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Mai 11 2013

Kartoffelkaefer

René van Eck verläßt Alemannia

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Da ist man out of Aachen und muss Abends lesen das unser Coach den neuen Weg nicht mitgehen wird. René van Eck verläßt die Alemannia zum Saisonende, besser gesagt nach dem FVM Pokalfinale in Bonn am 29.05.2013. Da musste ich mir schon ein dickes Tränchen verkneifen, denn so eine „Type“ wie René van Eck passte einfach zum Tivoli. Er verkörperte genau das Gegenteil von dem wohin unsere Alemannia immer mehr hinweg gedrifftet ist. Vom einfachen Klub mit dem Anspruch eine Familie zu sein, entfernte sich der Klub immer mehr von seinen Fans. Mit René van Eck kam einer daher wie der beste Kumpel von nebenan. Das er lange Haare hat, tätowiert ist, und aussieht wie ein Waldschraat war den Fans sowas von egal. Er redete Klartext und verzichtete auf die Schmallippigen Aussagen von den sonstigen Stereotypen. Das gefiel, und kam gut an.

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Unter ganz anderen Voraussetzungen kam er am 10. September 2012 nach Aachen und wurde neuer Chefcoach am Tivoli. Nach der sportlichen Talfahrt mit Ralf Ausssem sollte der Niederländer den Anschluss an die oberen Tabellenregion herstellen. Doch auch mit dem neuen Coach klappte es zunächst nicht wie gewünscht, bis ein Monat später die Hiobsbotschaft von der Insolvenz der Alemannia im Raum stand. Im WInter 2012 verließen viele Profis die Alemannia, doch René van Eck blieb. Er motivierte seine Leute und seine neue Mannschaft, die nun eine Ansammlung von Restprofis und hoffnungsvollen U23 Leuten war. Der Start in die Rückrunde glückte, Alemannia machte endlich wieder Spaß. Doch Sperren, Verletzungen, Leistungstiefs machten es bald unmöglich das neue Ziel Klassenerhalt zu schaffen. Die Mannschaft hatte immer wieder neue Gesichter, teils waren nun auch U19 Spieler regelmäßige Besucher im Profikader.

Ich habe lange überlegt, kann dieses Angebot aber nicht annehmen, weil ich meine Familie, die in der Schweiz lebt, weiter unterstützen möchte.

Rene van Eck beklagte sich nie, nicht einmal entschuldigte er miese Leistungen wegen den Verletzungen, personellen Engpässen oder „Klopper“ seiner Spieler. Als im Winter Neuverplichtungen per DFB Diskret doch nicht wechseln durften, machte er gute Miene zum „bösen“ Spiel und setzte die Hoffnung auf die Jugend. Das es aufgrund der fehlenden sportlichen Perspektive und Insolvenz stetig bergab ging, darunter litt er selbst am meisten innerlich. Das die Gelder immer knapper wurden, und auch er selbst große Gehaltseinbußen mitrug war bemerkenswert. Als der sportliche Absturz immer näher kam war er der erste, der sich vorstellen konnte weiterhin am Tivoli zu bleiben. Fast flehend wies er darauf hin das niemand mit ihm bislang gesprochen hatte. Das tat dann letzte Woche Geschäftsführer Sport Uwe Scherr mit ihm. Heraus kam ein Angebot das René van Eck ablehnen musste. „Trotz der Insolvenz und den damit verbundenen Schwierigkeiten habe ich mich in Aachen immer sehr wohl gefühlt. Es erfüllt mich mit Stolz, dass ich Trainer bei solch einem Traditionsverein war“. so René van Eck.

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Ein bisschen Wehmut schwang schon mit, auch das bei den Gesprächen nie gefragt wurde wie hoch die Differenz ist. Für das angebotene Geld konnte er nicht bleiben, seine Töchter in der Schweiz will er weiter Unterstützen und das ginge mit dem Angebot der Alemannia nicht mehr. „Alemannia ist mir ans Herz gewachsen. Ich habe hier Freunde gewonnen. Das sind Dinge, die man aufgibt“ so unser Chefcoach. Ich frage mich, warum gibt es keinen Sponsor der genau diese Differenz hätte übernehmen können? Wie kann man so einen hervoragenden Trainer gehen lassen der selten so gut zur Alemannia gepasst hat wie seine sechs Vorgänger? Oder hat man René nur übel mitgespielt und extra ein Angebot unterbreitet was er unmöglich annehmen konnte? Wenn man nun liest das es eine interne Lösung nicht geben wird, weder Peter Schubert (Coach U23) noch Reiner Plaßhenrich (Coach U19) stehen dafür zur Verfügung, weil es keine „Vertrauensbasis“ gibt, dann frage ich mich allen ernstes ob man bei der Alemannia weiterhin auf die persönlichen Eitelkeiten setzt. Wenn das Vertrauensverhältnis so kaputt ist, dann ist es die Pflicht die beiden vor die Tür zu setzen. Wie soll das in der Zukunft funktionienieren? Themen mit denen sich van Eck nicht mehr mit befassen muss.

 

Leise und immer noch die stille Hoffnung das er durch egal was auch immer gehalten werden kann, sage ich trotzdem Tschüss Trainer……..du warst ein sehr feiner Kerl! So einen wie dich kriegen wir nicht nochmal. Leider waren die Umstände am Tivoli anders als du hier anfingst. Das du es trotzdem so lange ausgehalten hast hier, das verdient Respekt und Anerkennung. Ich wünsche das du einen Verein findest mit denen du deine Pläne verwirklichen kannst. Hier war das leider nicht möglich! Mach et joot René…adieda und toziens.

Zum Schluss noch sein emotionales Interview…da kann man garnicht hingucken :-/