Sep 30 2013

Trotz Kampfanzug – Unglückliche Niederlage gegen Viktoria Köln

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Schade Alemannia. Am Ende eines großes Kampfes stand man wieder mit leeren Händen da. Eine Standardsituation in den Schlussminuten ließ die sechste Niederlage in Folge zur bitteren Realität werden. Dabei hatte man gegen einen Aufstiegsaspiranten alles in die Waagschalte geworfen, was man in den letzten Wochen so schmerzlich vermisst hatte. Und Viktoria Köln spielte nicht wie eine Klasse-Mannschaft, auch weil unsere schwarzgelben den Kampfanzug ausgepackt hatten und das Ballett-Kleidchen im Spint blieb. Der Appell wurde anscheinenend doch „erhört“. Genutzt hat es am Ende zwar nichts, aber die Fans sind mit den Spielern wieder im „reinen“. Nach zuletzt doch harscher Kritik und „Schnauze voll“ Rufe gab es diesmal wieder die aufmunternden Rufe und Beifall. Verlieren kann, aber die Art des Verlierens ist doch entscheidend. Und das was man sah gibt Zuversicht für die kommenden Spiele, wenn die Spieler von nun an sich zerreissen.

 

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Nach den zuletzt schwachen Spielen, und der weiteren Pleite gegen die Sportfreunde Siegen, musste eine Reaktion her. Nur zwei Umstellungen gab es im Team, Sascha Marquet und Mazan Moslehe ersetzten den gesperrten Jochen Schumacher (rote Karte in Siegen) und Domagoj Duspara. Fast wäre es wieder so losgegangen wie man es aus den letzten Spielen her kannte. Faith Candan tankte sich nahezu unbedrängt von der Grundlinie in den Aachener Strafraum rein, sein Schuss wurde noch abgeblockt und den Nachschuss setzte Sebastian Glasner fahrlässig neben das Tor. Dann aber zeigten die schwarzgelben das sie auch gewillt waren zu zeigen wer der Herr im Haus ist. Marvin Ajani spielte aus dem Mittelfeld auf Sasa Strujic, der den Ball per Hacke auf Armand Drevina legt. Dieser steckte den Ball durch die Kölner Abwehr durch, und Sascha Marquet stand alleine vor Viktorias Keeper Koczor und umkurvte ihn. Den Torschrei schon auf den Lippen parierte Kölns Keeper mit einer Hand und klaute Marquet den Ball vom Fuß. Da konnte man sich schon die ersten Haare raufen.

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Das Alemannia hinten nicht so ganz sattelfest ist zeigte sich wenig später. Eine Flanke in den Strafraum erreichte Lukas Nottbeck der vollkommen alleine vor dem Tor stand. Da war er wohl selbst erschrocken und köpfte die Einladung über das Tor. Durchatmen Alemannia! Das Spiel fand nun auf einen guten Niveau statt, keiner schenkte sich was. Und Alemannia zeigte das auch die starken Kölner leichtsinnige Fehler machen konnten wenn man sie nur unter Druck setze. Allerdings hatte der hilflose Schiedsrichter aus Essen eine ganz andere Sicht des Spiels, seine merkwürdige Pfeifferei sollte noch Folgen haben. Alemannia machte nun Druck und hatte Chancen durch Moslehe und Marquet, die aber entweder an den sehr guten Kölner Keeper scheiterten oder am Ende doch noch ein Kölner Abwehrbein dazwischen war. Die letzte große Chance vor der Pause hatte wieder Sascha Marquet, der heute ein exellentes Spiel zeigte, der aus halbrechts im Strafraum abzog. Mit Mühe konnte Keeper Koczor den Ball um den Pfosten lenken. Mit Beifall ging es in die Kabine.

 

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Das Viktorias Coach „Pele“ Wollitz unzufrieden war konnte man bis in die Logen hören. Dem entsprechend kamen die Kölner aus der Kabine und setzten Alemannia gehörig unter Druck. Während Alemannia gerade noch das „Abseitstor“ von Abedin Krasniqi bedauerte, tanzten die Kölner Angreifer gefahrenlos durch den Aachener Strafraum. Sebastian Spinrath, der völlig frei am langen Pfosten stand, schaffte es dann tatsächlich die 100% Chance neben das Tor zu setzen. Keine zwei Minuten später blieben auch die Versuche von Mike Wunderlich und Lukas Nottbeck erfolglos, auch weil die schwarzgelben Abwehrspieler nun alles auspackten und den Ball blockten. Das war auch das Signal das nun die Alemannia sich anschickte den Favoriten unter Druck zu setzen. Schöne Kombinationen die man lange nicht mehr sah wurden nun zelebriert. Eine Hereingabe von Sasa Strujic fiel am Fünfmeterraum Abedin Krasniqi vor die Füße, doch unser Stürmer setzte den Ball über den Kölner Kasten. Oh mein Gott, was für eine Chance! Dann rückte der Schiedsrichter im Blickpunkt, der nun von dem Zeitpunkt an von allen guten Geistern verlassen war.

 

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Alemannias Physiotherapeut Michael Lange wurde Platz gestellt

Alemannias Physiotherapeut Michael Lange wurde Platz gestellt

Mazan Moslehe tankte sich an drei Kölner vorbei und drang in den Strafraum ein, wo er von den Beinen geholt wurde. Doch statt des fälligen Elfmeterpfiffs verlagerte der „Unparteiische“ den Ball an die Strafraumgrenze zum Freistoss. Was für eine krasse Fehlentscheidung! Der Freistoss brachte nichts ein, aber aus dem Elfmerterklau wurde nun Frust. Alemannia blieb offensiv weiter aktiv, während die Viktoria auf ihre Standards vertraute. Dieses Vertrauen sollte in der 80. Minute belohnt werden. Nach einer Ecke von Mike Wunderlich setzte sich Jannik Löhden gegen Peter Hackenberg durch und köpfte das 0:1. Kurzzeitig verloren unsere schwarzgelben die Orientierung und Ordnung, und Köln hätte fast eine Minute später wieder profitiert. Dann aber rappelte man sich wieder auf, der Kragen wurde auf eng gesetzt und es ging Richtung Kölner Tor. Aber wieder stand der „Unparteiische“ im Blickpunkt. Zunächst holzte Viktorias eingewechselter Spieler Masatoshi Hamanaka ein bisschen rum, ehe er Michael Lejan von hinten von den Beinen holte. Statt roter Karte blieb es bei einer „Ermahnung“, und Kölns Coach „Pele Wollitz“ nahm ihn dann nach 20 Minuten doch wieder besser vom Feld.

 

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Michael Lejan krümmte sich vor Schmerzen am Boden, und Betreuer und Physiotherapeut Michael Lange versorgte ihn. Nun war die Frage wo die Sanitäter mit der Trage waren, was der Schiedsrichter als Zeitverzögerung annahm. Dann kam das was ich persönlich noch nie erlebt habe, der Schiedsrichter schickte unseren Betreuer auf die Tribüne! Und der wortgewaltige Co-Trainer Reiner Plaßhenrich durfte gleich mitgehen! Währendessen war man immer noch auf die Suche nach einer Trage, und Michael Lejan humpelte gestützt von Abedin Krasniqi vom Feld. Als er schon in den Katakomben war, standen die Sanitäter ziemlich ratlos am Eingang rum. So wie bestellt und nicht abgeholt. Meine Güte. Alemannia setzte nochmal zum Schlussspurt an, aber die Kölner Viktoria verteidigte den schmalen Erfolg geschickt. Am Ende wurde das gute Spiel nicht belohnt, auch wenn Coach Peter Schubert die Mannschaft auf dem richtigen Weg sieht.

 

Bilder zum Spiel gibt es wie immer in der Gallerie.
 
 

Letzte Woche hatte ich eine Umfrage gestartet, mit der Frage welche Konsequenzen nach den fünf Niederlagen und dem immer schlechter werden Spiel gezogen werden müssen/sollten. Das Ergebnis viel weit gefächert aus. Insgesamt machte die Mehrheit das Trainergespann, und mutmaßlich Peter Schubert Verantwortlich. 26% meinten das eine Aussprache zwischen Team und Trainern dringend geboten wäre. Nun, am Samstag hat die Mannschaft eindrucksvoll gezeigt das es wohl keine „Diskrepanzen“ innerhalb der Mannschaft und Trainerteam gibt. Auch Insolvenzsverwalter Rolf-Georg Mönning gab Peter Schubert und seinem Team Rückendeckung. Der Trainer würde nicht in Frage gestellt, man müsse bedenken das der zusammengewürfelte „Haufen“ noch nicht so zusammengewachsen ist in der kurzen Vorbereitungszeit. Sicherlich hat er da nicht ganz unrecht, vielleicht sind „wir“ Fans auch einfach zu ungeduldig nach dem guten Start. Allerdings erklärt es nicht warum man immer schlechter wurde von Spiel zu Spiel. Nun, bereits am Dienstag kann man beim Tabellenschlußlicht SC Wiedenbrück erneut den Beweis antreten das man nun die Kurve bekommen hat. Ein Sieg ist dort fast schon Pflicht, will man nicht unter dem roten Strich der Tabelle rutschen.
Vielen Dank an alle die an der Umfrage teilgenommen haben! 🙂

 

Umfrage - KOnsequenzen