Mrz 05 2014

Auswärtspunkt beim Favoriten – Alemannia bleibt unbesiegt

SPLO-ATSV
 
Unsere schwarzgelben entführten im Abendspiel beim Favoriten aus Lotte verdient einen Punkt, und sind somit fünf Spiele lang unbesiegt. Winterneuzugang Marcus Hoffmann sorgte per Kopf für das 0:1, ehe man in der Nachspielzeit der ersten Hälfte, ebenfalls per Kopf, das 1:1 hinnehmen musste. Den Sportfreunden fiel gegen tief stehende Alemannen wenig ein, und hatten selber Glück das bei den “Nadelstichen” der schwarzgelben kein weiterer Treffer mehr fallen sollte. So hatte Dennis Dowidat noch die größte Möglichkeit, als er nach rund einer Stunde alleine vor SF-Keeper Benedikt Fernandez auftauchte und den Ball neben den Pfosten setzte.

 

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Als Zweitbeste Rückrundenmannschaft ging es für die Alemannia zu den Sportfreunden aus Lotte. Der Tabellenzweite der Regionalliga West war schon unter Zugzwang, da der Tabellenführer aus Köln bereits am Wochenenden mit einem Sieg vorlegte (3:1 gegen Schalke 04 II). Alemannia kam mit breiter Brust nach dem 3:0 Heimsieg gegen Rot Weiss Essen, und so stellte Coach Peter Schubert auch nur auf einer Position um. Für Niko Opper kam Marco Neppe ins Spiel und verteidigte neben Michael Lejan vor der Viererabwehrkette im defensiven Mittelfeld. Lottes Coach Michael Boris, für den nichts anderes zählte als ein Sieg (und er das auch vorher gar nicht in Frage stellte), gab seinem Team die taktische Anweisung mit das man ruhig und geduldig spielen sollte, um dann mit blitzschnellen und aggressiven Pressing den Ballgewinn zu erzwingen. Alemannia hingegen stellte sich tief hinten rein und wartete zunächst ab was die Sportfreunde denn so zu bieten hatten. Das war am Anfang nicht viel, auch wenn Lotte das Kommando auf dem Platz übernahm.

 

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Alemannia war mal wieder Live bei Sport1 zu sehen, und so konnte man sich einem breiten Publikum präsentieren. In den ersten Minuten konnten von beiden Teams keine gefährlichen Situationen erspielt werden, und unsere schwarzgelben selbst zeigten den Lotter Freunden das man nicht als Punktelieferant angereist war. Wie schon gegen RW Essen zeigte man auch gegen den Favoriten ein schönes Pressing und viel Laufbereitschaft, so waren die Räume für die Lotter eng und der Ballverlust vor dem Aachener Strafraum meist die Folge. Nach einer Viertelstunde zeigten unsere schwarzgelben ihre neue Stärke, die noch im Hinspiel eine eklatante Schwäche war. Ein Freistoß, ausgeführt von Dennis Dowidat, fand den Kopf von Marcus Hoffmann der den Ball entgegen der Laufrichtung des Keepers ins lange Eck zum 0:1 (15.) beförderte.

 

Macus HoffmannAlemannia Winterneuzugang Marcus Hoffmann erzielte seinen ersten Treffer

 

Aber Marcus Hoffmann traf nicht nur zum 0:1, sondern auch den Kopf von Lottes Stürmer Fabian Montabell, der erfolglos versuchte unseren Torschützen am Kopfball zu hindern. Es zeigte sich wieder einmal das ein Stürmer nichts im eigenen Strafraum zu suchen hat. Während des Jubels merkte auch Marcus Hoffmann dass er ebenfalls “lädiert” war, und sackte auf dem Rasen zusammen. Nach einer kurzen Behandlungspause kam er jedoch (mit einem Veilchen) wieder, im Gegensatz zu Fabian Montabell der verletzt mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ausgewechselt werden musste. Die mitgereisten 300 Alemannia Fans machten unter den rund 1.000 Zuschauern ordentlich Radau, man lag nicht falsch mit der gefühlten Heimspielatmosphäre. Kurios, hatte doch Lottes Bürgermeister Rainer Lammers vor dem Spiel im Interview mit Sport1 sich noch enttäuscht gezeigt das so wenig Aachener nach Lotte gekommen waren. Dabei stand er in einem fast leeren Stadion (was auch noch Arena hieß), und vor einem prall gefüllten Gästeblock!

 

Schubert-ATSVDiesmal musste Coach Schubert nicht grimmig gucken

 

Unsere schwarzgelben zeigten nun richtig guten Fußball, mit schnellen Balleroberungen und zügigem Spielaufbau brachte man die Lotter in Bedrängnis. Wurde Marco Neppes Schuss noch auf der Linie geklärt, vergab Jannik Stevens in der folgenden Szene die Möglichkeit zum 0:2, als sein Ball knapp über die Querlatte der Lotter flog. Die wiederum fanden keine spielerische Möglichkeit den Alemannia Abwehrriegel zu knacken. Einzig bei Standardsituationen wurde es gefährlich, so auch als Alexander Ludwig den Ball auf das Tor schoss und Alemannia Keeper Frederic Löhe den Ball mit beiden Fäusten entschärfte. Alemannia hatte alles im Griff, bis auf die dritte Minute der Nachspielzeit. Ein Freistoß von Lottes Marco Hansmann an den Fünfmeterraum fand den Kopf von Gerrit Nauber, der sich im Luftkampf gegen Jochen Schumacher durchsetzte, und zum 1:1 (45.+3) einköpfte. Ärgerlich aus Sicht der schwarzgelben, die kurz vor Abpfiff einen herben Rückschlag einstecken mussten.

 

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Unverändert kamen beide Teams zurück, und der Favorit aus Lotte musste mehr tun wenn er die drei Punkte zu Hause behalten wollte. die Sportfreunde waren nun aktiver und optisch überlegen, aber alles was im Aachener Strafraum hinein kam flog postwendet wieder heraus. Unsere schwarzgelben standen nun auch nicht mehr so eng an ihre Gegenspieler so dass Lotte über die Außenpositionen ihr Heil versuchte. Aber von Erfolg waren die Bemühungen auch nicht gekrönt. Alemannia hingegen blieb weiterhin tief stehen und setzte bei den erst besten Möglichkeiten kleine Nadelstiche im Angriff. So schaltete mal blitzschnell um nach der Balleroberung, und Marco Neppe passte in die Lotte Nahtstelle der Abwehr, wo Dennis Dowidat plötzlich alleine vor SF-Keeper  Benedikt Fernandez auftauchte und den Ball knapp neben den Pfosten setzte.

 

Der mittlerweile eingewechselte Stürmer Mazam Moslehe setze sich auf der rechten Seite durch, seine Flanke setzte Rafael Garcia knapp neben das Tor. Lotte rannte an und versuchte es nun mit hohen Bällen, die aber ebenso wenig für Gefahr sorgten bei unseren Abwehrrecken. Dennis Dowidat versuchte es mit einem Hammerschuss aus knapp 30m, aber auch diesmal ging der Ball knapp am Lotter Tor vorbei. Der taumelnde Favorit hatte in der 71. Minute seine allerbeste Chance, als Amir Shapourzadeh aus rund 25 Metern den Ball per Freistoß auf das Tor hämmerte. Dort fand er in der Mauer eine Lücke, und Keeper Frederic Löhe musste mit einer Glanzparade den Ball entschärfen. Das Spiel wurde nun ruppiger, je mehr die Uhr herunter tickte. Aber Schiedsrichter Brüggemann hatte alles im Griff, und ließ es nicht ausarten.

 

Frederic Löhe KopieFreddy Löhe hielt den Punkt fest, und zeigte eine Klasse Parade die das 2:1 verhinderte

 

Beide Teams hatten noch ihre kleinen Chancen, aber auch die Schlussoffensive der Lotter verpuffte Wirkungslos. Nach 93. Minuten pfiff der Schiri ab, die mitgereisten Alemannia Fans jubelten über den Punktgewinn beim Favoriten, während dieser sich maßlos ärgerte über den Punktverlust. Denn nun hängt man mit sieben Punkten hinter Spitzenreiter Fortuna Köln hinterher. Alemannia hingegen bleibt auch im fünften Spiel hintereinander unbesiegt und zeigt weiterhin eine gute spielerische Verfassung. Alemannia Coach Peter Schubert richtete den Blick schon nach vorne “Die Mannschaft  hat beim Tabellenzweiten einen Punkt geholt. Den Schwung wollen wir nun mit in die Partie am Samstag gegen Mönchengladbach nehmen“. Da die “große” Borussia zeitgleich gegen den FC Augsburg spielt, dürfte der Gästeblock wieder verwaist bleiben.

 

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Nebenbei muss man wieder mal erwähnen was für eine Zumutung so ein Live Spiel ist bei Sport1. Als neutraler Zuschauer hat man den Eindruck man ist in einer Talkshow, wo das Spiel nur am Rand wirklich interessiert. Vor allem Sportmoderator Jörg Dahlmann findet ja immer wieder Anekdötchen aus dem ersten Weltkrieg, die niemanden wirklich interessiert. Eine Wohltat als zwischendurch, und als Co-Moderator auftretend, Alemannia Fan IG Geschäftsführer Dirk Habets zu Wort kam und der Informationsgehalt gleich um 100% anstieg. Das ist das furchtbare an Jörg Dahlmann, dem tausend Sachen wichtiger sind so das er gar nicht mitbekam das beim 0:1 nicht der Lotter Torhüter am Boden lag, sondern ein Lotter Spieler. Auch in der zweiten Halbzeit, als Verls Coach Andreas Golombek zu Worte kam, zeigte sich wieder das der “Co” mehr Spielsachverstand an dem Tag legte als der eigentliche Moderator des Spiels.

 

Nun denn, man kann es der Alemannia nicht verübeln wenn sie sich gegen Livespiele aussprechen (wie gegen Rot Weiss Essen). Denn den Blafasel vom Märchenonkel Dahlmann muss man sich nicht antun.