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Sep 02 2013

Kartoffelkaefer

Unnötige Niederlage gegen Sportfreunde Lotte

DSC_6476Niederlagen sind ja immer unnötig, und sogar manchmal unverdient. Aber dennoch bleiben es Niederlagen die im Kopf hängen bleiben. Seit Samstag ist der Alemannia Heimnimbus der Unbesiegbarkeit im eigenen Stadion gebrochen. Und das gegen den Vorjahresmeister Sportfreunde Lotte. Am Ende hat nicht die bessere Mannschaft sondern die clevere und „abgewixte“ Mannschaft gewonnen. Diverse Schauspieleinlagen, ständiges Lamentieren und kleine Nicklichkeiten am Gegenspieler plus einen Schiri der partout keinen Elfer geben wollte. Das waren am Ende die entscheidenden Faktoren für die Niederlage. Grob unsportlich kam noch hinzu das kurz vor Ende der Begegnung ein zweiter Ball von der Lotte Bank ins Spiel geworfen wurde, was zusätzlich den Spielfluss stoppte und mit einer Unterbrechung einherging. Natürlich folgenlos für Lotte. Nach Spielschluss blieb nur der Ärger zurück das man dieses Spiel so abgeben konnte. 7.300 Zuschauer, darunter 5 Fans aus Lotte sahen dennoch ein gutes Regionalliga Spiel.

 

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In der ersten Halbzeit hatte Alemannia den Vorjahresmeister weitgehend unter Kontrolle. Bis auf die immer wieder gefährlichen Konter, die man ja schon aus dem letzten Jahr her kannte, spielte Lotte nicht wie ein angehender Aufstiegskandidat der noch unbesiegt war.

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Sascha Marquet erzielte das 1:0 per Kopfball

Haarsträubende Fehler im Aufbauspiel und in der Abwehr waren vielleicht der großartigen Kulisse am Tivoli geschuldet, das wohl beeindruckend wirkte. So spielte Lottes Unzola nach vier Minuten bereits einen fatalen Rückpass, den Abedin Krasniqi erlief und Torwart Fernandez umkurvte. Aus spitzen Winkel zirkelte er ihn auf das Tor und Lottes Nauber kratze den Ball auf der Linie weg. Vier Minuten später dann doch der Torjubel auf dem Tivoli, nach einer Ecke von Krasniqi wuchtete Sascha Marquet den Ball wuchtig ins Tor zum 1:0 (8.). Lotte verhedderte sich im Mittelfeld und spielte leichte Bälle ins aus. Alemannia setzte nach, aber auch selbst blieb man im Angriffsspiel unpräzise. Die Abwehr stand immer höher so das die nun gelegentlichen Konter der Sportfreunde sehr gefährlich wurden. Zweimal musste das lange Bein von Kapitän Peter Hackenberg, vor dem einschussbereiten Stürmer, herhalten zur Klärung. Bis auf die Konter blieb Lotte als Aufstiegskandidat blass, das war doch etwas überraschend.

 

Der Gast wankte und hatte Glück das Schiedsrichter Bastian Börner nicht bereit war zweimal Elfmeter zu pfeifen. Glasklar das Foul von Ex-Alemannia Abwehrspieler Sascha Herröder an Dennis Dowidat. Der Schiedsrichter stand direkt dahinter und ließ weiterlaufen. Als wenig später Abedin Krasniqi in den Strafraum flog, da konnte man zumindest zweifeln ob unser kleiner Stürmer nicht etwas abgehoben war nach seiner abgesessenen Rotsperre. Auch hier blieb die Pfeife stumm. Dafür wurde die Partie nun intensiver von Lotte geführt, die aufmerksam in der Abwehr blieben. Alemannia probierte viel, aber konstruktives kam vor dem Tor nicht mehr heraus.

 

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Man weiß nicht was in der Kabine passierte, aber irgend etwas musste passiert sein. Während Alemannia optisch auch nach der Pause am Drücker blieb, war Lotte nun cleverer und besann sich auf ihre Stärken. Nachdem Dennis Dowidat eine Freistossflanke zu lasch in den Strafraum setzte, und Lotte Keeper Fernandez diese abpflückte und den Gegenangriff einleitete, war es um die Alemannia Abwehr geschehen. Der schnelle Tempogegenstoss überraschte die Defensive so das diese nicht mehr mit kam. Ein kluger Querpass in die Mitte genügte um locker das 1:1 zu erzielen. Shapourzadeh hatte keine Mühe und jubelte ohne Anhang. Man musste zweimal hingucken ob der Ball wirklich im Tor war…schrecklich wenn der Gegner keine Fans hat die wenigstens beim Tor jubeln! Nun war es um unsere schwarzgelben irgendwie geschehen, man begann den Faden zu aus der ersten Halbzeit zu suchen. Doch nun schlichen sich Fehler ein, völlig unnötige Ballverluste und Harakiri im eigenen Strafraum begünstigten den Aufbau des Gegners. Lotte nahm an und spielte nun mit perfekten Kurzpassspiel die Abwehr auseinander. Dank Peter Hackenberg, der einen Ball vor der Linie noch wegkratzte und Keeper Frederik Löhe, der mit Glanzparaden das 1:2 verhinderte, ließ unsere schwarzgelben im Spiel bleiben. Nachdem Coach Peter Schubert wechselte bekam man sich wieder im Griff und beackerte das Tor von Lotte. Doch weder der eingewechselte Nazim Sangare noch Abedin Krasniqi hatten die nötige Übersicht und versuchten es auf „eigene“ Faust.

 

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Lotte begann nun das Spiel zu verschleppen, viele kleine Fouls und Lamentieren vor dem Herren störten den Spielfluss. Nickelichkeiten, kleine versteckte Fouls an den Gegenspieler und große Schauspielerei waren nun das Mittel zum Zweck für Lotte. Und leider ließ sich unsere Mannschaft davon mehr beeindrucken als man dachte. Als es dann noch im Lotter Strafraum ein Handspiel gab, und alles Lamentieren nichts nutzte gegenüber dem Schiri, war Lotte schon beim Gegenangriff. Doch der Ball, der zu weit gespielt wurde, kam postwendend wieder zurück nachdem Jochen Schumacher völlig indisponiert den Ball in der Vorwärtsbewegung dem Lotter Kotuljac in die Füße spielte. Dieser setzte von der Mittellinie aus zum Spurt an und umkurvte auch Frederik Löhe. Mit dem Außenriss und aus ganz spitzen Winkel vollendete er zum 1:2 (86.). Das war schon nicht schlecht gemacht, das muss man neidlos anerkennen!  Alemannia wirkte nun schwer getroffen und eine echte Torchance sprang auch nicht mehr heraus bei drei Minuten Nachspielzeit. Diese wurde nochmal hektisch als sich Lotte zu einer wirklichen Unsportlichkeit hinreißen ließ. Von der Lotter Bank flog ein zweiter Ball ins Spiel, was natürlich den Spielfluss wieder stoppte mit der einhergehenden Diskussion am Spielfeldrand. Am Ende scheiterte man an die fehlende Cleverness und Naivität.

 

Wir waren zu naiv und langsam im Kopf
(Alemannia Coach Peter Schubert)

Peter Schubert haderte am Ende mit der „Naivität“ und „Langsamkeit im Kopf“. Zu viele Optionen wurden schlecht gelöst, das Lotte perfekt Kontern kann hatte man auch bis Aachen gehört. Auffällig das Michael Lejan, der wenigstens dahin geht wo es weh tut, mit schnellen Konterbällen entlang der Seitenlinie nicht hinterher kam. Ein ums andere mal musste Tim Lünenbach aushelfen und die brenzligen Situationen klären. Auffällig auch das die Angriffe immer wieder nach dem gleichen Strickmuster durchgeführt wurden, und letztendlich kläglich scheiterten. Zu Eigensinnig war Nazim Sangare und Abedin Krasniqi im Abschluss, statt den besser postierten Mitspieler einzusetzen. Peter Schubert erkannte richtig das dies eine Kopf-Einstellungssache ist die man nicht wegtrainieren kann. Das ist ein Lernprozess den die Spieler annehmen müssen. In der Tabelle ist man nun im Mittelfeld angekommen. In zwei Wochen, bedingt durch die Länderspielpause, geht es in den Borussen Park zu den „kleinen“ Fohlen aus Gladbach. Dort muss man schon gewinnen wenn man oben „dran“ bleiben will. Da die erste Mannschaft von Borussia zum selben Zeitpunkt auswärts spielt, dürften man in Gladbach ein Heimspiel serviert bekommen. Das wichtigste aber dürfte sein das sich die  (wenigen) Alemannia Fans dort benehmen. Denn wir stehen weiterhin unter „Bewährung“.

 

Zum Schluss noch ein kleines Video zur Stimmung, mit dem Ende als das 1:1 fiel und einige Bilder vom Spiel.