Dez 05 2015

Christian Benbennek tritt zurück

Christian Benbennek

Nach 168 Tagen ist das Kapitel Alemannia beendet

 

Nach dem Spiel der Alemannia gegen Tabellenführer Sportfreunde Lotte, wo sich unsere schwarzgelben mit 0:0 achtbar schlugen, gab Christian Benbennek im Anschluss bei der Pressekonferenz seinen Rücktritt bekannt. Bereits nach dem 0:6 letzte Woche bei Viktoria Köln sei die Entscheidung bei ihm und den Alemannia Verantwortlichen unter der Woche gereift das dies die beste Lösung ist. Aufgrund der angespannten Personalsituation wollte Benbennek aber seinen Nachfolger die Mannschaft in einer personell entspannteren Situation übergeben. Zuletzt standen nur noch 13 Akteure zur Verfügung so das man sich aus Spielern der U21 bedienen musste. Nach 168 Tagen geht die Reise von Christian Benbennek nun zuende bevor sie überhaupt angefangen hat.

 

Mit viel Lob vom Geschäftsführer Sport Alexander Klitzpera kam Christian Benbennek aus dem beschaulichen Havelse daher, zum großen ambitionierten Verein Alemannia Aachen. Die ersten Trainingseinheiten zeigten, das passt. Christian Benbennek war ein ganz anderer Typ als sein Vorgänger und die ersten Testspielergebnisse zeigten das die Alemannia großes vor hatte in der neuen Saison. Nach dem siebten Spieltag, mit einem 3:0 Heimsieg gegen den SC Wiedenbrück, feierte man am Tivoli den besten Saisonstart seit 58 Jahren.
 
 

Von der Punktausbeute her, vom Engagement her bin ich auf jeden Fall ein zufriedener Trainer.
Christan Benbennek  

 
 
Aber schon hier täuschten die Ergebnisse das teils schaurige Spiel der Alemannia wieder. Ab hier gab es dann einen unglaublichen Zickzack Kurs wo am Ende weder ein spielersiches noch ein taktisches Konzept sich wiederfanden. Blamable Ergebnisse gegen Aufsteiger Erndtebrück, Düssendorf, Velbert und letztendlich die 0:6 Packung gegen Viktoria Köln waren am Ende die Grundlage der Trennung. Nicht zu verachten das im Zwischenmenschlichen einiges im argen lag. Das fing an von Spielersuspendierungen, Wegbefördern des Torwarttrainers in Nachwuchsleistungszentrum, wie auch personelle Verbannung von Akteuren in die U21. Auf dem Weg zur 3. Bundesliga sollte sich jeder und alles unterordnen für das große Ziel. Auf der anderen Seite hörte man wiederum das der Torwarttrainer gerne mit Spielern abends rumzog oder Spieler bei den Trainingseinheiten hinterrücks den Trainer diskreditierten. Sogar von “Rebellen” war die Rede die den Trainer sprichwörtlich quitt werden wollten. Geschäftsführer Sport Alexander Klitzpera und Alemannia Aufsichtrat für den Bereich Sport Thomas Deutz hingegen stärkten gebetsmühlenartig den Rücken des Trainers. Da sollte kein Blatt zwischen passen.

 

Was nun die Herren Deutz und Klitzpera?

Was nun die Herren Deutz und Klitzpera?

 

Selbst beim Fan-Abend, wo die Verantwortlichen sich den Fans “stellten”, wurde eher Harmonie als Zerwürfnis vermittelt. Nebenbei stellten die Verantwortlichen klar das man in der Winterpause eine schonungslose Analyse durchführen würde und man sich von Spielern trennt die den Weg der Alemannia nicht mitgehen wollen. Das natürlich zur Folge hatte das erst einmal alle Spieler unter Verdacht gerieten und dies in der momentanen Situation auch nicht förderlich sein konnte. Die Mannschaft ist überhaupt das große Rätsel der Saison. Von den Spielern, deren man die Erwartung sicherlich hoch ansetzte, enttäuschten die meisten. Es fand sich kein Leader im Team, keiner der die Arme hochkrempelt oder mal den Mund aufmachte. Fast so als hätten jene das Fussballspielen verlernt oder gar keine Lust. Dabei waren die Spieler lange bemüht zu betonen das es nicht am Trainer liegt. War es am Ende doch eine Lüge?

 

Wenn man die Hinrunde betrachtet dann wird irgedwo immer ein Körnchen Wahrheit sein das man liest oder auf dem Trainingsplatz so “mithört”. Fakt ist das es so nicht weitergehen konnte und das gehandelt werden musste. Die Bekundungen und Lobeshymnen seitens Alemannia werden Christian Benbennek am Ende nicht gerecht. Mit ihm geht eine Person, aber das kann es noch lange nicht gewesen sein. Auch Alexander Klitzpera ist mit seinem Plan erstmal gestrandet und angeschlagen. Hat er zulange den Umständen zugeguckt? Er hat mit die Mannschaft zusammengestellt und sicherlich einen Plan gehabt. Nur ist dieser nicht erst seit der 0:6 Niederlage gescheitert. Warum schlug, bis auf Jannik Löhden, kein Neuzugang ein? Gibt es in der Mannschaft tatsächlich Stinkstiefel die entfernt gehören? Alemannia macht sich durch falsch verstandener Transparenz das Leben nicht einfacher als wenn man Ross und Reiter benennt. Aber das war schon seit jeher ein Faktum bis heute. Was genau hinter den Kulissen passiert ist werden wir wohl nie im Detail erfahren. Ob Christian Benbennek tatsächlich an den Spielern gescheitert ist oder an dem unbändigen Druck des “Aufsteigens müssens”? Es wurden jetzt Fakten geschaffen aber trotzdem bleiben viele Fragen unbeantwortet zurück.

 

Sven Schaffrath übernimmt Interimsmässig den Trainerposten

Sven Schaffrath übernimmt Interimsmässig den Trainerposten

 

Für die letzte Partie dieses Jahres gegen RW Ahlen werden Sven Schaffrath, letztjähriger U21-Trainer und Leiter der Fußballakademie, sowie Alemannia Kapitän Aimen Demai als Assistent an der Seitenlinie stehen. Für die Mannschaft gibt es nun keine Ausreden mehr, auch keine kleinen Blessuren und Wehwehchen die rechtfertigen das man sich schont. Keine Ausreden gibt es auch für die Verantwortlichen die nun alles auf dem Prüfstand setzen wollen.
 
 

In der Winterpause werden wir eine schonungslose Analyse dieser Halbserie vornehmen. Wir müssen alles selbstkritisch hinterfragen und auf den Prüfstand stellen. So wollen wir ausgereifte, fundierte und nachhaltige Lösungen finden, um unsere Alemannia in der Rückrunde wieder in eine stabile Erfolgsspur zu bringen.

Alexander Klitzpera (Geschäftsführer Sport)

 
 
Eines kann man Christian Benbennek allerdings assestieren. Er hat mit seinen Rücktritt der Alemannia eine Abfindung erspart. Geld das dringend benötigt wird angesichts sinkender Zuschauerzahlen und wenig Bereitschaft seitens der Sponsoren sich bei der Alemannia weiter oder neu zu engagieren. Man darf auf die Winterpause gespannt sein welche Konsequenzen gezogen werden und welche Spieler möglicherweise gehen müssen. Diese Drohung ist dank reichlicher Bekundungen weiter im Raum. Viel wichtiger wird sein wer der neue Trainer werden wird. Der neue Mann wird es nicht leicht haben am Tivoli, aus dem momentanen Murcks noch etwas positives rauszuholen. Für einige Herren (Spieler wie Verantwortliche) ist er die letzte Chance das am Ende der Saison doch ein positives Fazit steht. Wird es namhafter Trainer? Wird es ein unbekannter? Oder wird es ein Ex-Alemanne der sich versuchen darf? Egal wer es wird – er fungiert erst einmal als Feuerlöscher.

 

Trainersuche

Trainerstelle vakant – Wer wird es werden?

 
 
 

Die offizielle Presseerklärung der Alemannia zum Rücktritt Christian Benbennek

 

Press01
 
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