Nov 13 2013

Alemannia auswärts hopp – Sport1 flopp

HeaderKFCTSV

Alemannia lebt. Nach den deftigen Worten bei der Fan-Aussprache am vergangenen Dienstag, zeigten die Tivoli Kicker wieder mal ansehnlichen Fussball. Auch wenn nach wie vor nicht alles rund und glatt läuft, war doch zu erkennen das die Mannschaft den nötigen Grell und Biss hat. Und diesmal war ich mit dem Quer- und Zurückspielen (gabs das überhaupt?!)  voll und ganz zufrieden – Hallo Herr Opper ;-). Zufrieden musste man am Ende sein, sollte man aber nicht. Ein Dreierpack wäre durchaus in der Grotenburg Kampfbahn drin gewesen. Aber wie es der Kollege vom Schlüsselszene.net so nett formulierte „Auf der anderen Seite war es auch ein sehr glücklicher Punktgewinn für den KFC, da sich die Alemannia-Stürmer bei der Chancenverwertung in etwa genauso clever angestellt hatten wie unsere Innenverteidigung bei der Manndeckung – also quasi gar nicht„.

 

Coach Peter Schubert war nur körperlich anwesend - krankheitsbedingt

Coach Peter Schubert war nur körperlich anwesend – krankheitsbedingt

Coach Peter Schubert, grippemäßig außer Gefecht gesetzt zur Wochenmitte, war zwar anwesend aber eingreifen konnte er nicht. Wenn man ihn so auf der Bank sitzen sah, er wäre besser im Bett geblieben. Andererseits, finde ich es schon Klasse das er sich aufrafft und bei der Mannschaft ist! Das macht auch nicht jeder! So kam Co-Trainer Reiner Plaßhenrich in den Genuß das Zepter in Krefeld zu schwingen. Die Ansage war klar, mit Kampf die drei Punkte holen. Wer vor Ort war, das waren aus Aachen um die 800 Fans unter den 3.095, konnte sich glücklich schätzen. Denn wer sich auf dem schönen warmen Sofa den „Klassiker“ bei Sport1 reinzog, der sollte 120 Minuten Höllenqualen erleiden und erdulden. Jörg Dahlmann, den ich schon zu „DSF – Zweite Liga“ Zeiten wie die Pest gemocht habe, musste wieder ein Alemannia Spiel moderieren. Warum eigentlich!! Nicht nur das er ein Schwätzer vor dem Herren ist, nein gefühlte 20 Minuten hat er sich dem Spiel gewidmet und den großen Rest beglückte er uns mit seinen Anekdötchen und „weißt du noch..“. Und in das Krefelder Elefanten Maskottchen hatte er sich schon nach 2 Minuten „verliebt“. Eine Frechheit sondergleichen war auch die minutenlange leere Tribüne zu zeigen, während unten auf dem Rasen das Spiel lief! Das mag zwar interessant sein das die Tribüne, die Heimat der Uerdinger Fans, gesperrt ist aus lachhaften Gründen (Wellenbrecher dürfen laut DFB Statut nur alle 7 Reihen stehen, in der Grotenburg stehen sie aber alle 10 Reihen), aber das hätte man auch am Anfang oder am Ende erwähnen können.

 

DSC_0671Auch für Eric van der Luer gab es ein Wiedersehen mit der Alemannia, wo er bis 2011 tätig war

 

Für die Uerdinger war es ein „Klassiker“, für Alemannia nach 31 Jahren ein Wiedersehen in der Krefelder Grotenburg und das Spiel eins nach der Fan-Aussprache. Entsprechend agierten beide Teams zu Anfang und beschnupperten sich eine Viertelstunde lang. Aus dem Nichts dann das 1:0 für den KFC, als ein langer Ball nach vorne kam und KFC Spieler Issa Issa den Ball per Kopf auf Moses Lamidi ablegte. Der hatte genug Platz weil kein Alemanne ihn stellen wollte, und so schlenzte er den Ball ins linke untere Eck zur Führung (17.). Der KFC blieb nur kurz am Drücker, zwei Minuten später verzog Meik Kuta die gute Chance. Wurde Alemannia nun stärker oder der KFC schwächer? Die schwarzgelben spielten nun den gepflegten Ball, was man ja auch schon lange nicht mehr gesehen hatte. Dennis Dowidat konnte sich aus halblinker Position durchsetzen und spielte in den Lauf von Rafael Garcia, der klug den Ball auf den freistehenden Abedin Krasniqi querlegte. Das Tor verwaist, die Arme im schwarzgelben Fan-Block waren schon hochgerissen, zuhause stand man vor der Couch in Jubelposition. Doch unsere Nummer 9 zeigte warum er linkes Bein ein….damit er nicht umfällt. Im Stolpermodus ging der Ball, statt ins leere Tor, fast Richtung Eckfahne. Während die einen die jubelnden Arme nun auf dem Kopf legten, lachten im blauroten Block die Uerdinger. Nun, -jeder- Alemanne hätte Krasniqi in diesem Moment…was auch immer. Zur Entschuldigung sei gesagt der Boden war sehr tief, und der linke Fuß ist halt nicht sein Freund.

 

Sascha Marquet 2Sascha Marquet mit starker Leistung und dem Tor zum 1:1

 

Nachdem „Fauxpass“ durch Krasniqi ackerte die Alemannia aber weiter und wurde nun doch belohnt. Nach einem Einwurf flankte Marco Neppe den Ball von der Grundlinie am kurzen Pfosten, Sascha Marquet konnte sich bequem gegen seine beiden passiv verhaltenden Bewacher durchsetzen und köpfte wuchtig zum 1:1 (33.) ein. Alemannia zeigte nun gefällige Kombinationen gegen immer schwächer werdenden Uerdinger. Rafael Garcia drang nach schnellen schnörkelosen Spiel in dem Strafraum ein und legte ab auf Krasniqi, der diesmal knapp verzog.
Auch nach Wiederanpfiff zur zweiten Halbzeit zeigten die schwarzgelben das gefälligere Spiel. Schöne Kombinationen und Spielzüge, die man lange nicht mehr gesehn hatte erfreute das Auge. Der KFC war nun auch wieder besser im Spiel, die Verletztenausfälle der ersten Halbzeit (Ioannis Alexiou und Kosi Saka) hatte man verkraftet. Mit den schnellen Bällen kam Uerdingen nicht zurecht, Abedin Krasniqi war diesmal der Passgeber und Dennis Dowidat verzog den Ball über die Krefelder Querlatte. Das zweite Tor war zum greifen nah, ehe der KFC das Spiel wieder auf dem Kopf stellte. Der umtriebige Issa Issa flankte den Ball weit auf die andere Seite, wo der eingewechselte Lance Voorjans alleine im rechten Strafraumfeld stand. Mit allem Mut schoss er volley den Ball ins lange Eck zum 2:1. Da konnte sich unser Keeper Frederic Löhe noch so ärgern und Jannik Stevens dumm gucken.

 

Abedin_Krasniqi2 KopieAbedim Krasniqi, erst verlacht dann reingemacht zum 2:2

 
Aber trotz des erneuten Rückstandes, Alemannia fiel nicht um sondern spielte weiter. Fünf Minuten nach dem 2:1 passte Jochen Schumacher den Ball nach vorne. Die Spitzen Garcia und Krasniqi setzen sich in Bewegung, und Sascha Marquet ließ den Ball „durch“. Der Weg für Rafeal Garcia war frei, wie in der ersten Halbzeit legte er den Ball vor dem heraus stürmden KFC Keeper Robin Udegbe quer auf Abedim Krasniqi der diesmal den richtigen Fuß benutze und zum 2:2 ins leere Tore einschob. Während KFC Coach Eric van der Luer abwinkte, feierten die 800 Alemannen auf den Rängen. Beide Mannschaften läuteten die Schlussoffensive ein, aber die Kraft fehlte nun beiden aus den immer größeren Lücken im Spiel Kapital zu schlagen. Mit einer (un)zufriedenen Punkteteilung endete das Spiel, und Alemannia nahm das erste Unendschieden der Saison entgegen.

Wir haben heute als Mannschaft aufgespielt und eine kämpferisch gute Leistung gezeigt.

(Sascha Marquet, Torschütze zum 1:1)