Mai 05 2013

Abstieg besiegelt – Alemannia verabschiedet sich als Profiverein

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Gestern um 15:46 Uhr war mit dem Abpfiff nicht nur die weitere Niederlage der Alemannia besiegelt beim Hallischen FC (1:0). Unsere schwarzgelben stehen nun definitiv als erster Absteiger fest aus der 3. Bundesliga und verabschieden sich wohl für eine sehr sehr lange Zeit vom Profifussball. In der Regionalliga West will man sich nach der erfolgten und durchgeführten Insolvenz konsoldieren. Wunschträume von direkten Wiederaufstieg sind ebenso Illusion wie eine konkurrenzfähige neue Mannschaft. Alemannia wird wieder ganz unten anfangen, wer von den Spielern bleiben wird und überhaupt will ist noch die kleinere Frage im ganzen Dilemma. Für den Verein beginnt nun die Stunde Null, wieder einmal. Zuletzt hat es 10 Jahre (1989 – 1999) gedauert bis man aus den Niederungen der Amateure zu einem doch vorzeigbaren Klub Aufstieg.

 

Spatenstich01Doch die Erfolge mit den Aufstiegen, Pokalendspielteilahme, UEFA Cup, Bundesliga und neues Stadion haben einige Größenwahnsinnig werden lassen. Vor allem der Öcher Klüngel auf den immer besseren dotierten Pöstchen verblendeten den schleichenden Abstieg des Vereins, der nach 13 Jahren in die Insolvenz mündet. Das hat so schnell noch kein Verein geschafft. Nicht nur sportlich ist man weg vom Fenster, auch der Respekt anderer Vereine und Gegner ist Vergangenheit. Die Stadt Aachen hilft nur mit der Faust in der Tasche, weil sie es muss. Als einer der betrogenen müssen sie noch gute Miene zum bösen Spiel machen. Um diesen Flurschaden wieder gerade zu richten müssen neue Verantwortliche Leute lange Zeit und Jahre die berüchtigen Klinken putzen bis das Image des Vereins wieder hergestellt ist.

 

BallgrossIn Halle sollte es das entscheidene Spiel werden. In der Hindrunde unterlag man dem FC zuhause noch mit 0:3, die Vorzeichen waren diesmal auch nicht besser. Mit dem allerletzten Aufgebot rückte man in dem Erdgas Sportpark an. Im Tor gab Kevin Rauhut seine Premiere für die erste Mannschaft der Alemannia, Mark Flekken und Tim Krumpen fielen verletzt aus. Auch fehlten die gesperrten Spieler Timo Brauer und Kristoffer Andersen neben den verletzten Oguzhan Kefkir, Tim Krumpen und Sven Schaffrath. Coach René van Eck füllte den Kader mit Nachwuchsleuten auf (Ajana, Odawara und Simon), so wie er das schon seit der Winterpause zelebriert. Trotz einer guten kämpferischen Leistung wurde die Partie zugunsten vom FC Halle entschieden, da Alemannia wie so oft sich im Angriff zu schwer tat und kaum Chancen herausspielen konnte. Und wenn man schon kein Glück hat (Marquets Kopfball wurde auf der Linie geklärt) kommt auch Pech hinzu wie beim 1:0. Eine Freistossvorlage kam ungehindert zu Furuholm der per Kopf das Tor des Tages erzielte.  Auch wenn unsere schwarzgelben sich nochmal bemühten, am Ende stand das unweigerliche dennoch fest. Abstieg mit Abpfiff.

 

kaiserkarlSportmanger Uwe Scherr würde gerne bleiben, Coach René van Eck auch. Die Chancen stehen nicht schlecht, auch wenn andere Leute das noch entscheiden müssen. Aber Entscheidungen sind nun notwendig, denn mit den Spielern wurde noch nicht gesprochen. Während im Unterbau die Spieler weggeholt werden von der Konkurrenz muss Alemannia nun Entscheidungen treffen wie es weitergeht. Fatal wäre ein wochenlanges rumgeeier bis handelnde Personen tätig werden können. Nun muss das Konzept aus der Tasche wie die neue Zukunft der Alemannia aussehen soll. Vieles wird davon abhängen wie schnell die Insolvenz durchgezogen werden kann ohne das es eine Hängepartie wird die eine unsichere Zukunft bedeutet. Der Wirschaftsbeirat muss bald Handlungsvollmacht bekommen, zu viel steht auf dem Spiel. Auch wenn der direkte Wiederaufstieg eine Illusion ist, erneut in der Regionalliga gegen den Abstieg spielen kann man sich nicht leisten. Damit vergrätzt man auch die letzten treusten Fans. Und die Fans sind das einzige was der Verein Alemannia Aacheh noch zu bieten hat.