Feb 05 2014

Alemannia inTEAM – Rückblick auf eine geile Zeit

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Am 04.02.2004 ging der 2:1 Sieg gegen den FC Bayern München in die alemannischen Geschichtsbücher ein. Mit dem Erfolg und den Einzug in das spätere DFB Pokal Finale sollten „drei geile Jahre“ (so sagte es Ex-Alemanne Erik Meijer einmal) erfolgen, in dem sich der Verein sanierte und über die UEFA Cup Teilnahme in den Bundesligaaufstieg 2006 mündete. der 04.02.2004 veränderte und bewegte einiges im Verein, denn zu diesem Zeitpunkt hatten wir bei der Alemannia einfach eine geile Truppe. Heute, zehn Jahre später, blickt man wehmütig auf diese Zeit zurück und fragt sich immer noch wie es soweit kommen konnte. Alemannia wollte aber auf das Spiel zurückblicken, und lud 200 Fans ein neben den Stars von damals. Willi Landgraf, Karl-Heinz Pflipsen, und Stephan Straub waren zu Gast im Spielertunnel des neuen Tivoli. Der Spielertunnel im alten Tivoli hätte auch gar nicht genug Platz geboten. Neben den drei Heros von damals war auch Sascha Theissen (TORWORT Kolumnist Autor, und Fan) zu Gast, der aus der Fanperspektive ebenfalls die alten Erinnerungen noch einmal vergegenwärtigte.

 

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Robert Moonen moderierte durch den Abend und konnte ebenfalls noch die eine und andere Anektode beisteuern. Seit 1973 ist der vollblut Alemanne und Stadionsprecher an Bord, und kandidiert für einen Sitz im neuen Verwaltungsrat. Die Veranstaltung sollte um 19 Uhr beginnen, doch weit mehr als 15 Minuten später startete das ganze. Denn bis dahin kämpfte sich „Kalle“ und Willi durch die Fans und begrüßten alte Weggefährten von damals. Natürlich war auch Horst Heinrich, unser damaliger Präsident, unter den Fans im Spielertunnel. Robert Monnen begrüßte die Fans und eröffnete den Abend mit einer Frage an „Kalle“ Pflipsen. Dieser entschuldigte sich erstmal im Namen von Stephan Blank, der auch gerne gekommen wäre zu diesem Abend. Aber als Trainer der U23 des FC Halle hatte er einen anderen Termin.

 

Kalle-Pflipsen
 
Kalle Pflipsen erzählte wie er es damals empfunden hatte nach dem großen Triumph gegen den FC Bayern. Er hatte die Bayern ja schon einmal geschlagen, mit seinem vorherigen Verein Borussia Mönchengladbach. Aber für Alemannia und die Fans hatte dieser Sieg eine besondere Bedeutung, auch weil es in der Mannschaft damals 100% passte. Darin stimmte auch Wiiillllllliiiiiii Landgraf ein, der das ganze noch ausdrucksstärker und emotional ausschmückte, fast so als wäre er gerade erst vom Platz gekommen. Er erzählte wie er voher mit dem „Langen“ (Stephan Blank) geträumt hatte was passieren würde wenn….und er einfach proforma im Cafe Madrid schon einen Tisch bestellt hätte. Mittels Beamer wurden die besten Szenen vom Spiel noch einmal als kurze Einspieler gezeigt, als Stephan Blank abzog aus 30m und „Olli“ Kahn den „unhaltbaren“ Ball kassierte zum 1:0. Ja, da bekam der Willi feuchte Augen, und zumindest ich noch einmal Gänsehaut (wie andere im Spielertunnel wohl auch).

 

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Willi erzählte, das beim Aufwärmen er schon beobachtete das die Bayern mit den Molten Bällen nicht zurechtkamen. Sie „titschten“ die Bälle auf dem Rasen und waren unzufrieden, so das der Betreuer aus dem Bayern Bus die Adidas Bälle holte. Sie wussten nicht das der Molten Ball genau der Ball war, mit dem unsere schwarzgelben damals spielten. Und Willi erzählte das man den Spielball immer extra ganz stark aufpumpte, und er dadurch schwer wie ein Stein war und auch eine eigenartige Flugkurve einnahm. Oliver Kahn musste dies beim 1:0 am eigenen Leib feststellen. Das gab natürlich Lacher im Publikum, denn wenn Wili einmal am erzählen ist, dann gibt es für ihn kein halten mehr. Ebenso wie aphatisch er nach dem Spiel war, in einer ganz anderen Welt (was die beiden anderen Spieler kopfnickend bestätigten). Auf das 2:1 angesprochen, das Erik Meijer perfekt einköpfte in der 81. Minute, sagte er das er dauernd auf die Stadionuhr geschaut habe und immer die 82. Minute dort stand. „Das kann doch nicht sein, das stand doch eben schon da“ lachte Willi wild gestikulierend.

 

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Stephan Straub erzählte das er damals keine Reaktion zeigte (was zu lachern bei Willi und Kalle führte), und er als Torwart sein eigenes Ritual hatte. So war er schon eine Stunde vor Spielbeginn auf dem Rasen um sich Vorzubereiten. Emotionslos, so sah es für andere aus, nahm er den Trubel garnicht wahr. Allerdings war unter der Woche beim Training schon zu sehen das etwas großes auf die Alemannia zukommen würde, als das ZDF begann den Tivoli für die Liveübertragung herzurichten. Am Ende erzählte Stephan noch das er nach Spielende auf Olli Kahn zuging und um sein Trikot bat, das er in der Kabine bekommen sollte. Es sollte dann doch noch einige Zeit dauern bis er das Trikot per Post in Händen halten konnte. Unisono waren aber alle der Meinung das man damals eine Super Truppe gehabt hat, mit Erfahrenen Spielern und jungen Wilden. Auch das familiäre, wenn die Spieler ihren Nachwuchs auf dem Rasen holten, kam nicht zu kurz. Im Nachhinein war es auch kein Zufall das man den FC Bayern bezwang, es passte eben alles. Ob Alemannia und die Fans jemals wieder so eine Mannschaft zu sehen bekommt?

 

Runde
 
Auch Sascha Theisen, TORWORT Kolumnist und Autor, erinnerte sich als er damals im Block N stand. Wie ge- und angespannt man schon tage vorher gewesen ist, und man beim Abpfiff einfach nur noch rumgestammelt hat. Ja, so ähnlich kann ich mich auch daran erinnern, damals im Block M. Zur Sprache kam auch noch einmal das Erik Meijer wohl das geilste Tor geköpft hat, zwischen zwei Bayern Spieler den Ball exakt an den Innenpfosten platziert. Da kam Beifall auf, auch als Ex- Alemannia Präsident Horst Heinrich von allen Beteiligten lobend erwähnt wurde. Schade das man bei diesem Zusammenhang nicht die Szene von der anschließende Pokalauslosung des Halbfinales zeigte, als Borussia Mönchengladbach gezogen wurde. Selten hat man Horst Heinrich so hoch hüpfen sehen im VIP Zelt! Das fehlte irgendwie noch an dem Abend.

 

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Vergessen wurde auch nicht die Anekdötchen rund um Coach Jörg Berger. Der meinte auch, als er sah wie es um die damalige Alemannia bestellt war: „Hätte ich das gewusst, wäre ich nie hierher gekommen“. Wie gut das er es nicht wusste 🙂 Robert Moonen erzählte das er mit Willi einmal auf dem Markt spazieren ging, und vor dem Cafe Täglich Jörg Berger auf zwei Stühlen lag und schlief. Als sie aufweckten meinte er nur barsch „hat man denn niemals hier irgendwo seine Ruhe“. Auch wurde aufgeklärt das Jörg Berger während des Pokalsspiel sehr wohl Autogramme gegeben hat, und nicht (wie Bela Rethy damals behauptete) auf der Taktiktafel rumkritzelte. Zum guten Schluß meinte Robert Moonen noch, das Jörg Berger immer ziemlich nah bei ihm stand weil er schlecht sehen konnte ohne Brille und fragte „Robert, wer war das?“. Allerdings meinte Kalle Pflipsen darauf das er auch mit Brille schlecht sah 😉

 

Willi
 
Es gab ein kurzes langes Break wo die Pokalhelden von damals jede Menge Autogramme schreiben mussten, und lächelnd ihr Gesicht in den hundert Kameras hielten. So hatte man Gelegenheit auch mal abseits des Podiums ein bisschen mit den Heros von einst zu schwatzen. Nach mehr als einer halben Stunde widmete man sich der Zukunft der Alemannia. Zu Gast auf dem Podium waren nun Christoph Pauli von der Aachener Zeitung (nanu, was sollte er denn da?), Thomas Deutz, der für Amt des Vize-Präsidenten kandidiert (Geschäftsführer beim Vermögensverwalter Creutz & Partners), Sasa Strujic (aktueller Spieler Alemannia) und Reiner Plaßhenrich (Co-Trainer Alemannia). Thomas Deutz erklärte das er und seine Mitstreiter sich am 13. März 2014 von den Mitgliedern wählen lassen wollen, um legitim die Vereinsgeschicke zu führen. Aber das würde man auch jetzt schon tun, denn Alemannia hat keine Zeit zu verlieren. So auch in Sachen Wintertransfers, wo man mit dem Trainergespann zusammengessen hat und überlegt hat was da noch geht. Drei von vier Wunschtransfers wurden realisiert, und mit Aimen Demai sei wohl der größte Coup gelungen was in Aachen niemand für möglich gehalten hätte. Allerdings habe Aimen starke Abstriche machen müssen.

 

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Thomas Deutz erklärte das man, wenn man nicht gewählt würde, zumindest die Nachfolger davon profitieren würden, wenn nun einige Dinge bewegt werden würden. So sei vordergründig wichtig das man viele Sponsoren ins Boot nehmen will, was laut Christoph Pauli in Anbetracht der Vergangenheit nicht einfach sein dürfte. Auch warb Thomas Deutz mit offener Transparenz, wobei man natürlich nicht alles offen sagen dürfte. Aber das Mitgliedern auf der Jahreshauptversammlung aktuelle Zahlen verweigert wurden in den letzten Jahren, das dürfe es nicht mehr geben. Christoph Pauli meinte das es gut ist, das ehemalige Mandatsträger nun nicht mehr berücktsichtigt werden bei dem Aufbau der neuen Alemannia. Sasa Strujic erzählte das er damals bei dem Pokalspiel gegen Bayern (ein Jahr später – 4:2 Sieg) noch Balljunge gewesen ist, und in der U15 spielte. Auch er hofft das es mit Alemannia wieder aufwärts geht, und er deshalb auch hier geblieben ist. Reiner Plaßhenrich redete darüber das zu viele meinten sie könnten in den Verein reinquatschen. Das die Mannschaft nicht besser war in der Hinrunde lag mitunter daran das sie erst zum Ende der Vorbereitung nahezu komplett wurde.

 

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Auch Robert Moonen ließ wissen das ihn die Galle überqillt wenn er die Leserbriefe in der Aachener Zeitung ließt, die teils unsachlich und unwahr sind. Genau wie Thomas Deutz, der meinte es geht nur Alemannia mit der Stadt Aachen und umgekehrt, bekannte er sich dazu gerade jetzt in dieser Zeit etwas für den Verein zu tun. So wolle er sich darum Bewerben in den verwaltungsrat gewählt zu werden. Er meinte noch das damals viele in der Stadt, und auch in den Gremien, es schick fanden sich im Rampenlicht der Alemannia zu sonnen. Bei Wahlplakaten sah man alle Politiker mit einem Alemannia Schal, die heute lieber nichts mehr davon Wissen wollen. Aber gerade jetzt müsste man sich zur Alemannia bekennen. Abschließend wünschte sich Thomas Deutz noch das man diese Saison schnell den Klassenerhalt schafft, und nächstes Jahr im oberen Drittel sich ansiedelt und man eine ruhige Saison spielen kann mit Planungssicherheit. Denn dann könnte man in den Aufbau investieren das man wieder raus kommt. Robert Moonen meinte abschließend das er zu seinem 75-jährigen Geburtstag den Stadionsprecher dran gibt. Ein schöner Abend ging zu Ende, und manche mussten sich einige kleinen Tränchen der Erinnerung an einer geilen Zeit verdrücken.

 

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Achja, so ganz unter uns….haltet euch mal den 29. Mai 2014 frei….da jährt sich die Teilnahme am DFB-Pokalendspiel in Berlin gegen Werder Bremen auch zum zehntenmal 😉 Vielleicht, plant da die Alemannia auch etwas. Mein ja nur 🙂

 

 

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