Nach 118 Tagen ist die Mission von Patrick Helmes am Aachener Tivoli wieder beendet. Wurde uns Fans bei seinem Amtsantritt am 01.07.2021 noch offensiver Fußball versprochen, mit Spielern die sich in jedem Spiel für den Verein zerreissen und wo sich noch manch ein Gegner wundern würde, wunderte man sich bis heute das absolut nichts von dem vorhergesagten eingetreten ist. Nach der 1:4 Niederlage am vergangenen Samstag im heimischen Tivoli gegen Rot Weiß Ahlen im “sechs Punkte Spiel”  war das Ende der Fahnenstange für die Anhängerschaft erreicht. Zum ersten Mal gab es lautstarke “Helmes raus rufe” und kontroverse Diskussionen im Netz. Platz 15 in der Tabelle der Regionalliga West mit mickrigen 10 Punkten nach 13 Spieltagen waren neben dem spielerischen Offenbarungseid einfach zu wenig. Der Point of Return wurde einfach nicht geschafft. Hält man sich die kommenden Aufgaben mit Rot-Weiss Essen, Wuppertaler SV, Fortuna Köln, SV Straelen, Preußen Münster und Schalke 04 II vor Augen,  dann war die Hoffnung auf Besserung bis zur Winterpause sehr gering. Spiele gegen die direkte Konkurrenz wurden bis auf dem FC Wegberg Beeck nicht gewonnen, während die Konkurrenz Woche für Woche Punkte und Boden gut machte. Eine Alemannia in Abstiegsnot ist schon erschreckend, ein Abstieg in die Mittelrheinliga tödlich. Demzufolge musste der frisch neugewählte Alemannia Aufsichtsrat handeln, und tat es einstimmig.
 
Persönlich tut es mir für Patrick Helmes leid, wer ihn live erlebt hat merkte schnell wie er für die Sache brennt und wie sehr viel ihm daran lag ein erfolgreicher Teil der Alemannia zu werden. Er konnte trotz anfänglicher Skepsis die Anhängerschaft hinter sich bringen, denn Helmes war mehr im Tivoli als zuhause. Aber die sportlichen Ergebnisse blieben leider weit hinter den Erwartungen zurück. Das es kein leichtes Jahr für die runderneuerte Alemannia werden würde war vielen bewusst, aber die Parolen und Floskeln waren am Ende nicht mehr vermittelbar. Zu lange wurde um Geduld gebeten, während man innerhalb der Mannschaft keinen sportlichen Fortschritt sah. Zu viele erfahrene Spieler konnten weder ihre Leistung noch ihre lautstarke Unterstützung auf dem Rasen demonstrieren, sie blieben weit unter dem was man von diesen Spielern erwarten darf und muss. Mit daran gescheitert ist auch das man nie ein Spielsystem erkennen konnte, weder im Vorwärtsgang noch in der Abwehr. Ob nun 3er Kette oder 4er Kette, ob mit Personalwechsel oder Positionswechsel, es sollte in der Abwehrreihe nichts funktionieren. Zudem gab es vermehrt Aus- und Einwechselungen wo man auf der Tribüne fragend den Kopf schüttelte. Was im Training gut funktionierte, wo alle Spieler mitzogen und gute Leistungen zeigten, konnte man auf dem Spielfeld zu selten bis gar nicht sehen. Demzufolge hat auch die Mannschaft ihren Coach im Regen stehen lassen, der sich auch zu lange vor seiner Mannschaft stellte. Aber am Ende wurden die Erklärungen immer fragwürdiger, und auch das letzte Interview im Kicker-Sportmagazin war dann zu viel des Guten.
 

 
Nun ist die Mannschaft gefragt bzw. der neue Trainer der die Mannschaft nun in die richtige Bahn leiten muss. Vor allem muss er die Spieler mit Erfahrung dazu bewegen das sie endlich das zeigen was sie können und was man von ihnen auch erwartet. Für den neuen Coach an der Seitenlinie wird es kein einfaches Unterfangen, auch nicht für die Spieler die sich nun allesamt neu beweisen müssen. Vor allem eins muss jetzt wieder eintreten, die alemannische Geschlossenheit auf allen Ebenen. Nur zusammen können wir das sinkende Schiff Alemannia wieder auf Kurs bringen. Aber wie immer wird es an uns Fans nicht liegen, denn wir werden immer da sein. Bis ein neuer Coach gefunden ist wird Co-Trainer Uwe Grauer die Mannschaft Interimsweise betreuen, und das schon morgen beim Bitburger Pokalspiel bei Viktoria Arnoldsweiler.
 
 
Von dieser Stelle aus alles Gute Patrick Helmes.
 
 
 
 

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