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Mrz 23 2014

Kartoffelkaefer

Nullnummer gegen Siegen – Comeback von Demai

ATSV-SSIEG
 
 
Hohe Fussballkunst gab es nicht zu bestaunen gegen die Sportfreunde aus Siegen. Der Tabellendritte der Regionalliga West, der aber überhaupt nicht so spielte wie ein Tabellendritter, entführte einen Punkt aus dem Tivoli. Unter dem Strich eine gerechte Punkteteilung in einer Partie, die erst am Ende spannend wurde als beide Mannschaften auf „Sieg“ spielten. Beachtenswert war das Comeback von Aimen Demai im Alemannia Trikot, der zuletzt am 07. August 2012 für die Alemannia auflief ehe er sich schwer am Knie verletzte (1:2 Sieg beim Drittligisten 1.FC Saarbrücken). Enttäuschend war die Zuschauerzahl von 5.600, daran sieht man das ein Tabellendritter ohne „Namen“ nicht soviele Zuschauer anzieht. Interessant war auch Schiedrichter Florian Heien, der in seinem Regelbuch das Wort Trikotziehen, Klammern und Festhalten ausgeklammert hatte. Das unser Stürmer Domagoj Duspara am Ende noch ein Trikot an hatte, war ein reines Wunder.

 

Aimen_Demai_copNach anderthalb Jahren das Comeback von Aimen Demai

 

Im Gegensatz zum letzten Spiel beim VfL Bochum II musste Coach Peter Schubert nur auf einer Position umstellen. Mitte der Woche fiel Dennis Dowidat aufgrund von Problemen im Adduktorenbereich aus, so das Aimen Demai das Vertrauen bekam zu seinem Comeback. Letzte Woche hatte er in der zweiten Mannschaft erstmals wieder über 75 Minuten lang gegen den Bonner SC auf dem Feld gestanden. Pünktlich zum Anpfiff kam eine nette Regenschauer runter, und das Flutlicht musste angeschaltet werden. Bereits nach drei Minuten stand Aimen Demai im Blickpunkt, als er einen Freistoss von halbrechts in den Siegener Strafraum brachte. Dort schlich sich Marcus Hoffmann am langen Pfosten davon und kam völlig frei zum Kopfball. Doch leider erwischte er ihn nicht optimal so das der Kopfball Aufsetzer über die Querlatte ging. Aus dem Spiel heraus konnten zunächst keine Chancen entwickelt werden, Domagoj Duspara traf nach einer Ecke nur das obere Tornetz. Rund zehn Minuten später kam er eine Fussspitze zu spät, als Jannik Stevens den Ball flach vor das Sieger Tor spielte.

 

Der Tabellendritte kam erst nach einer halben Stunde in Wallung, und zeigte warum er denn so weit oben in der Tabelle steht. Zuvor erlahmte das Spiel bei beiden Teams im Mittelfeld, Alemannia stand hinten stabil, die Siegener ebenfalls. Nur kein Risiko eingehen hätte die Parole lauten können. Aber dann zeigten sie doch wie gefährlich sie sein konnten. Ein Konter über Zouzou Bouadoud, der den Ball entscheidend durchsteckte im Aachener Strafraum, und Alex Hettich plötzlich alleine vor Aachen Keeper Frederic Löhe stand. Doch unsere Nummer 1 konnte das Duell für sich entscheiden und spitzelte den Ball weg. Kurz vor der Pause konnte Alemannia nach einer Ecke den Ball nicht klären, und plötztlich stand Zouzou Bouadoud frei vor dem Tor und traf zum vermeindlichen 0:1. Doch die Abseitsfahne wehte bereits im Wind, nichts war passiert. Pause.

 

Ballnetztor Kopie
 
Schiedsrichter Florian Heien blieb auch im zweiten Abschnitt im Brennpunkt. Weiterhin konnte die Siegener Abwehrspieler an unseren Stürmer Domagoj Duspara ziehen, zerren und klammern wie sie wollten. Versuchte er sich zu „befreien“ pfiff der Schiri konsequent gegen ihn. Diese leidvolle Erfahrung sollte auch Michael Lejan machen, der ebenfalls nie verstand was der Schiri da so pfiff. Andererseits war der Schiri auch einer der schlechteren Vertreter die man hier hat pfeifen sehen. Haarig wurde es nach einer Stunde, als Jannik Stevens im Siegener Strafraum zu Fall kam, aber der Elfmeterpfiff ausblieb. Ehrlicherweise muss man sagen, das man das nicht pfeifen musste. Bis zur Schlussphase blieb es unspannend, es gab kaum aus dem Spiel heraus Torgefahr. Schön anzusehen war die Erfahrung und Qualität von Aimen Demai. Das erkennen von Situationen, das nachsetzen gegen den Gegenspieler, das „Auge“ für den freien Mann auf der anderen Seite des Spielfeldes. Da müssen die anderen jungen Kicker von uns noch eine Menge lernen. Nach 72. Minuten war für Aimen Schluss, mit viel Beifall wurde er verabschiedet. Diese Qualität sieht man gerne wieder.

 

Die Sportfreunde hatten nach einem Eichmann Freistoss die größte Chance im zweiten Abschnitt, als Alemannia Keeper Frederic Löhe den Ball etwas unterlief und am langen Pfosten Zouzou Bouadoud völlig blank stand. Doch sein Direktschuss aus spitzen Winkel traf zum Glück nur das Außennetz. Nun ging es noch einmal bei beiden Teams rauf und runter, beide wollten nun den Sieg erzwingen. Während Alemannia optisch mehr drückte, waren die Konter der Gäste gefährlich. Heraus kam aber hüben wie drüben nichts mehr, und so trennte man sich leistungsgerecht mit 0:0 am Tivoli. Sicherlich wäre etwas mehr drin gewesen, doch es zeigte sich auch heute wieder das Alemannia in der „Fremde“ besser agiert als zuhause. Nun folgt die englische Woche mit dem Spiel bei Viktoria Köln (Dienstag 19 Uhr), um dann am Samstag 14 Uhr gegen den Tabellenvorletzten SC Wiedenbrück 2000 nachzulegen.