Okt 07 2013

Heimsieg im Geduldsspiel – Die letzte Pille saß

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Ach was war es schön, Dauergesang im Stadion und mit dem Schlußpfiff fiel das 2:0 durch den eingewechselten Dennis Dowidat. Die Talentschmiede vom Bayer-Kreuz wurde verdient besiegt, auch wenn es am Ende noch ins Auge hätte gehen können. Das Spiel, oder besser die Chancenverwertung, unserer Alemannia war wieder nichts für schwache Nerven! Alleine das Raphael Garcia vor dem Tor stand, und die Kugel hätte reinschieben können, sorgte für Unmut und Haarausfall auf den Tribünen. Was er sich in dem Moment dabei gedacht hat wird wohl sein Geheimnis bleiben, denn aus 100 Möglichkeiten wählte er die allerschlechteste. Aber auch die kleinen Bayer verstanden es erst viel zu spät den nötigen Druck aufzubauen, und das in Unterzahl. Davor gingen sie auch schludrig um mit ihren Chancen. So stand am Ende ein verdientes, aber auch erlösendes 2:0 und Tabellenplatz 11 zu buche. Mit einer Miniserie von zwei Siegen geht man nun in die kleine Pause.

 

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Als die Leverkusener Aufstellung durch Robert Moonen durchgesagt wurde, brandete nur einmal Beifall auf. Denn mit der Nummer 5 kehrte Ex-Alemanne und Bayer-Kapitän Mirko Casper zurück am Tivoli. Casper spielte rund siebeneinhalb Jahre auf dem Tivoli, und war einer der dienstältesten Spieler bis seine Fussballkünste nicht mehr erwünscht waren. So wurde es ein leiser Abschied aus Aachen. Alemannia Coach Peter Schubert änderte auf zwei Positionen die Startaufstellung. Für den gelb-rot gesperrten Armand Drevina und den erkrankten Marvin Ajani kamen Marco Neppe und Abedin Krasniqi in die Startelf, die diesmal sehr offensiv ausgerichtet war. Alemannia war gleich im Spiel drin, und hatte auch direkt im Doppelpack zwei kleine Chancen, die aber weder Sascha Marquet aus spitzen Winkel noch Mazan Moslehe nutzen konnten. Optisch hatte Alemannia das Spiel im Griff, aber in der Vorwärtsbewegung neigte man auch zu Fehlern und leichten Ballverlusten. Richtige Torchancen kamen dabei nicht auf, die Bayer Elf probierte es mit Nicklichkeiten und profitierte davon auch nicht.

 

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Kleine Nicklichkeiten der Bayer Youngsters

Ein Fehler von Marco Neppe im Spielaufbau wäre fast bestraft worden, als Aziz Bouhaddouz Alemannia-Keeper Frederic Löhe umkurvt hatte. Doch sein Schuß wurde kurz vor der Torlinie durch Niko Opper geklärt. In der Folgezeit war es eine spannende Partie ohne große Torchancen, eher die kleinen Fouls nahmen nun zu. Nach einer halben Stunde nahm Sascha Marquet am 16er den Ball volley und schoss auf das Tor, aber Bayer-Keeper Lomb hatte keine Mühe den Ball zu entschärfen. Der umtriebige Michael Lejan war vor der schwarzgelben Abwehr der Staubsauger und ging weite Wege. So wie auch die restlichen Spieler wurde das Tempo hoch gehalten und gekämpft und gerackert. Doch kurz vor der Pause wäre fast wieder eine grobe Nachlässigkeit der schwarzgelben bestraft worden. Levin Öztunali konnte zwei Alemannen auf rechts ausspielen und flankte in den Strafraum, wo Dominik Kohr völlig blank stand und (zum Glück) neben das Tor köpfte. Zuvor hatte Marco Neppe, nachdem er im Strafraum den Ball von Abedin Krasniqi per Hacke vorgelegt bekam, nicht genug Druck hinter dem Ball bekommen so das sein Schuss “verkümmerte”.

 

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Sascha Marquet erzielte das 1:0

Auch in der zweiten Halbzeit änderte sich zunächst nichts am Spiel beider Mannschaften. Die einen mühten sich, die anderen bemühten sich endlich eine Torchance herauszuspielen. Alemannia Coach Peter Schubert hatte nach rund einer Stunde genug gesehen und wechselte hintereinander zwei neue Offensivkräfte ein. So kam Rafael Garcia (für Mazan Moslehe) und Nazim Sangare (für Abedin Krasniqi) in die Partie, wobei Abedin Krasniqi seine Auswechslung irgendwie nicht verstanden hatte. Halbherzig klatschte er Nazim Sangare ab, Peter Schubert bekam selbige noch weniger zu spüren. Dabei läuft Krasniqi seit Wochen seiner Form hinterher, auch heute zeigte er sich wenig mannschaftsdienlich. Die Einwechslungen zeigten direkt Wirkung, Nazim Sangare legte den Ball vor und spielte damit Sascha Marquet frei, der allein vor dem Tor ins linke Eck schoss zum 1:0 (60.). Riesenjubel auf den Rängen, und nicht minder unten auf dem Platz. Endlich war der schei** Ball drin!.

Kleine Fouls und Nicklichkeiten während des Spiels

Kleine Fouls und Nicklichkeiten während des Spiels

Alemannia nun mit Rückenwind, und Raphael Garcia hatte die Entscheidung zehn MInuten später auf dem Fuß. Nach einem herrlichen Angriff passte Nazim Sangare den Ball zu dem besser vor dem Tor postierten Garcia, der aber zulange überlegte was er nun machen sollte(!!). Statt den Ball direkt ins Tor zu befördern wollte er wohl noch den roten Teppich ausrollen! Chance vertan. Bayer versuchte es im Aachener Strafraum mit einer Schwalbe, als Nico Opper und Dominik Kohr sich im Strafraum kreuzten. Doch der sehr aufmerksame Schiedsrichter Thomas Altgeld (Note 2) hatte den Braten direkt gerochen und zeigte Kohr die gelbe Karte. Eine Viertelstunde vor Schluss kam dann Dennis Dowidat (für Sasa Strujic) in die Partie, der zuvor wegen seines “Ballett-Kleidchen” einige Spiele von der Tribüne aus verfolgen musste. Gleich mit seiner ersten Aktion bereitete er fast das 2:0 vor, aber der freigespielte Sascha Marquet traf nur den Rücken von Bayers Mandt, statt das Tor.

Untauglicher Versuch von Dominik Kohr (Bayer04) einen Elfer zu "schinden"

Untauglicher Versuch von Dominik Kohr (Bayer04) einen Elfer zu “schinden”

 

Nach einer Ecke von Michael Lejan kam Marco Neppe frei zum Kopfball, doch Bayer´s Perrey klärte den Ball auf der Linie. Nachdem Doninik Kohr wegen der Schwalbe im Strafraum verwarnt wurde, unterband er den Angriff von Jannik Stevens mit einem Foul. Damit hatte Schiedsrichter Thomas Altgeld genug gesehen und schickte ihn (87.) mit gelb-rot vom Platz. So musste die Elf von Ralf Minge das Spiel in Unterzahl zu Ende bringen. Dabei drehten die Leverkusener nochmal auf und Alemannia wankte auf einmal doch kräftig hinten. Khaled Narey konnte vom eigenen Strafraum fast bis zum Aachener Tor durchlaufen, ohne gestoppt zu werden! Aziz Bouhaddouz hatte mit seinem Kopfball nochmal die größte Chance zum Ausgleich. Nun herrschte nochmal helle Aufregung in der Nachspielzeit, bis Dennis Dowidat für die Entscheidung sorgte. Sascha Marquet, heute sicherlich Spieler des Tages, konnte sich am rechten Flügel durchsetzen und auch noch einen Verteidiger ausspielen. Sein Pass in die Mitte fand Rapheal Garcia, der den Ball kurz tippte und so Dennis Dowidat frei vor Bayer Keeper Lomb auftauchte. Ein platzierter Schuss ins linke untere Eck vollendete das 2:0 quasi mit dem Schlusspfiff und die 5.100 Zuschauer in Wallung.

 

Dennis Dowidat legte nach seinem Tor einen langen Weg zurück zu Keeper Frederic Löhe

Dennis Dowidat legte nach seinem Tor einen langen Weg zurück zu Keeper Frederic Löhe

Der Sieg war nun in der Tasche, die kleinen Bayer verloren ihr erstes Auswärtsspiel dieser Saison. Alemannia hingegen nimmt eine kleine Miniserie mit in die Pause, ehe man in zwei Wochen zur Zweitvertretung der Düsseldorfer Fortuna reisen muss. Ein Lob muss man auch mal an dem Schiedsrichter gerichtet werden, über die wir uns ja bislang immer beklagt haben. Thomas Altgeld war für mich bislang einer der ganz wenigen souveränen Schiedsrichter der ohne großes “Bohai” sehr gute pfiff. Ärgerlich das Michael Lejan seine fünfte gelbe Karte abholte, und somit in Düsseldorf gesperrt ist.

 

Das Ergebnis ist sehr enttäuschend für uns. Wir hatten gerade zu Beginn wieder viel Ballbesitz, aber das entscheidet schließlich kein Spiel. Es war heute mehr drin. Trotzdem haben die Aachener schließlich verdient gewonnen (Bayer U23-Teammanager Dirk Dreher)

 

Wir wussten, dass es ein Geduldsspiel wird, aber wir haben wieder gekämpft, bis der Arzt kommt (Torschütze Sascha Marquet)

 

Bilder –> Hier noch einige Bilder vom Spiel in der Gallerie:

 

Und ein kleines Emotionsvideo zum 2:0 durch Dennis Dowidat.

 
Dauer Support von der Südtribüne – Gänsehaut!