Krefelderstraße gerade ein Verkehrsunfall passiert ist natürlich ungünstig gewesen. Doch nun machte sich die Spannung langsam bereit als die Aufstellungen von Stadionsprecher Robert Moonen verkündet wurde. Überraschungen gab es im Sturm, Phlipp Gödde musste weichen und neben Fabian Graudenz bekam Dennis Dowidat den Vorzug. Sein Debüt gab auch unser Neuzugang David Vrzogic auf der linken Verteidigerposition für Nils Winter.

 
Aus Gladbach waren auch einige Fans mitgereist, so um die 300 machten im Gästeblock etwas Stimmung.

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Um 14:14 Uhr liefen dann beide Mannschaften ein.

 
Die Alemannia versuchte von Beginn an Druck aufzubauen und den Fohlen den Zugriff früh zu entziehen. Diese waren aber direkt im Spiel und ließen sich vor der Kulisse von 13.000 Zuschauer nicht beeindrucken. Während Alemannia versuchte über schnelle Stationen nach vorne zu kommen, kombinierten sich die kleinen Fohlen durch das Mittelfeld bis hin zum Aachener Strafraum. Hier zeigte sich das unsere Türme in der Innenverteidigung schon die ersten Probleme mit den kleinen wendigen Fohlen hatten. Trotzdem bekamen sie den Ball nicht richtig auf das Tor. Entweder klärten Hackenbert oder Löhden oder Keeper Löhe war zur Stelle. So erspielten sich die Fohlen eigentlich recht gute Möglichkeiten, aber auch weil die Alemannia dies zuließ. Das Spiel sah reifer aus aber blieb ohne Ertrag. In dieser Phase schlug die Alemannia dann eisklat zu. Fabian Graudenz schlängekte sich durch den Fohlenstrafraum und umkurvte seine Bewacher wie Fahnenstangen. Von der Grundlinie aus legte er den Ball zurück wo Bastian Müller routiniert aus neun Meter plaziert zum 1:0 einschoss. Tooooooooooooorrrrrrrrrrrrr.
 
Torjubel zum 1:0

 
Die kleinen Fohlen wirkten aber nicht verunsichert sondern versuchten weiterhin mit ihrem Kombinationsspiel zum Abschluss zu kommen. Alemannia hingegen hatte trotz Führung das Problem das man nach vorne hin zu unpräzise blieb. Kurz vor dem Seitenwechsel hatte Pisano die größte Chance zum Ausgleich, sein Schuss konnte Keeper Freddy Löhe gerade noch so über die Querlatte bugsieren.

 

Totale
 
Nach der Pause musste Coach Benbennek die richtigen Worte gefunden haben, und auch die bessere taktische Ausrichtung. Denn nun übernahm Alemannia das Kommando und begann die Fohlen nach einer Stunde regelrecht im eigenen Strafraum festzubinden. Bis dahin hatten Fabian Graudenz und Dennis Dowidat gute Chancen das Ergebnis höher zu schrauben. Nach einer Ecke kam Jerome Propheter zum Kopfball und Fohlen Keeper Kompalla lenkte den Ball gerade noch so über die Querlatte. Der hätte gepasst. In dieser Phase lag die Entscheidung in der Luft, doch nach dem “Powerplay” konnten die Fohlen wieder zu eigenen Chancen kommen. Pisano scheiterte am Bein von Peter Hackenberg, Mario Rodriguez am Körper von David Vrzogic. Auf der anderen Seite hatte der eingewechselte Phllip Gödde das 2:0 auf dem Kopf, aber wieder vereitelte Fohlen Keeper Kompalla mit einer Glanzparade die Chance zum 2:0.
 
Philipp Gödde mit der Chance zum 2:0

 
Die Partie war nun in der entscheidenen Phase und es wurde auf dem Platz hitziger. Alleine der Fohle mit der Nummer 21 (Thomas Kraus), war immer einer der ersten wenn es ums Meckern, schubsen und kleinen Fouls ging. Ein Heisssporn würde man sagen! Hier so eine Szene mit Phillip Gödde.
 

 
Aber das war vielleicht mit ein Unterschied am heutigen Tag. Wie es dann so kommt im Fussball, und die alte Fussballerweisheit sich bewahrheitet. Machst du vorne nicht das Tor, kassierst du es hinten. Die 86. Minute brach herein und einen weiten Einwurf konnte Mario Rodriguez mit der Brust im Strafraum stoppen, und den Ball aus neun Meter flach vorbei an Freddy Löhe zum 1:1 einschiessen. Das war dann aber noch nicht genug. Bei einem Gegenangriff wurde der eingewechselte Taku Ito mittels Ellenbogencheck gestoppt, was der Schiedsrichter aber übersah. Ich habe die Szene leider auch nicht wahrgenommen aus meiner Perspektive. Dafür aber Domimik Ernst der sich bitterlich beschwerte und dem Schiri noch ein paar gute Worte mitgab auf seinem Weg. Das hätte er allerdings nicht tun dürfen, und sollte man von einem Spieler wie Dominik Ernst auch erwarten können. Denn der Schiri zeigte in der bereits laufenden Nachspielzeit die rote Karte. Klar verstehe ich Dominik Ernst, aber eine Minute vor Schluss war das kein guter Dienst an die Mannschaft. In Oberhausen wird er mindestens fehlen.

 

Am Ende jubelte irgendwie keiner, und unter dem Strich war nach der ersten Enttäuschung das 1:1 in seiner Gesamtheit auch irgendwie in Ordnung. Für den zweiten Spieltag kann man zufrieden sein, die Meisterschaft wurde nicht entschieden. Trotzdem sind noch eine menge Baustellen im Spiel zu beobachten, vor allem die Abschlussschwäche im Sturm ist weiterhin das große Manko. Dagegen sah das Spiel in der zweiten Halbzeit phasenweise richtig Klasse aus, da taumelte der Gast aus Gladbach schwer als er sich nicht mehr befreien konnte. Nunja, man hat jetzt wieder eine kleine Pause um an die Sachen zu arbeiten. Das Heimspiel nächste Woche gegen den FC Schalke 04 II wurde verschoben (neuer Termin 08. September 19:30 Uhr) aufgrund der Reit EM im benachbarten Reitstadion.

 
Zum Schluss noch etwas Stimmung :)

 
 
Leider sind bis auf ein Video alle “hochkant” :-( Tut mir leid, aber ich hoffe dennoch das man es erkennen kann.

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