150 Tage Alexander Klitzpera

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Alemannia Geschäftsführer Sport Alexander Klitzpera ist heute genau 150 Tage im Amt. Normalerweise zieht man ja nach 100 Tage Bilanz, dieses wäre in dem Rahmen allerdings schlecht ausgefallen. Wir erinnern uns, mit viel Hoffnung wurde Alexander Klitzpera am 10. Februar 2015 der breiten Öffentlichkeit am Aachener Tivoli vorgestellt. Der Alemannia Aufsichtsrat suchte einen Sportdirektor der die beiden Trainer Peter Schubert und Reiner Plaßhenrich administrativ entlastete, so dass diese sich noch intensiver um die Mannschaft kümmern konnten. Gleichzeitig wollte man so wieder professionelle Strukturen im Verein schaffen.

 

Nicht alle waren „glücklich“ mit dieser Entscheidung. Aus der Fanszene war zu hören warum man als Regionalligist sich einen Sportdirektor halten muss der nur Geld kostet. Bislang verrichteten Alemannia Coach Peter Schubert und sein Co-Trainer Reiner Plaßhenrich ja gute Arbeit. Peter Schubert zeigte sich wenige Tage später ebenfalls irritiert als auf der Trainerbank nun auch Alexander Klitzpera Platz nahm, und zudem noch mit in der Kabine dabei war. Der Fehler wurde bereits am Anfang gelegt als nicht klar festgelegt wurde wer nun welche Aufgaben in Zukunft wahrzunehmen hat. Peter Schubert sah sich immer noch als Verantwortlicher Leiter des Nachwuchsleistungszentrums, während diese Aufgabe nun bei Alexander Klitzpera mitverantwortlich lag. Schon hier zeigte sich die Spannung zwischen den beiden dass bis zum Thema Vertragsverlängerung hoch kochte.

 

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Alemannia Geschäftsführer Sport Alexander Klitzpera (li) und Alemannia Vize-Präsident Thomas Deutz (re)

 

Der „schwarze“ April zog durch den Verein, Niederlagen bei unterklassigen Gegnern kosteten am Ende den möglichen Aufstieg in die 3. Bundesliga, das Ausscheiden aus dem Bitburger Pokalhalbfinale in Bonn kostete die mögliche DFB Pokal Teilnahme. Vorausgegangen waren Vertragsgespräche mit Spielern und ein neues Vertragsangebot an Peter Schubert. Dieser empfand es als geringe Wertschätzung. Der Höhepunkt war das öffentlich, via Aachener-Zeitung, ausgetragene Scharmützel. Nun standen auch Spieler am Pranger denen man Geldgier vorwarf, da sie das erste Angebot nicht annahmen. Hier zeigte Alexander Klitzpera dann eine sehr unglückliche Figur Vertragsgespräche über die Zeitung zu rechtfertigen.

 

Nachdem beide, sowohl Peter Schubert als auch Alexander Klitzpera, vom Aufsichtsrat eingefangen wurden ging es im kleineren Stil weiter. Eine wochenlange Hängepartie entstand, und die Zeichen das Peter Schubert am Tivoli keine Zukunft haben würde mehrten sich. Alexander Klitzpera sagte „die Tür stehe jederzeit offen“ während Peter Schubert sagte „ dass es keinen neuen Vertrag geben würde“. Nur ein Aufstieg der Alemannia hätte den auslaufenden Vertrag von Peter Schubert noch verlängern können. Alexander Klitzpera hatte nach dem „Endspiel“ (als man nur noch theoretische Chancen hatte Gladbach II abzufangen) die besseren Argumente in der Hand. Er wollte einen neuen Trainer, der den nächsten Schritt mit der Mannschaft vollzieht. Für Reiner Plaßhenrich war da als Co-Trainer auch kein Platz mehr, ihm wurde zumindest die Hauptverantwortliche Leitung des Nachwuchsleistungszentrums schmackhaft gemacht. Mitte Mai gab dann auch Peter Schubert bekannt, dass sich am Saisonende die Wege trennen werden.

 

Alemannia Geschäftsführer Sport Alexander Klitzpera im Dialog mit den Fans.
Alemannia Geschäftsführer Sport Alexander Klitzpera im Dialog mit den Fans.

 

Nun zeigte sich Alexander Klitzpera aber emens fleißig. Wichtige Spielerverträge wurden nun verlängert, ein neuer Trainer mit neuer Spielweise im Norden gefunden, und Verträge von Top Spielern wie Dominik Ernst und Fabian Graudenz (die Offerten aus der 3. Liga hatten) konnten doch verlängert werden. Zudem wurde neues Personal verpflichtet wo man bei manchem doch beeindruckend Zustimmen musste. Da hatte Alexander Klitzpera wirklich ganze Arbeit geleistet. Auch in einem persönlichen Gespräch am Rande des Trainingsplatzes erzählte er seine Philosophie wie er die Alemannia ausrichten will für die kommenden Jahre. Mit Christian Benbennek hat er wohl den Trainertyp gefunden der Peter Schubert hätte niemals sein können. Und, das darf man nicht vergessen, hat er ein Alemannia Talent (Shepard Hasani) aus der U19 in den Regionalliga Kader gebunden. Wie oft schon in den letzten Jahren sah man gute Alemannia Talente bei anderen Vereinen statt im Profikader der Alemannia. Und die neue Mannschaft sieht zumindest nicht schlecht aus auf dem Papier. Wie gut sie ist wird man erst im Wettkampf sehen wenn die Regionalliga West in die neue Saison gestartet ist. Die Testspiele bislang machen einen guten Eindruck, vor allem gegen den Europa League Finalisten Dnjepr Dnjepropetrowsk (1:0 Sieg) zeigte was die Mannschaft kann.

 

Es zählt immer der Verein – nie ein Spieler oder Funktionär alleine

 

Hatte man Alexander Klitzpera anfangs kritisch betrachtet, und das wahrscheinlich auch zu Recht,, muss man nun auch Lob zollen für das was er bis hierhin geleistet hat. Vielleicht haben wir Fans ja doch keine Ahnung, und ein neuer Trainer mit neuer Spielphilosophie musste zwingend her
um Alemannia nach vorne zu bringen. Es wird für beide, Christian Benbennek und Alexander Klitzpera, eine schwere Hypothek sein die man aus der Vorsaison mit Platz 2 mitnimmt. Aber die ersten 150 Tage zeigen eine deutliche bessere Bilanz als die ersten 100 Tage. Wollen wir hoffen dass in weiteren 150 Tagen die Bilanz noch besser ausfällt.

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