«

»

Sep 21 2013

Kartoffelkaefer

Wiedergutmachung endet im Pfeifkonzert – Alemannia rutscht ab

DSC_6172

Am 8. Spieltag setzte es die vierte Niederlage vor nur noch 4.900 Zuschauer. Die vielgepriesene Wiedergutmachung fiel aus, der Begriff „Grottenkick“ bekam ein Gesicht und verlor gegen eine schwache Bochumer Zweitvertretung mit 0:1. Trotz taktischer und spielerischer Umstellung, und das Debüt von Neuzugang Yannik Stevens (linker Verteidiger), zelebrierte die schwarzgelben ein Armutszeugnis trotz hochkarätigen Chancen. Aber diese wurden ebenso fahrlässig vergeben wie auch die stetigen Bemühungen das Spiel lieber im quer und zurück zu bestimmen. Offensive Akzente wurden schon im Ansatz durch Fehlpässe abgewürgt. Das einige Zuschauer, und auch Coach Peter Schubert am Ende noch was positves abgewinnen konnte, entzieht sich mir jeglicher Logik.

 

Man muss den Finger in den Wunde legen, und mahnen dass das gestrige Spiel der Höhepunkt der Armseeligkeit des schwarzgelben Spiels war. Man muss sich vor Augen führen das da keine Top-Mannschaft als Gegner gegenüber stand, sondern eine durch Schubert stark geredete Bochumer Zweitvertretung. Die musste nicht allzu viel tun, weder groß in den Zweikämpfen gehen noch das große Angriffspiel zelebrieren. Man wartete geduldig ab und nahm die Geschenke an. Was sie allerdings gut machten war das Pressing gegen den Ballführenden Spieler der Alemannia. Aber das wars dann auch schon. Alemannia ließ bis auf wenige Ausnahmen alles vermissen was sie in den ersten Spielen noch ausgezeichnet hat. Aber spätestens jetzt muss das „Hihihahahoho“ ein Ende haben!

 

Am meisten ärgert mich ja noch das was unser unser Coach sagt!

Anders als am Sonntag kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sie ist nur leider nicht belohnt worden für ihren Elan. Dennoch sehe ich eine positive Entwicklung.

Ich bin ja froh das ich anscheinend nicht als einziger ein anderes Spiel gesehen habe. Aber wo bitteschön sind denn positive Ansätze? Das man hundertmal versucht durch die Mitte zu spielen, und meinen per Hackentrick an der Strafraumgrenze holt man die hohe Kunst der Fussballschule raus? Das es eine gefühlte Ewigkeit dauert bis der Ball aus der Abwehr den Weg nach vorne findet? Das die Spieleröffnung meist schon an der Mittellinie beendet ist weil dann wieder quer und zurück gespielt wird? Es ist ja fast wie vor einem Jahr in der 3. Bundesliga, gut anfangen um von Spiel zu Spiel immer schwächer zu werden. Schon da wollte man uns einreden das die Mannschaft Zeit braucht. Die „Zeit“ endete im sportlichen (neben dem finanziellen) Abstieg. Einige Spieler laufen ihrer Form seit Wochen hinterher, und einige Spieler haben anscheinend „Angst“ vor dem Ball. Angst vor was? Das er ihnen in den Fuß beißt? Dennis Dowidat, der nach seinen drei Toren nichts mehr gezeigt hat, zeigt irgendwie seine ganze Lustlosigkeit auf dem Platz. Kein ernstes Zweikampfverhalten,  das läuferisches Spiel ist eher ein Alibi. Das er die Doppelchance vor dem Tor nicht genutzt hat, anyway. Bochums Keeper Esser zeigte wie zuvor gegen Duspara das er in der einszueins Situation der Sieger war. Das aber der Nachschuss von Dowidat über das leere Tor flog, das grenzte schon am Hang zur Slapstik.
DSC_3934
Die Chancen waren da, mehrmals sogar. Aber wenn man schon die besten Chancen liegen läßt, das zeugt dann von fehlender Qualität. Da über die Außenspieler fast nichts kam mussten die Stürmer sich selbst den Ball holen. Das man im Angriff völlig orientierungslos in den Pulk der Bochumer reinfummelte, zeigte die feste Entschlossenheit das man noch Stunden hätte spielen können ohne das Tor zu treffen. Aus der Ferne versuchte es dann tatsächlich Dennis Dowidat einmal und scheiterte wie Yoshihara. Ansonsten wollte man den Ball im Tor reintragen. Das am Ende der Unmut überwog „Wir haben die Schnauze voll“ ist einerseits Verständlich. Andererseits muss man sich Fragen woran es liegt dass das Spiel und die Spieler immer schlechter werden? Was hat sich im Training geändert? Das Peter Schubert mal ordentlich auf dem Tisch haut, das trauen ihm die wenigstens zu. Das er es kann hat man schonmal gesehen, beim Testspiel gegen Meschede. Üblicherweise kommen nach vier Niederlagen die ersten, die ganz nah an der Mannschaft sind, und flüstern das die Mannschaft gegen den Trainer spielt. Dabei sollte die Mannschaft froh sein das der Trainer nicht mehr van Eck heißt. Der hätte sie in der Halbzeit aufgefressen.
DSC_8110
Dennoch fängt Alemannia an viel zu verspielen. Nur noch 4.900 Zuschauer sind ein erstes Alarmzeichen. Unglückliche Niederlagen werden verziehen, aber Niederlagen mit Grottenkicks und halbherziger Einstellung wird bestraft. Natürlich sah das zum Ende gegen Bochum toll aus wie Alemannia die Bochumer einschnürte, aber das rausholen der Brechstange sieht anders aus. Am Ende hatte man Dank Frederic Löhe das Glück das der Sack nicht vorzeitig zugemacht wurde, bei den Bochumer Kontern. Verwundert war man das dort Stürmer Krasniqi versuchte seinen Sturmkollegen aus Bochum -erfolglos – einzuholen. Michael Lejan hat zwar auch kein Topspiel abgeliefert, aber wenigstens hatte er als einer der wenigen sein Kämpferherz ausgepackt. Tugenden die man leider nicht bei allen am Donnerstagabend gesehen hat. Zusammengefasst war das ganze ein einziger Murks, denn weder die taktische Aufstellung noch die gewürfelten Abwehrpositionen brachten Ruhe und Sicherheit rein. Neben einer stabilen Abwehr fehlt es auch im offensiven Mittelfeld an jemanden der die Fäden in die Hand nehmen kann. Irgendwie war gegen Bochum immer eine große Lücke im Mittelfeld. Und ja, haste Scheiße am Fuß haste Scheiße am Fuß. So auch Kapitän Hackenberg, der mit seiner unfreiwilligen Hackenablage das 0:1 begünstigte. Es war eben ein Abend zum vergessen. Hoffentlich reisst sich die Mannschaft nun endlich zusammen und fährt nach Siegen um zu siegen! Und das wir wieder Angst haben müssen vor den starken Spielfreunden, das will ich diesmal nicht hören!