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Feb 22 2014

Kartoffelkaefer

Alemannia gewinnt den Westschlager – 9.500 Fans lassen den Tivoli beben

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Ja, es gibt Tage…da erinnert man sich gerne zurück. Heute war so ein Tag, denn nicht nur das 3:0 war beeindruckend. Es war auch seit langen ein Spiel wo ich von der ersten Minute gedacht habe „heute kann nichts schief gehen“. Auch beim 1:0 war ich sicher das wir das heute schaukeln werden! Komisch, so ein Gefühl kannte ich irgendwie lange nicht mehr. Ein Sieg den man entspannt verfolgen konnte, vor einer guten Kulisse von 9.500 Fans. Die Rot Weißen aus Essen taten ihr übriges dazu, der Support von beiden Fanlagern, einmalig. Da wird einem wehmütig wenn man sich vorstellt was da für Vereine in der 2. Liga kicken, mit weit aus weniger Fan-Potenzial.

 

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Heute stimmte aber auch irgendwie alles. Der Einsatz der Mannschaft, die Laufbereitschaft, der Kampf und der Wille. Hatte das Spiel unter der Woche doch alle elektrisiert, die 10.000er Marke im Tivoli war anvisiert wurden, so zeigten die schwarzgelben auf dem Platz das sie wollten. Das hatten wir ja auch schon anders gesehen, so fünf bis zehnmal. Heute sah man das die Mannschaft bzw. einzelene Spieler gereift sind, nicht nur taktisch sondern auch im Duell mit dem Gegner. Da hebe ich mal besonders Jannik Stevens hervor, der eine sehr bemerkenswerte Entwicklung durchlaufen hat bislang. Als er in der Frühphase der Saison zu uns stieß, fragten sich nicht wenige „was sollen wir denn mit dem?“. Sein Tor zum 3:0, wenn auch durch eine Bogenlampe nach Presschlag, sei ihm voll und ganz gegönnt. Weiter so!

 

DSC_8873 2Der Gästeblock war mal wieder voll und Stimmgewaltig

 

Alemannias Auswechselbank befindet sich nun rechts neben dem Spielertunnel. Verwundert rieb man sich die Augen, wieso? Alemannia Coach Peter Schubert, gerade wieder genesen von seiner Grippe, meinte “

Wir sehen dort besser, weil kein Schiedsrichter-Assistent vor unserer Nase herumläuft„. Manchmal kann es ganz banal sein. In der Aufstellung wurde auch fleissig rotiert. Dennis Dowidat, Domagoj Duspara und Niko Opper rückten in die Startaufstellung, Marco Neppe (krank), Mazam Moslehe und Marvin Ajani fanden sich auf der Auswechselbank wieder. Die Stimmung war in beiden Fanlagern prächtig, das Spektakel konnte beginnen. Der Gast aus Essen fand auch direkt den Weg nach vorne, während unsere schwarzgelben erstmal geduldig abwarteten.

 
 

DSC_8899Mit einem strammen Schuss zum 1:0 (10.) – Jochen Schumacher

 
 

So gingen die ersten beiden Ecken an die Gäste, brachten aber nichts ein. Dann probierte es Pires-Rodrigues mit einer kleinen Schwalbe im Aachener Strafraum, doch der sehr aufmerksame Schiri Frömel machte sehr gut deutlich was er von dieser Showeinlage hielt. Der Essener war einsichtig und tat das auch nicht wieder. Alemannia kam nach acht Minuten durch Sascha Marquet gefährlich in den Strafraum, der ablegte auf auf Dennis Dowidat. Doch der Schuss wurde von einem Rot Weißen Abwehrbein über das Tor geklärt. Der anschließende Eckball flog in den Strafraum, die Gäste konnten nicht richtig klären so das der Ball wieder in den Strafraum flog. Kapitän Peter Hackenberg war irgendwie mit einem Haar noch am Ball, der dadurch die gesamte Rot Weiße Abwehr ungehindert passierte auf den am langen Pfosten freistehenden Jochen Schumacher. Der zog trocken ab und traf zum frühen 1:0 (10.)

 
 

DSC_8910Erstes Tor für unseren Neuzugang

 
 

Taktisch war die frühe Führung perfekt aufgegangen. Nun spielte sich viel im Mittelfeld ab, nach vorne waren die Abwehrreihen sehr aufmerksam. Michael Leyan schnappte sich den Ball, und ließ einige Rot Weißen aussteigen, und brachte den Ball vor dem Tor. Dort aber war noch der Essener Nakowitsch, der den Ball fast ins eigene Tor klärte und den Ball über die Latte drosch. Essen holte einige Freistöße, vorzugsweise über rechts, heraus und konnte nicht davon profitieren. Die erste gefährliche Aktion gab es nach einer halben Stunde, als ein Eckball den Kopf von Essens Nakowitsch und Aachens Schumacher fand, und der Ball sich knapp hinter der Querlatte niederließ auf kosten eines weiteren Eckballs. Sascha Marquet köpfte nach einer Ecke knapp am Tor vorbei, auf der anderen Seite hatten die Essener die Chance zum Ausgleich. Essens Torjäger Platzek vernaschte zwei Abwehrspieler und zog in den Strafraum, doch sein Schuss ging am langen Pfosten knapp vorbei.

 
 

DSC_8946Durchatmen!

 
 

Nach der Pause änderte sich am Bild nicht viel, die Essener blieben munter in ihrem Spiel und Alemannia schaute geduldig und wachsam zu. Mit Pressing und einer enormen Laufbereitschaft, vor allem durch Marquet und Duspara, fiel den Rot Weißen nichts gescheites ein mit dem Ball. So ging es doch über lange Wege nach hinten und zur Seite nach vorne, wo der Ball dann in den schwarzgelben Fängen geriet. Domagoj Duspara probierte es mit einem Fernschuss, der aber am Tor vorbei ging. Dennis Dowidat zimmerte nach einer Stunde den Ball per Freistoß auf das Tor, und RWE-Keeper Schwabke musste sich ganz lang strecken um den Ball im kurzen Eck zu entschärfen. die Nicklichkeiten nahmen etwas zu, aber es wurde nie überhart. Das unterband auch Schiri Frömel vorzüglich. Die Rot Weißen blieben das aktiverer, aber auch glücklosere Team in der zweiten Halbzeit. Alemannia machte es da besser, und hatte die Standards als starke Waffe geladen. Nach einer Ecke klärten die Rot Weißen den Ball nicht weit genug, Rafael Garcia zog volley von der Strafraumgrenze ab und traf ins lange Eck zum 2:0 (70.).

 
 

DSC_8996Rafael Garcia mit einem trockenen Schuss zum 2:0 (70.)

 
 

Der Tivoli war nun ein Tollhaus, aber auch die Rot Weißen Anhänger gaben nun nochmal alles. So sieht Support aus, auch wenn man hinten liegt. Alemannia im Freudentaumel, nun gelang alles. Nur wenige Minuten später wollte Essens Kai Nakowitsch am Strafraum klären, doch Jannik Stevens zog nicht zurück so das der Pressschlag zur Bogenlampe wurde, und der bedauernswerte RWE Keeper Schwabke den unhaltbaren Ball erneut aus den Kasten holen musste. Mit 3:0 war das Spiel entschieden, aber weder die Rot Weißen auf dem Platz noch auf den Rängen gaben auf. Die Essener Fans zeigten nun wahrlich einen besonderen Humor und setzten mehrmals zum Torjubel an, unter den Rufen „Auswärtssieg“ und „Europapokal“. Auch eine Form der Frustbewältigung 🙂 Der eingewechselte Marvin Ajani legte über rechts den Turbo ein, zog an seinen Gegenspieler vorbei und hatte das 4:0 auf dem Fuß. Doch diesmal war Gästekeeper Schwabke aufmerksam und gewann das Duell.

 
 

DSC_9022Jannik Stevens erzielte sein erstes Tor für die Alemannia

 
 

Mit einem 3:0 im Rücken hatten unsere schwarzgelben nun die allergrößte Ballsicherheit, und zeitweise wurde jeder Ballkontakt nun bejubelt von den Rängen. Kontrolliert brachte man den Heimsieg nun unter Dach und Fach, da konnten die nie aufsteckenden Essener auch nichts mehr ändern. Beim Schlusspfiff gab es die Jubelarien, wie man sie lange nicht mehr am Tivoli gesehen hat. Man war vielleicht nicht das bessere Team, aber auch nicht schlechter. Man war einfach effektiver vor dem Tor. Man mag sich nicht an das rumgeeiere aus der Hinrunde erinnern. Mit dem Sieg rutscht Alemannia nun aus der Abstiegszone und schiebt sich auf Rang 9 vor. Nun geht es zum Vorjahresmeister aus Lotte, da haben wir ja noch eine Rechnung offen aus dem Hinspiel!

 
 

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2 Kommentare

  1. Bundesliga Konferenz Stream

    Toller Spielbericht, danke schön. Ich drücke euch die Daumen, dass ihr bessere Zeiten erleben werdet!

    1. Kartoffelkaefer
      Kartoffelkaefer

      Vielen Dank 🙂

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