Alemannia holt den Cup nach Hause


 

 

Da ist endlich das Ding

 

7 Jahre hat es gedauert als die Alemannia letztmalig im DFB-Pokal unterwegs war. Ganze 15 Jahre ist es schon her das man “Geschichte” schrieb, und als Zweitligist bis ins DFB-Pokalfinale nach Berlin gekommen war. Der Ruhm vergangener Tage ist nach drei Abstiegen und zwei Insolvenzen inzwischen verblasst. Auf dem Aachener Tivoli wird seit 2014 nur noch schmale Regionalliga Kost geboten. Trotz vieler Ambitionen gelang die schnelle Rückkehr in den Profifußball nicht, die 3. Liga bleibt weiterhin fern aber greifbar. Der schnellste Weg sich wieder ins Schaufenster der “Großen” zu stellen ist der DFB-Pokal. Dazu muss man den Landespokal des Verbandes gewinnen, und schon ist man zur ersten Hauptrunde des DFB-Pokals qualifiziert. Und nicht nur das, als Landespokal Sieger bekommt man eine hübsche Summe von etwas mehr als 100.000 Euro. Für Alemannia in der tristen Regionalliga, wo man kaum Geld generiert, eine willkommene Zusatzeinnahme. Letztes Jahr stand man ebenfalls im Finale des Bitburger Pokal, und unterlag dem Liga-Konkurrenten Viktoria Köln nach großem Kampf mit 0:2 nach Verlängerung.
 

Dieses Jahr erreichte man wieder das Endspiel um dem Bitburger Pokal, und traf auf 3. Liga Absteiger Fortuna Köln. Wie 2013, als die Vorzeichen genau anders herum waren – Alemannia war aus der 3. Liga abgestiegen und musste sich dem Regionalisten aus Köln im Finale mit 2:1 geschlagen geben. Die Fortuna stieg eine Saison später in die 3. Liga auf. Im Bonner Sportpark Nord kam es vor über 6.000 Fans zum Showdown, und Alemannia gewann am Ende mehr als überzeugend mit 3:1. Auch wenn einigen bereits nach drei Minuten das Herz stehen blieb, als Fortuna in Führung ging. Nach den recht mageren Auftritten in den letzten Regionalliga Spielen zeigte man nun was das Team ausgemacht hat während der gesamten Saison. Ein Rückstand bedeutet nicht das Ende, Dimitry Imbongo erzielte kurz vor dem Halbzeitpfiff den Ausgleich. In der zweiten Halbzeit gab nur noch Alemannia den Ton an, folgerichtig gelang, wieder nach Vorarbeit von Dimitry Imbongo, das 2:1 durch Stipe Batarilo. Glück hatte man dann als die Fortuna ihre beiden einzigen Gelegenheiten zum Ausgleich ungenutzt ließ. Dafür setzte Manuel Glowacz kurz vor dem Ende, wieder durch Vorarbeit Imbongo, mit dem 3:1 den Deckel drauf. Danach war nur noch Party angesagt auf den Rängen, bis der Schiedsrichter Abpfiff und die Jubelarie auch auf dem Rasen stattfand. Mit dem siebten Erfolg im Bitburger Pokal bleibt man weiterhin Rekordsieger.

 

Es ist ein fantastisches Gefühl. Ich bin froh und stolz, dass wir dem Verein und Fans diesen Sieg schenken konnten. Jetzt haben die Jungs sich das verdient, einfach zu feiern

Alemannia Trainer Fuat Kilic

 

Wie wichtig dieser Sieg war sah man am Ende, als ausgelassen auf den Rängen und auf dem Platz gefeiert wurde. Leider kam es zu unschönen Szenen als die Fans auf dem Rasen strömten, da einige wenige wieder einmal die Bühne für sich nutzen – wenigstens drei Ordner wurden verletzt, die Polizei setzte sogar Pfefferspray ein. Dennoch war der überwiegende Teil der Alemannia Fans einfach nur in Feierlaune, und wenn man zurückblickt wie lange man wieder auf so etwas warten musste war es irgendwie auch gerechtfertigt das die Pokalübergabe dann mit knapp 45 Minuten verspätet durchgeführt wurde. Men of the Match Dimitry Imbongo war überall dabei, Fuat Kilic bekam während der Pressekonferenz die Bierdusche ab, die ganze Mannschaft erkor den Sportpark Nord zur Partyzone. Spät Abends ging es dann am heimischen Tivoli im Klömpchenklub noch weiter mit den Feierlichkeiten. Und schon wurde der Blick nach vorne gerichtet.
 

Der Kader bleibt zur neuen Saison zum ersten mal seid langen wieder zusammen, mit dem Pokalsieg und der Teilnahme an der ersten Hauptrunde im DFB Pokal kommt im klammen Geldbeutel bares Geld hinein. Der Sieg im Pokal wurde mit 100.000 Euro versüßt, im DFB Pokal wird man als Viertligist auf einen Bundesligisten oder einen der 14 besten Zweitligisten dieser Saison treffen. Die Einnahmen würden dann halbiert. Es muss ja nicht direkt der FC Bayern sein, den wollen wir bitte in der zweiten Runde am Tivoli sehen :-) Alemannia hat für die kommende Saison zwar nicht den Aufstieg ausgerufen, obwohl Coach Fuat Kilic sich das als Voraussetzung für eine weitere Trainertätigkeit in Aachen selbst mit auf dem Weg gegeben hat, aber dennoch will man bis zum Schluss in der Verlosung bleiben. Mit den zusätzlichen Einnahmen kann man nun anders operieren, und vielleicht weckt das den einen oder anderen Sponsor sein Engagement zu erneuern oder zu erweitern. Es könnte der Aufbruch einer kleinen Euphorie sein, hoffentlich nutzt man diese geschickt. Der früh gestartete Dauerkartenverkauf könnte nochmal einen neuen Schub bekommen – Stand jetzt 1.109.

 
 

 

Wir haben nach schwächeren Wochen den Schalter im richtigen Moment umgelegt. Ganz Aachen hat danach gelechzt. Die Mannschaft, Trainer, Funktionsteam, Fans – alle, die Alemannia die Daumen gedrückt haben, sind heute belohnt worden. Das Stadion ist voll, schwarz-gelb und alle freuen sich einfach

Kapitän Peter Hackenberg

 

 

Das ist mit Abstand der schönste Tag bei der Alemannia für mich bisher. Das Spiel ging schlecht los, der erste Angriff saß für die Kölner. Wir sind direkt zurückgekommen und waren über die 90 Minuten die aktivere Mannschaft. Das war ein verdienter Sieg

Abwehrspieler Alexander Heinze

 

 

Unfassbar geil! Ich finde keine Worte. Man sieht diese gelbe Wand, die Tribünen sind in Alemannia-Hand. Dann kriegen wir so ein Gegentor und drehen das Spiel. Wir machen so ein überragendes Spiel. Ich bin stolz ein Teil der Mannschaft zu sein

Rechtsverteidiger Robin Garnier

 

 

Das war super, unglaublich. Wir haben tolle Fans, das war ganz besonders in Bonn

Stürmer Dimitry Imbongo

 
 
 
 

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