Jun 18 2013

Nachruf – Alemannia Ehrenpräsident Leo Führen verstorben

Leo Führen

 

Am heutigen Dienstag ist Alemannia Ehrenpräsident Leo Führen im Alter von 90 Jahren beim Schwimmen an Herzversagen verstorben. Als wenn es in den letzten Wochen und Monaten nicht schon genug schlimme Nachrichten gegeben hätte. Nun betrauern wir einen der wenigen letzten großen Alemannen, die Leo Führen zweifelsfrei gewesen ist. Sein gesamtes Herzblut legte er in seine “jeliebte” Alemannia. Ob als Spieler oder Präsident, Leo Führen drehte immer das große menschliche Rad, auch wenn manche Aussöhnungen erst später erfolgten. Alles erfolgte immer zum Wohle des Vereins, da musste manches hinten anstehen.

 

Immer werden wir siegen, wenn wir nur zusammenstehen

1935 trat Leo Führen der Alemannia Jugend bei, und war bis heute das langjährigste Mitglied der Alemannia gewesen. 1939 bis 1941 machte er 18 Spiele für die erste Mannschaft der Alemannia ehe auch der zweite Weltkrieg ihn einholte, und zur Front nach Stalingrad schickte. Der angehende Panzeroffizier wurde schwer verwundet, dank seiner Beharrlichkeit wurde er in einer JU 52 zwischen leeren Benzinfässern ausgeflogen. In einem Brüsseler Lazarett lernte er seine Frau Erika kennen, mit der im Mai 65 Jahre verheiratet gewesen ist. Anzug und Krawatte sind die äußeren Merkmale seiner Korrektheit gewesen. Das zeichnete ihn aus als die Aachener Tuchindustrie in ihrer Hochblüte stand. Als Unternehmer war er beizeiten Chef von 240 Mitarbeitern, in den 1960er und 1970er Jahren fungierte er als Regionalvorsitzender der Tuchmacher und vertrat 100 Unternehmen. 1998 war jedoch Schluss, die Tuchfabriken hatten ihre schwersten Stunden durchzumachen, und auch Leo Führens Fabrikgelände musste größtenteils verkauft werden um die Gläubiger zu bedienen.
 
TSV-FlagNach dem Krieg blieb er der Alemannia verbunden, so war er Mitbegründer und langjähriges Mitglied des Verwaltungsrates sowie von 1966 bis 1972 Präsident der Alemannia. Mit ihm gelang es unter anderem Michael Pfeiffer als Trainer zurück nach Aachen zu holen sowie Horacio Troche, Roger Claessen und Ion Ionescu zu verpflichten. In seiner Amtszeit feierte die Alemannia den Aufstieg sowie die Vizemeisterschaft. Im März 1995 wurde er Ehrenpräsident, war außerdem Ehrenmitglied, Träger des Ehrenringes und der Goldenen Ehrennadel mit Brillanten. Sportlich war er auch im hohen Alter tätig, so schwamm er mehrmals die Woche 300 Meter am Stück im eigenen Schwimmbad. Im letzten Jahr hatte er zum 49. Mal das Deutsche Sportabzeichen in Gold gemacht. Zuletzt sah ich ihn im FVM Pokal Halbfinale gegen FC Wegberg Beek im Tivoli Stadion. Wie immer war er schnellen Fusses unterwegs um auf seinem Platz zu gelangen. “Sie können mich mitten in der Nacht anrufen, wenn es um unsere geliebte Alemannia geht!”, war einer der vielen Kernsätze von Leo Führen. Auch wenn er am Rednerpult trat, und die Mitglieder bis dahin die unzähligen “unserer jeliebten Alemannia” Wörter zählten, war es dennoch Kult wenn die Veranstaltung am Ende mit seinem legendären “Hipp Hipp Hurra” beendet wurden.
 
Man verneigt sich vor einem großen Mann, der Alemannia gelebt hat. Mach et juut Leo…und pass op us Alemannia opp! Hipp Hipp Hurra!!

 
So wie wir Leo Führen kannten…einmalig.