Jun 25 2013

Tradition retten – Gemeinsam für den TSV!

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Wenn eine Pressekonferenz kurzfristig einberufen wird, dann ist etwas dringendes angesagt. So auch bei der Alemannia Fan IG. Diese luden heute Abend um 18 Uhr zu einer Pressekonferenz ein. Die Mail erreichte mich ziemlich spät, aber da es um die Alemannia geht musste ich natürlich hin. Das Anliegen ist im Interesse aller Alemannia Fans und Gönner, denn das Schwert des Untergangs kreist über den Mutter-Verein TSV Alemannia Aachen 1900 e.V. Die beiden Gesellschaften der Alemannia Aachen GmbH (Spiel- und Stadionbetrieb) sind bereits insolvenz, der Mutter-Verein steht mit anderthalb Beinen kurz davor. Der Kölmel Prozess hat den Verein wieder eingeholt, und das zu ganz unpassender Zeit. Droht nämlich der Alemannia Anfang Juli eine Niederlage vor Gericht gegen Dr. Michael Kölmel, dann steht eine 113-jährige Tradition mit seinen 1.000 Sportlern vor dem Aus. Um es mit deutlichen Worten zu sagen: Dann reden wir im Juli nicht mehr über die Fussball Regionalliga West, sondern über eine Neugründung des Vereins in der Kreisklasse D! Dies ist anscheinend nicht jedem bewusst, und deshalb die heute kurzfristig einberufene Pressekonferenz der Alemannia Fan IG.

 

DSC_2158         Stefan Wamper, Dieter Lübbers, Horst Rambau, André Bräkling (v.l.n.r)

 

Die Initiatoren Dieter (Didi) Lübbers und Stefan Wamper sind Alemannen durch und durch. Vergangene Woche entstand die Idee das man nun irgendwas machen muss, um den Verein zu retten. Während sich die meisten Fans mit der Regionalliga befassen und welche Spieler denn nun am besten über dem Trainingsplatz laufen, nahm ihre Idee Gestalt an. Zusammen mit Ex-Aufsichtsrat Mitglied Horst Rambau und Alemannia IG Sprecher André Bräkling wurde die folgende Idee geboren. Die Spenderaktion „Club der 100er“. Dort sollen zweckgebundende Spenden in Höhe von 100 Euro (je nach finanziellen Möglichkeiten gerne auch kleinere oder größere Beträge) auf ein Treuhandkonto eingezahlt werden. Horst Rambau, Steuerberater aus Eschweiler und Alemannia Fan IG Schatzmeisterin Martina Kettler, verwalten das Konto. Dies ist zweckgebunden und somit dem Zugriff durch den Vorstand des TSV Alemannia Aachen e.V entzogen. „Hier geht es um alles, um den Verein und die Marke TSV Alemannia Aachen 1900 e.v zu retten„, hob Horst Rambau einleitend hervor.

 

Der Worst Case muss verhindert werden (Horst Rambau)

Der angedachte Plan sieht vor das mindestens 5.000 Fans, Gönner und Sponsoren jeweils 100 Euro und mehr auf das Treuhandkonto einzahlen. Den mit 500.000 Euro könnte man mit Dr. Michael Kölmel einen „Vergleich“ anstreben. Die geforderten 1,3 Millionen Euro wird der Mutter-Verein nicht aufbringen können, es gibt auch kein Tafelsilber mehr das man veräußern könnte. Es würde praktisch das Ende bedeuten, und Kölmel würde keinen Cent sehen. So hat er die Wahl von einem Bisschen etwas zu bekommen, als vom Ganzen nichts. Das Gericht gab bereits die Empfehlung das die Alemannia sich darauf einstellen muss den Prozess zu verlieren. Es kam natürlich die Frage auf warum man „denn schon wieder Spenden soll„, und wie man die Leute überzeugen will genau das zu tun. Muss man nicht mit „Ich werf doch einen Pleiteklub nicht noch Geld hinterher“ rechnen? „Deswegen das Treuhandkonto, damit sichdergestellt ist das der Vereinszugriff der handelnden Personen entzogen ist„, so Horst Rambau. Dafür wird er sorgen, man nimmt die Sorgen der Fans ernst die dem Vorstand nicht mehr Vertrauen. André Bräkling ergänzte das der Vorstand informiert ist und die Aktion gutheisst, man macht nichts „hintenrum“.  Der Kollege von den Aachener Nachrichten fragte etwas „provokant“, ob die Initiatoren auch spenden würden, was diese natürlich bejahten unter leisen Gelächter. Der Kollege rechtfertige sich das die Presse eben alles hinterfragen muss.

 

Alemannia ist ein Stück Kultur und muss erhalten bleiben, dazu müssen wir alle ins Boot holen.

Eine andere Frage war ob die Alemannia Aachen GmbH, sprich die Insolvenzverwalter Professor Rolf-Dieter Mönning und der kaufmännischer Sanierungs-Geschäftsführer Dr. Michael Mönig eingebunden sind in dem Spendenaufruf. Denn auch die Alemannia Aachen GmbH wird großes Interesse daran haben das der Mutter-Verein „überlebt“ da bei ihr alle Spielrechte liegen und erlöschen wie bei den anderen Abteilungen. Laut Horst Rambau sind diese nicht eingebunden, hätten aber auf Anfrage den Presseraum zu Verfügung gestellt wenn es nicht so kurzfristig gewesen wäre. Dieter Lübbers ergänzte das es der Zeit geschuldet ist und die Alemannia Aachen Gmbh noch nicht reagieren konnte, was sie aber sicherlich noch tun wird. Alemannia ist ein Stück Kultur und muss erhalten bleiben, denn wenn der Verein tatsächlich untergeht dann wird den Öchern und der Region etwas fehlen. „DIe Alemannia ist der einzige Verein in Aachen wo unterschiedliche Gesellschaftsschichten zusammenkommen„, so Horst Rambau.

 

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Wenn man im Ausland ist, und erzählt man kommt aus Aachen, wird immer wieder das gleiche gefragt. „Was ist mit Alemannia los?“ Alemannia ist jedem ein Begriff, wie der Tivoli. Da muss man nichts erklären, im Gegensatz zum Karlspreis und zum CHIO. Das sind Erfahrungen die wohl jeder gemacht hat wenn er außerhalb von Deutschland unterwegs war. Stefan Wamper warf nochmal ein das es doch nichts schöneres gibt als wenn man sich über Alemannia unterhalten und streiten könnte. Wenn das wegfallen würde, man mag es sich nicht vorstellen. Alleine an diesen Aussagen sieht man was hier auf dem Spiel steht. Natürlich müssen jetzt intensiv die Klinken geputzt werden und auch die großen Unternehmen angesprochen werden. Denn es bleibt nicht mehr viel Zeit, Anfang Juli werden die Würfel fallen. Die Zeit ist ein Luxus den der Verein vielleicht nicht mehr lange haben wird. Umso wichtiger das man jetzt nochmal eng zusammenrückt und alles unternimmt damit der TSV Alemannia Aachen 1900 e.V erhalten bleibt. Denn nicht nur die Fussball Abteilungen sind bedroht, sondern auch die Handballer und Leichtathleten.

 

Ich nehme mich ja gerne selbst zum Maßstab, denn gebetsmühlenartig habe ich überall erzählt das die jetzt handelnden Personen von mir keinen Cent mehr sehen werden, solange sie am Ruder sind. Das ich nicht mit meiner Meinung alleine stand, habe ich an den Reaktionen gesehen die mir darauf immer wieder antworten. Ja, und ich habe auch „gedroht“ meine Mitgliedschaft aufzugegeben solange Kutsch und Co am Ruder sind. Aber, ein Didi Lübbers fing mich im Forum wieder ein das es jetzt primär um den Verein geht und nicht um handelnde Personen. Da hatte er absolut Recht, und auch dass das Treuhandkonto dem Zugriff der Vereinsverantwortlichen entzogen ist, läßt meine Sichtweise wieder eine andere Perspektive zu. Es muss was getan werden! Denn sonst wird es nichts mehr geben worüber wir uns aufregen können.

 

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Egal ob ihr 100, 50, 20, 10 Euro spendet. Egal was, hauptsache es kommt was auf das Treuhandkonto. Größere Summen sind ebenfalls gerne gesehen, Horst Rambau unterstützt gerne dabei wenn es Fragen gibt (z.b steuerliche Absetzbarkeit), man kann ihn direkt kontaktieren. Die Kontaktdaten gibt es weiter unten. Auch bei der Bank haben die vier Initiatoren „weise“ entschieden und eine Bank gewählt die „neutral“ ist.
Lasst für einen Augenblick die Emotionen ruhen und geht in euch, fragt euch wieviel ihr bereit seit zu spenden damit der großartige Traditionsverein mit seiner 113-jährigen Geschichte nicht vor die Hunde geht. Lasst nicht zu das ein paar wenige Handelnde es schaffen den ganzen Verein kaputt zu machen. Überlegt ob ihr nicht Geld einsparen könnt, denn man kauft im laufe eines Jahres so manch unnützes ein. Vielleicht verzichtet man mit der Spende auf die Silvesterraketen und Böller, und tut damit gleich zweimal gutes 🙂

 

Wenn ihr Spenden wollt dann überweist euren Betrag auf das folgende Konto:

Kto. Nr: 6100819064
Inhaber: IG der Alemannia Fans
BLZ 391 629 80 (VR Bank Würselen)

 

Habt ihr Fragen, könnt ihr euch an Horst Rambau persönlich wenden unter der Telefonnummer:                 02403 748 4817 (Bürozeiten Mo-Do 08:30 Uhr – 16:00 Uhr, Freitags 08:30 Uhr – 13:00 Uhr)

 

Um es mit den Worten von unserem kürzlich verstorbenen Ehrenpräsidenten Leo Führen zu sagen:

Immer werden wir siegen, wenn wir nur zusammenstehen

 

 

Pressemitteilung IG der Alemannia Fans

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