Aug 13 2013

Vermurkst – Niederlage in Lippstadt

Auswärts
 
Wenn es schlecht läuft, dann wird es bei uns immer direkt ganz schlecht und heraus kommt Murks. Da reist die „große“ Alemannia ins beschauliche kleine Lippstadt, dort wo Heros wie „Kalle“ und Michael Rummenigge herkommen, und erlebt einen Abend der im vollkommenen Murks endet. Schon die Vorzeichen waren alles andere als gut. Angefangen von „Gängeleien“ gegen die schwarzgelben Fans, kein Aufhängen der Werner-Fuchs-Fahne, nicht mehr als 500 Tickets, kein langer Aufenthalt vor dem „Stadion“ bis hin zum Aufruf der Alemannia Fans im Stadion nichts zu Essen und zu Trinken. Dann aber versuchte der „Sicherheitschef“ vom SV Lippstadt die Situation zu retten und das er nebenbei sowieso falsch zitiert wurde. Ein großes Missverständnis also.

 

Zuvor war das Spiel aus Sicherheitsgründen vom Verband auf dem undankbaren Montagabend verlegt worden. So kam Lippstadt umhin das die Öcher Fans in Scharen einfielen ins beschauliche Waldschlösschen. Wenn der Aufsteiger Lippstadt auf dem Absteiger Alemannia trifft, sollten die Verhältnisse klar geregelt sein. Mit der maximalen Punkteausbeute und als Tabellenführer reisten die schwarzgelben an. Wahrscheinlich war der Super Start in der Liga, der ja doch überraschend war, für einige Spieler zu viel gewesen. Denn der Aufsteiger aus Lippstadt zeigte sich Top-Motiviert.

 

Frederik Löhe - Unser Geburtstagskind bekam zwei Tore "reingeschenkt"

Frederik Löhe – Unser Geburtstagskind bekam zwei Tore „reingeschenkt“

Alemannia Coach Peter Schubert änderte die Startaufstellung auf zwei Positionen. Für den eigentlich bislang gut spielenden Tim Lünenbach rückte nun nach seiner Verletzung Kapitän Peter Hackenberger in die Innenverteidigung. Neben Kris Thackray standen nun also zwei herausragende Türme in der Abwehr. Im rechten Mittelfeld musste Nazim Sangare weichen, für ihn spielte Florian Abel. Bei unseren schwarzgelben lief kaum was zusammen, zu behäbig der Spielaufbau, zu behäbig der körperliche Einsatz im Zweikampf, zu umständlich wenn es mal Richtung Lippstädter Tor ging. Anders die Hausherren, die aus einem Standard direkt ein Tor fabrizierten. Eine scharfe Flanke in den Strafraum, und den daraus resultierenden Kopfball von Fritz, konnte Alemannia Keeper Löhe nur vor die Füße von Lippstadts Riemer abwehren der zum 1:0 einnetzte nach zehn Minuten. Da sah unsere Innenverteidigung mit den beiden „Türmen“ nicht gut aus, Peter Schubert bemängelte später die Zuordnung. Alemannia schaffte es erst nach einer halben Stunde strukturiert in den gegnerischen Strafraum zu kommen. Wenn es schnell ging, wurde es auch gefährlich. Aber ein zwingender Torschuss kam dabei nicht heraus. Aus der Distanz fruchteten die Versuche ebenfalls nicht. Nach dem Seitenwechsel zeigten die schwarzgelben mehr Biss, und mit lauter Unterstützung der 600 mitgereisten Fans sollte nun die Wende erfolgen. Doch dann wurde es hektisch, und Schiri Maibaum rückte in den Mittelpunkt. Nach einem Foul soll Krasniqi im Fallen „nachgetreten“ haben, so das der Schiedsrichter es als Tätlichkeit wertete und ihn per roter Karte vom Platz stellte. Just zu diesem Zeitpunkt wollte Coach Peter Schubert die Offensive stärken mit den offensiven Einwechslungen von Sangare und Moslehe.

 

Abedin Krasniqi flog mit Rot runter, wegen Nachtretens.

Abedin Krasniqi flog mit Rot runter, wegen Nachtretens.

In Unterzahl würde es nun schwer werden etwas Zählbares mitzunehmen. Das Spiel wurde nun ruppiger und auch der Alemannia Fan Block brodelte langsam, so dass die Polizei nun sich anschickte etwas „präsenter“ vor dem Block aufzutauchen. Nach einer Flanke von Lippstadts Traufetter köpfte Maier den Ball knapp über die Aachener Querlatte. Alemannia drückte nun mehr aufs Tempo und wollte das Tor. Doch der Betonring der Lippstädter hielt und im Konter setzte man Akzente. Dann gingen die Emotionen wieder hoch, erst wurde ein Handspiel im Mittelkreis durch Lippstadt übersehen, im Konter kam Kapitän Peter Hackenberg einen Tick zu spät und foulte Maier. Schiri Maibaum wertete das als Notbremse und per rote Karte flog unser Kapitän ebenfalls vom Platz. Eine „harte“ Entscheidung des „Unparteiischen“. Mit nur noch neun Feldspielern sollte es nun ganz schwer werden.

 

Kapitän Peter Hackenberg - Beim Debüt gleich Rot wegen Notbremse.

Kapitän Peter Hackenberg – Beim Debüt gleich Rot wegen Notbremse.

Alemannia probierte in Unterzahl nun alles, konnte sich aber nicht belohnen. Stattdessen machte in der 81. Minute der SV Lippstadt alles klar, nachdem Jevric mit einem wuchtigen Kopfball das 2:0 erzielte. Der Drops war nun gelutscht und Alemannia musste anerkennen das man heute nicht das Beste aufbieten konnte. Zu bieder, zu harmlos und ideenlos agierte man über weite Strecken. Die zwei roten Karten taten dann ihr übriges. Man kann nur hoffen das die Sperren zwischen 2-4 Wochen liegen werden. Für Kapitän Peter Hackenberg ist es besonders bitter, nach seiner Verletzung stand er zum ersten mal in der Startelf und ist nun wieder „raus“. Dafür darf sich Tim Lünenbach freuen, der solide Innenverteidiger hat seinen Platz in den kommenden Wochen wieder. Es war ohne hin unglücklich das eine bis dahin gute Abwehr auseinander gerissen wurde, auch wenn ein erfahrener Mann wie Kapitän Hackenberg spielen muss. Andererseits war das Spiel auch eine gute Gelegenheit für die Reservespieler, die vielleicht unter der Woche eine Chance bekommen für das kommende Heimspiel gegen den 1. FC Köln II. Alemannia belegt nun den dritten Rang in der Tabelle.